September 2015 spectra 110 - Gesundheitskompetenz und Rahmenbedingungen

Artikel in dieser Ausgabe

08.09.2015

Aus erster Hand

Ursula Koch und Roy Salveter. Gesundheit ist kein einmal erreichter und dann unveränderlicher Zustand, sondern eine «Balance», die ein Leben lang und jeden Tag aufs Neue aktiv hergestellt werden muss. Heute geht die Gesundheitsförderung davon aus, dass der Mensch Verantwortung für sich, seine Gesundheit und seine Mitwelt übernehmen kann. Das Individuum, seine Lebensumstände und seine Fähigkeit, die eigene Lebenswelt mitzugestalten, sind hierfür zentrale Faktoren. Deshalb steht die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Menschen seit Jahren im Zentrum aller Präventionsbemühungen des Bundesamts für Gesundheit und seiner Partner. mehr

08.09.2015

«Die Stärkung von Gesundheitskompetenz kann nicht allein die Aufgabe der Gesundheitspolitik sein.»

Sechs Fragen an Stefan Spycher. Gesundheitskompetenz ist ein Schlüsselfaktor für das körperliche und seelische Wohlbefinden des Individuums und entlastet das Gesundheitswesen und damit die Gesellschaft als Ganzes. Doch wie kann die Gesundheitspolitik dazu beitragen, dass diese Kompetenz bei allen Menschen entstehen und wachsen kann, und was tut der Staat konkret, um die Chancengleichheit zu verbessern? Wir fragten Stefan Spycher, Leiter des Direktionsbereichs Gesundheitspolitik und Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG). mehr

08.09.2015

Ressourcen stärken bedeutet, die Kompetenzen, sich für die gesündere Wahl zu entscheiden, frühzeitig anzulegen

Leitartikel Gesundheitskompetenz. Der Bund möchte die Ressourcen der Bevölkerung stärken, indem die Menschen Gesundheitskompetenz erlangen und ihre Selbstverantwortung wahrnehmen. Entsprechend der Strategie Gesundheit 2020 des Bundesrats will das Bundesamt für Gesundheit damit die Chancengleichheit erhöhen und die Gesundheitschancen der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen verbessern. mehr

08.09.2015

«Bei der Gesundheitskompetenz geht es nicht um Bevormundung oder staatliche Intervention, sondern um das Weitergeben von Informationen.»

Gesundheitskompetenz und Rahmenbedingungen. Erfolgreiche Prävention verbindet Verhaltensänderung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, um es den Menschen zu ermöglichen, die jeweils gesündere Wahl zu treffen. Voraussetzungen dafür sind die Gesundheitskompetenz des Individuums, aber auch das Bewusstsein der Gesellschaft als Ganzes. Wie hoch ist das Gut der Freiheit zu werten, wie hoch die Lebensqualität? Wir fragten die Sozialdemokratin Ursula Zybach, Grossrätin des Kantons Bern und Geschäftsführende Präsidentin von Public Health Schweiz, und den Tessiner Arzt und freisinnigen Nationalrat Ignazio Cassis nach Chancen und Grenzen, wenn es darum geht, die Ressourcen zu stärken. mehr

08.09.2015

Mutter-Kind-Gesundheit in der Migrationsbevölkerung stärken

Prekäre Gesundheit von Müttern und Kindern mit Migrationshintergrund. Mehr Kinder mit einem geringen Geburtsgewicht, erhöhte Säuglings- und Müttersterblichkeit, mehr Schwangerschaftsabbrüche: Mütter und Säuglinge mit Migrationshintergrund haben mehr gesundheitliche Probleme als Schweizer Mütter und Neugeborene. Dies bestätigt der Bundesratsbericht, den das Bundesamt für Gesundheit zur Erfüllung des Postulats der Ständerätin Liliane Maury Pasquier erstellt hat. mehr

08.09.2015

Rauchfreie Luft – gesunde Kinder!

Projekt zum Schutz der Kinder vor Passivrauch. Knapp 10% der täglich rauchenden Personen in der Schweiz setzen Kinder und Jugendliche in ihrer Wohnung dem Passivrauch aus. Insbesondere in bildungsfernen Familien und in Familien mit Migrationshintergrund wird häufig in Anwesenheit von Kindern in der Wohnung geraucht. Das Projekt «Rauchfreie Luft – gesunde Kinder!» hat zum Ziel, Kinder in ihrem Zuhause besser vor dem Passivrauchen zu schützen. mehr

08.09.2015

Ein Blick über die Grenzen zum Thema Tabakprävention

Nationales Programm Tabak 2008–2016. Am 9. Juni 2015 fand die 4. Partnerplattform Tabakprävention des Nationalen Programms Tabak (NPT) statt. Inspiriert durch das Motto «Gemeinsam den Blick über die Grenzen werfen», diskutierten und planten 95 Umsetzungspartner wirksame Tabakpräventionsmassnahmen. mehr

08.09.2015

Gesundheitskompetenz, chronische Krankheiten und «peer-to-peer healthcare»

Forum Jörg Haslbeck. Chronische Krankheiten und Multimorbidität zählen in der Schweiz zu den gros-sen Herausforderungen des Gesundheitswesens. Wie Analysen des Schweizer Gesundheitsobservatoriums zeigen, lebt fast jede vierte Person über 50 mit zwei oder mehreren dauerhaften Erkrankungen. Besonders für diese wachsende Bevölkerungsgruppe ist eine hohe Gesundheitskompetenz wichtig. Dazu gehört zum Beispiel, sich Gesundheitsinformationen zu beschaffen und diese zu verstehen, Entscheidungen bezüglich Therapien zu treffen, Symptome zu beobachten oder Arzneimittel wirksam und sicher einzusetzen. Studien haben jedoch gezeigt, dass gerade die Gesundheitskompetenz von Menschen mit chronischen Krankheiten und Multimorbidität unzureichend ist. Patienten erleben eine zu tiefe Gesundheitskompetenz im alltäglichen Umgang mit ihrer Krankheit als einschränkend. Daher lohnt es sich, in die Förderung von Gesundheitskompetenz zu investieren, um die Lebensqualität von Patienten und Angehörigen zu verbessern. mehr

08.09.2015

Jede dritte Person kennt jemanden mit Alkoholproblemen – und viele Nahestehende leiden mit

Belastung von Nahestehenden. Von einem problematischen Alkoholkonsum sind nicht nur die Konsumierenden selber betroffen, sondern auch die Menschen in ihrem Umfeld. Diese sehen sich oft mit vielen Fragen konfrontiert, wollen helfen, empfinden die Situation als belastend und beanspruchen teilweise selber professionelle Hilfe. Um diese Thematik zu beleuchten, wurden im Rahmen des seit 2011 bestehenden Suchtmonitorings Schweiz zwei Modulbefragungen (2012/2013) zu Alkoholproblemen in der Familie und im weiteren Umfeld durchgeführt. mehr

20.08.2015

Rauchstopplinie: «Wir überreden oder verurteilen niemanden.»

Rauchstopplinie. Sie steht auf jedem Zigaretten- und Tabakpäckli der Schweiz: die Telefonnummer der Rauchstopplinie. Wer hier anruft, trifft am anderen Ende der Leitung auf Menschen, die wissen, wie schwer es ist, diese Sucht abzulegen – und wie man es mit Unterstützung trotzdem schaffen kann. Im Jahr 2014 waren es 2278 Personen, die sich bei der Rauchstopplinie beraten liessen. mehr

20.08.2015

«Genau geschaut» tut Not

Umgang mit chemischen Produkten. «Genau geschaut, gut geschützt» heisst der Kampagnenslogan zur Einführung des neuen Kennzeichnungssystems für gefährliche chemische Produkte nach GHS (Globally Harmonized System). Die Kampagne ist in der Tat notwendig: Grosse Teile der Schweizer Bevölkerung sind nicht auf dem aktuellen Stand, was die Gefahrenkennzeichnung gefährlicher chemischer Produkte und den sicheren Umgang mit ihnen betrifft. Das zeigen repräsentative Umfragen aus den Jahren 2009, 2012, 2013 und 2015, die im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit durchgeführt worden sind. mehr

20.08.2015

Der steinige Weg zur ersten Sexualberatungsstelle der Schweiz

Sexuelle Gesundheit. 1933 wurde in Zürich Aussersihl die erste Beratungsstelle zu Fragen rund um Sexualität und Geburtenregelung in der Schweiz eröffnet. Danach folgten vergleichbare Einrichtungen in den Städten Basel, Bern, Genf und Lausanne. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Auslegeordnung zur Geschichte der Sexualität und Reproduktion in der Schweiz mitfinanziert. Der vorliegende Artikel von Brigitte Ruckstuhl und Elisabeth Ryter entstand in diesem Zusammenhang. mehr

06.08.2015

Die Zahl der Spital- und Pflegeheiminfektionen senken

Strategie NOSO. Geschätzte 70’000 Personen erkranken in Schweizer Spitälern jährlich an Infektionen, rund 2’000 Menschen sterben daran. Ende 2015 wird dazu in der Schweiz erstmals eine nationale Strategie vorliegen, die Strategie NOSO. Diese soll solche sogenannten nosokomialen Infektionen einheitlich überwachen, sie bekämpfen und die Verhütung verstärken. mehr