Juni 2017 spectra 117 - Die Angehörigen

Artikel in dieser Ausgabe

30.06.2017

Der Bund nimmt sich der pflegenden Angehörigen an

Pflegende Angehörige. Die Schweizer Bevölkerung wird zunehmend älter und der Mangel an Fachkräften im Arbeitsmarkt nimmt generell zu. Zugleich nimmt die Bereitschaft von Angehörigen, Betreuungs- und Pflegeaufgaben für ihre Nächsten zu übernehmen, tendenziell ab. Die Gründe sind vielfältig. Da sich das Bildungsniveau in der Schweiz in Zukunft erhöhen dürfte, sind immer weniger Erwerbstätige bereit, unbezahlte Betreuungs- und Pflegeaufgaben zu übernehmen. Hinzu kommen veränderte Familienstrukturen, mehr Einpersonenhaushalte und die grössere räumliche Distanz zwischen den Angehörigen, die solche Aufgaben aufwendiger gestalten. Mit dem Förderprogramm «Entlastungsangebote für pflegende Angehörige» sollen Grundlagen geschaffen werden,damit die Betreuung oder Pflege ohne hohe Erwerbseinbussen oder Vorsorgelücken besser möglich wird. Es lehnt sich an den «Aktionsplan zur Unterstützung und Entlastung betreuender und pflegender Angehöriger» an.¶ mehr

30.06.2017

Aus erster Hand

Editorial. Wenn Kinder, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner oder ein Elternteil erkranken, sind die Angehörigen sehr oft die ersten, die Unterstützung bieten. Diese Betreuungs- und Pflegeaufgaben können herausfordernd und zeitaufwendig sein, gelten aber bis heute als selbstverständlich und beanspruchen auch noch weniger Leistungen des Gesundheitswesens. mehr

30.06.2017

Jetzt eine IG für pflegende Angehörige gründen!

Forum. Mindestens 140'000 Personen in der Schweiz pflegen und betreuen im Erwerbsalter regelmässig Angehörige. Auch viele betagte Menschen pflegen ihre Partnerinnen und Partner. Die Zahl der älteren Personen, die auf Pflege oder andere Unterstützung angewiesen sind, wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen – Stichwort Demenz. Und damit steigt auch die Zahl der pflegenden Angehörigen, die selber Unterstützung, Beratung und nicht zuletzt Verschnaufpausen brauchen. mehr

30.06.2017

Die neue Plattform Palliative Care unterstützt Angehörige schwer kranker und sterbender Menschen

Palliative Care. Bei der Betreuung und Begleitung von schwer kranken und sterbenden Menschen spielen die Angehörigen eine wichtige Rolle. Es ist deshalb zentral, dass sie bei dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützt werden. Mit der neuen Plattform Palliative Care trägt das BAG dazu bei, Angebote zur Unterstützung von Angehörigen bekannt zu machen und zu fördern. mehr

30.06.2017

Demenzkranke Menschen betreuen heisst, rund um die Uhr da zu sein

Nationale Demenzstrategie. Eine Demenz verläuft in verschiedenen Stadien und immer sehr individuell. Der Verlauf dieser unheilbaren Krankheit ist nicht vorhersagbar und die zunehmend kognitiven Fehlleistungen, Persönlichkeitssowie Verhaltensänderungen der erkrankten Person können zu Unverständnis und Vorwürfen der Umwelt führen. Demenzerkrankungen verändern soziale Rollen und Beziehungen in der Familie und im sozialen Umfeld. Dieses nimmt Angehörige von Menschen mit einer Demenzerkrankung vermehrt nur noch in deren neuen Rolle als betreuende Angehörige wahr und kaum noch als eigenständige Menschen mit individuellen Wünschen und Bedürfnissen. (1) mehr

30.06.2017

Selbsthilfe der Eltern von suchtkranken Töchtern und Söhnen

Sucht. Am letzten Mittwochabend jeden Monats trifft sich die Selbsthilfegruppe der Elternvereinigung drogenabhängiger Jugendlicher im Selbsthilfezentrum Bern am Bollwerk. spectra sprach vor dem Treffen mit den Leiterinnen zweier Selbsthilfegruppen, Frau Hänni und Frau T.H., über ihre eigene Geschichte und ihre Motivation zum Leiten der Gruppen. Beim anschliessenden Treffen der Selbsthilfegruppe Sucht kam spectra mit elf betroffenen Eltern auf den gesellschaftlichen Umgang mit illegalen Drogen zu sprechen und den persönlichen Nutzen durch den regelmässigen Austausch. mehr

30.06.2017

«Es bestehen viele Fragen und kritische Zweifel, ob das die richtigen Lösungen sind.» - «Man kann von den Arbeitnehmenden nicht ewig verlangen, dies selbst zu finanzieren.»

Interview. Interview mit Daniella Lützelschwab vom Schweizerischen Arbeitgeberverband und Valérie Borioli Sandoz vom Arbeitnehmerverband Travail.Suisse. Unsere Gesprächspartnerinnen äussern sich zu den Massnahmen des Bundes, wie sie im «Aktionsplan zur Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger» und im «Förderprogramm Entlastungsangebote für pflegende Angehörige 2017–2020» geplant sind. Was es heute schon gibt, ob neue Bestimmungen nötig sind oder nicht und wo Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gefordert sind, um für alle tragfähige Lösungen zu finden, das sind unsere Gesprächsthemen. mehr

30.06.2017

Rauchfreie Luft – gesunde Kinder

Passivrauchschutz. Eltern von Kleinkindern auf ihr problematisches Rauchverhalten anzusprechen, ist keine leichte Aufgabe. Dank Schulungen im Rahmen des Projekts «Rauchfreie Luft – gesunde Kinder» fühlen sich Gesundheitsfachpersonen dabei sicherer. Das Projekt wird 2017 fortgesetzt. mehr

30.06.2017

Die SmokeFree Buddy App verbindet Freunde für den Rauchstopp

Tabak. Das soziale Umfeld hat einen starken Einfluss darauf, ob jemand raucht oder nicht. Diesen Schlüsselfaktor macht sich die SmokeFree Buddy App zunutze: Mit der App wird eine Freundin oder ein Freund zum persönlichen Rauchstopp-Coach in der schwierigen ersten Phase des Rauchstopps. mehr

30.06.2017

Die neue Organspendekampagne setzt auf den Dialog

Organspende. Eine Befragung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) im Jahr 2015 zeigte, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung grundsätzlich bereit ist, Organe zu spenden. Dennoch gibt es einen grossen Mangel an gespendeten Organen. Ein Grund für diese Lücke liegt in der hohen Ablehnungsrate durch die Angehörigen, die in der Schweiz mit über 60 Prozent im europäischen Vergleich sehr hoch ist. Die Kampagne «Rede über Organspende», die das BAG gemeinsam mit der Stiftung Swisstransplant im September 2016 lanciert hat, zielt darauf ab, dass mehr Angehörige den Entscheid ihrer Liebsten kennen. mehr

30.06.2017

Angehörige suizidaler Menschen und Hinterbliebene nach Suizid

Aktionsplan Suizidprävention. Im Auftrag der eidgenössischen Räte haben Bund und Kantone zusammen mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz und weiteren Akteuren den Aktionsplan Suizidprävention erarbeitet. Dieser wurde im November 2016 verabschiedet. Ziel ist es, bis 2030 jährlich rund 300 Todesfälle durch nicht assistierten Suizid zu verhindern, die Angehörigen und Nahestehenden grosses Leid bringen. mehr

30.06.2017

Eine Impfung schützt die Nächsten

Impfschutz. Sich gegen eine Infektionskrankheit impfen zu lassen, ist zunächst einmal eine persönliche Schutzmassnahmen. Impfungen haben jedoch noch zwei weitere Wirkungsbereiche: Mit einer Impfung schützt man auch seine Nächsten und man trägt zum Schutz der Gesamtbevölkerung bei. mehr

30.06.2017

«Die Angehörigen haben ein Anhörungsrecht.»

5 Fragen an Sibylle Glauser. Die Psychologin ist Präsidentin des Netzwerks Angehörigenarbeit Psychiatrie (NAP), leitet die Angehörigenberatung der Universitären psychiatrischen Dienste Bern (UPD AG) und ist Mitglied des Care Teams des Kantons Bern, das notfallpsychologische Unterstützung leistet. Mit spectra spricht Sibylle Glauser über die Angehörigenarbeit in der Psychiatrie, auch als Betroffene – ihr Bruder leidet seit vielen Jahren an Schizophrenie. Wir erfahren, wie wichtig Gespräche mit Angehörigen im Sinne der Fremdanamnese sowohl dem Kranken zugutekommen als auch den Angehörigen, die dadurch Wertschätzung und Entlastung erfahren. mehr

30.06.2017

«Wir bleiben», ein Sensibilisierungsfilm des SRK, und weitere Informationsangebote für Angehörige, Laien und Fachleute

Informationsangebote für Laien und Fachleute. Wie geht es älteren Migrantinnen und Migranten in der Schweiz, die vor vielen Jahren hierhergezogen und nicht in die Heimat zurückgekehrt sind? Die in der Schweiz Familien gegründet haben und nun langsam alt werden? Sie möchten ihren Lebensabend hier verbringen, der Familie und der Gesundheit wegen. Der 19-Minuten- Dokumentarfilm «Wir bleiben» zeigt berührend die Lebens- und Gesundheitssituation, die Sorgen und Bedürfnisse von drei Paaren und einem 91-jährigen Mann, die alle nach einem arbeitsreichen Leben in der Schweiz auch medizinische Hilfe benötigen. Eine Auswahl an Informationsangeboten für Migrantinnen und Migranten sowie Laien und Fachleute wird im Folgenden ebenfalls vorgestellt. mehr