März 2016 spectra 112 - Drogenpolitik international

Artikel in dieser Ausgabe

07.03.2016

Aus erster Hand

Editorial Diane Steber Büchli. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden die illegalen Drogen in der Schweiz zu einem schwerwiegenden gesundheitspolitischen Problem, das mit der Verelendung der Abhängigen und den offenen Drogenszenen zu trauriger Berühmtheit gelangte. Zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und der öffentlichen Sicherheit entwickelten Fachleute und Politiker einen breit abgestützten Ansatz, um mit den Drogenproblemen umzugehen: die Viersäulenpolitik mit den Pfeilern Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression. Viele der mutigen und innovativen Schweizer Ansätze – Spritzenabgabe, Injektionsräume, die Substitutionstherapie mit Methadon und namentlich die heroingestützte Behandlung – fanden grosses Interesse und Nachahmung in anderen Ländern. mehr

07.03.2016

Eine Chance für wichtige Weichenstellungen in der internationalen Drogenpolitik

UNGASS 2016. 18 Jahre nach der letzten Sondersession zum Thema Drogen hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen an einer erneuten Sondersession im April 2016 die Möglichkeit, wegweisende Entscheide für die internationale Drogenpolitik zu verabschieden. Will sie das? Kann sie das? – Schafft sie das? mehr

07.03.2016

Die nationale und internationale Drogenpolitik der Schweiz

Viersäulenmodell. Die drogenpolitischen Massnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden basieren auf dem Viersäulenmodell, bestehend aus Prävention, Therapie, Schadens-minderung und Repression. Wie ist die Viersäulenpolitik entstanden? Was sind ihre Ziele? Was wurde mit ihr erreicht? Wie engagiert sich die Schweiz auf internationaler Ebene? Ein Überblick über die Schweizer Drogenpolitik. mehr

07.03.2016

Erleichterter Zugang und Respektierung der Menschenrechte bei der Behandlung von Opiatabhängigen

Groupe Pompidou. In vielen Ländern ist die Verschreibung opioider Medikamente wie Methadon oder Buprenorphin strengen Restriktionen unterworfen. Die internationale Kooperationsgruppe für innovative Drogenpolitiken, die Groupe Pompidou, spricht sich nun für einen Paradigmenwechsel aus: Nicht der Repressionsansatz, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse und die Einhaltung der Menschenrechte sollten die Entscheidungsgrundlage für oder gegen die Verschreibung opioider Medikamente bilden. Diese stellen für viele Abhängige die bestmögliche Therapie dar, weshalb der Zugang zu ihnen laut Menschenrechten niemandem erschwert oder verwehrt werden darf. Auf Initiative der Schweiz erarbeitet die Groupe Pompidou eine Leitlinie, um ihre Mitgliedstaaten bei der Überprüfung ihrer Reglementierung für diese Therapieform zu unterstützen. Die Schweiz leitet und finanziert dieses Projekt. mehr

07.03.2016

Von einer UNGASS zur nächsten

Forum Frank Zobel. 1998 fand schon einmal eine UNGASS zum Thema Drogen statt. Damals ähnelte die allgemeine weltweite Drogensituation derjenigen in der Schweiz Ende der 1980er-Jahre. Der zunehmende Drogenkonsum ist mit tödlichen Infektionskrankheiten einhergegangen. Die internationale Antwort darauf war ebenso unzureichend wie unangemessen. Den Vereinten Nationen gelang es während der UNGASS, einige interessante Dokumente im Gesundheitsbereich zu verabschieden. Absurde Wortgefechte konnten aber nicht verhindert werden und ein völlig realitätsfremdes Ziel wurde anvisiert: eine drogenfreie Gesellschaft. mehr

06.03.2016

Ruth Dreifuss: «Von der diesjährigen UNGASS erwarte ich vor allem Ehrlichkeit.»

Interview mit Ruth Dreifuss. Nach 18 Jahren findet im April 2016 in New York zum zweiten Mal eine UNO-Sondersession zu den weltweiten Drogenproblemen statt. Die frühere Bundesrätin Ruth Dreifuss hat 1998 als Gesundheitsministerin die Schweiz vertreten. Nun besucht sie zum dritten Mal eine UNGASS. Wir fragten Frau Dreifuss, was sich in diesen Jahren verändert hat. Haben Gesundheits- und Menschenrechtsaspekte inzwischen mehr Gewicht gegenüber der Bekämpfung von Anbau und Handel bekommen? Hat die damals pionierhafte Schweizer Drogenpolitik immer noch Vorbildcharakter? Wo steht die internationale Gemeinschaft auf dem Weg zur Entkriminalisierung des Konsums, allen voran des Cannabis? mehr

03.03.2016

Gesundheitsfachleute dabei unterstützen, gefährdete Jugendliche frühzeitig zu erkennen

F+F in der medizinischen Grundversorgung. Gerade im Kindes- und Jugendalter kann der Substanz-konsum schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Umso wichtiger ist eine effektive Früh-erkennung und Frühintervention (F+F), die alle relevanten Berufsgruppen und Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen einbezieht. Eine Mitte 2015 veröffentlichte Studie zeigt auf, wie medizinisches Fachpersonal mit dieser Problematik umgeht und wie F+F in diesem Bereich verbessert werden könnte. mehr

02.03.2016

Globaler Kampf gegen Tabakkonsum

WHO-Tabakkonvention. Mit dem Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs trat 2005 ein Übereinkommen in Kraft, das den Kampf gegen Tabak konzertiert und global angehen soll. Es ist das erste globale Übereinkommen im Bereich Public Health überhaupt. Die Schweiz hat das Übereinkommen noch nicht ratifiziert. mehr

01.03.2016

Rauchstoppangebot im Doppelpack

Rauchstopptag 2016. Neu findet am 31. Mai 2016, dem Welttag ohne Tabak, der Rauchstopptag statt. Am Tag darauf startet der Rauchstoppwettbewerb. Beide Events werden vom Nationalen Rauchstopp-Programm organisiert. mehr

29.02.2016

Herausforderungen bei der Ausbildung von Fachleuten im Suchtbereich

Zum Abschied von René Stamm. Nach 25 Jahren in der Sektion Drogen des Bundesamts für Gesundheit trat René Stamm Ende Dezember 2015 in den Ruhestand. Unter den vielen Projekten und Tätigkeitsfeldern, in denen er sich während dieses Vierteljahrhunderts engagierte, ragen zwei heraus: die Qualität und die Ausbildung im Suchtbereich. René Stamm war auch Mitglied der Redaktionskommission von «spectra» und hat zum Abschied folgenden Text verfasst. mehr

22.02.2016

Nationale Strategie Sucht: «Ein Gleichgewicht zwischen Eigenverantwortung und Unterstützung für jene, die diese nötig haben.»

Fünf Fragen an Andrea Arz de Falco. Im Rahmen der bundesrätlichen Agenda «Gesundheit2020» sollen Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung intensiviert werden. Dazu gehört auch die Stärkung von Prävention, Früh-erkennung und Behandlung von Suchterkrankungen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat in einem partizipativen Prozess eine Nationale Strategie Sucht für die Jahre 2017 bis 2024 erarbeitet, die Mitte November vom Bundesrat verabschiedet wurde. Bis Ende 2016 werden die entsprechenden Massnahmen entwickelt. Wir sprachen mit Andrea Arz de Falco, Vizedirektorin des BAG, über die wichtigsten Züge und Ziele der Suchtstrategie. mehr

15.02.2016

Der K(n)ick zum erfolgreichen Rauchstopp

SmokeFree-Kampagne 2016. Die Frühjahrswelle der aktuellen SmokeFree-Kampagne legt den Fokus auf den erfolgreichen Rauchstopp: Sie ermutigt Rauchende dazu, einen konkreten Rauchstopp-Plan festzulegen. Zudem soll verstärkt das soziale Umfeld von Rauchstoppwilligen aktiviert und zur Unterstützung animiert werden. Dazu macht die Kampagne Rauchende auf wirksame Unterstützungsangebote wie die SmokeFree Buddy App aufmerksam. Die Kampagne wird durch den Tabakpräventionsfonds finanziert. mehr