Januar 2013 spectra 96 - Ethik und Public Health

Artikel in dieser Ausgabe

01.01.2013

Ethisches Check-up für Public-Health-Massnahmen

Public-Health-Ethik. Trotz ihrer überindividuellen Perspektive müssen Public-Health-Akteure ihr Augenmerk immer auch auf die einzelnen Menschen richten. Denn was der Gesellschaft nützt, kann dem Individuum schaden. Gesundheitsschädliches Verhalten wiederum kann zu volkswirtschaftlichen Mehrbelastungen führen, welche die Gesellschaft mitzutragen hat. Doch an welchen Grundsätzen soll man sich beim Abwägen zwischen Schaden und Nutzen, Allgemein- und Individualwohl orientieren? Die Public-Health-Ethik muss hier Antworten geben. mehr

01.01.2013

Wird die Ethik in der Gesundheitsförderung vernachlässigt?

Forum Prof. Dr. Klaus Peter Rippe. Wenn es um Gesundheitsförderung geht, stellen sich auf zwei Ebenen ethische Fragen. Auf der ersten werden konkrete Massnahmen zur Gesundheitsförderung auf ihre moralische Zulässigkeit geprüft. Auf der zweiten wird das gewählte Ziel moralisch hinterfragt. Die Public-Health-Ethik hat sich bisher vor allem auf der ersten Ebene bewegt. Ethische Fragen werden wohl auch hier in Einzelfällen vernachlässigt, in der Regel wird die Frage nach der moralischen Zulässigkeit einer Massnahme aber angemessen diskutiert. Anders sieht es auf der zweiten Ebene aus. Dass Gesundheitsförderung einer moralischen Rechtfertigung bedarf, mag vielleicht verwundern. Aber es ist aus ethischer Sicht ein Unterschied, ob man kranken oder pflegebedürftigen Menschen hilft, ob man jemand vor akuten Gefahren für Leib und Leben warnt oder ob man ihn zu einer Umstellung seiner Lebensweise bewegen will, um sein (langfristiges) Wohl zu fördern. In die letzte Rubrik fallen Massnahmen und Aktivitäten zum Erhalt und zur Stärkung der Gesundheit anderer. mehr

01.01.2013

Aus erster Hand

Editorial Salome von Greyerz. Im Gegensatz zur Medizinethik, die sich mit ethischen Konflikten im Zusammenhang mit der Behandlung einzelner Patientinnen und Patienten befasst, geht es bei der Public-Health-Ethik um den gesamten Gesundheitsbereich. Sie dient demnach nicht der moralischen Beurteilung des Handelns von Individuen wie Ärztinnen, Ärzten oder Pflegenden, sondern der Beurteilung von Massnahmen, die Gesundheitsbehörden oder private Gesundheitsorganisationen ergreifen. mehr

01.01.2013

«Der Staat kann nicht alle glücklich machen. Er kann höchstens die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Gelegentlich auch durch Prävention.»

Interview mit Georg Kohler. Welche Rolle spielt das Gut Gesundheit in unserer Gesellschaft und wie wird es gerecht verteilt? Welche Verantwortung trägt der Staat, welche das Individuum? Wo liegt der Unterschied zwischen Gleichheit und Gerechtigkeit, wo sind die Grenzen des Wünschbaren, Machbaren oder Finanzierbaren und wann kommt die Solidarität zum Tragen? Ein «spectra»-Gespräch mit dem emeritierten Zürcher Professor für Politische Philosophie. mehr

01.01.2013

Tabakkontrolle ist ein Menschenrecht

Tabakprävention. WHO-General­direktorin Margaret Chan fordert dazu auf, sich im Kampf gegen die Tabakindustrie verstärkt auf die Menschenrechte zu berufen. mehr

01.01.2013

Vademekum für bessere Gesundheit im Gefängnis

Gesundheitsdienst im Strafvollzug. Mit dem im Jahr 2008 lancierten Projekt BIG (Bekämpfung von Infektionskrankheiten im Gefängnis) soll die Gesundheitsversorgung im Freiheitsentzug jener der Aussenwelt angeglichen werden. Dazu braucht es eine engere Zusammenarbeit zwischen Gesundheitssektor und Justizsystem. Ein gemeinsam erarbeitetes Vademekum ist ein erster Schritt dazu. mehr

01.01.2013

Internationales Treffen der Substitutionsfachleute in Genf

Konferenzen zu Opiatabhängigkeit. Am 18. und 19. Oktober fanden in Genf zeitgleich zwei Konferenzen zum Thema Behandlung von Opiat­abhängigkeit statt: die 3. Nationale Substitutions-Konferenz (NaSuKo) und das 3. Colloque international francophone sur le traitement de la dépendance aux opioïdes (TDO). Mehr als 450 Expertinnen und Experten aus der Schweiz und verschiedenen weiteren franko­phonen Ländern nahmen an den beiden Konferenzen teil. mehr

01.01.2013

Interkulturelles Übersetzen zeigt Wirkung

Interkulturelles Übersetzen. Eine Studie gibt Auskunft über Einsatz und Wirkung des interkulturellen Übersetzens in Schweizer Spitälern und Kliniken. mehr

01.01.2013

Wenn das Vergessen nicht gelingt

Posttraumatische Belastungsstörungen. Eine neue Broschüre des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) informiert auf anschauliche Weise über Traumata und deren Folgen. mehr