01.05.2014 Aus erster Hand

Editorial Alberto Marcacci. Wie wir alle wissen, ist es nicht immer einfach, gesund zu leben – und es kostet Energie. Gesundheitsförderung ist ein komplexes Unterfangen. Wie aber gelingt es, die Menschen zu einem gesunden Lebenswandel zu motivieren und gleichzeitig ihre persönliche Freiheit zu wahren? Antworten darauf finden wir in der 1920 von Winslow formulierten und 1988 von Acheson angepassten Definition der öffentlichen Gesundheit, die trotz ihres Alters aktuell bleibt: «Das öffentliche Gesundheitswesen ist die Wissenschaft und die Kunst, Krankheiten vorzubeugen, das Leben zu verlängern und die physische Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu fördern, und zwar durch organisierte gesellschaftliche Bemühungen.»

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In dieser Definition sind drei Elemente besonders interessant: Das erste ist die Wissenschaft. Alle Aktivitäten müssen auf soliden wissenschaftlichen Grundsätzen und Best Practices beruhen. Die zweite ist die Kunst. Wie in der Kunst muss man auch in der Volksgesundheit kreativ sein, um neue Lösungen für ein dynamisches und evolutionäres Umfeld zu finden. Das dritte Element schliesslich sind die Bemühungen, welche die Gesellschaft organisiert. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sektoren und innovative Partnerschaften müssen für einen umfassenden sozialen Ansatz gefördert werden.
Im Rahmen des nationalen Programms Ernährung und Bewegung haben wir zahlreiche Aktivitäten sektorübergreifender Zusammenarbeit auf nationaler Ebene lanciert. Zwei Beispiele: Im Jahr 2009 lancierten wir die Initiative actionsanté, an der sich zurzeit 18 Partner aus der Industrie beteiligen, die sich freiwillig verpflichten, den Konsumentinnen und Konsumenten die gesunde Wahl zu erleichtern. Ein Dialog mit der Wirtschaft, basierend auf konkreten Massnahmen. Anfang 2013 haben wir eine Zusammenarbeit mit Gesundheitsförderung Schweiz und der Suva gestartet, um auf nationaler Ebene die Aktivitäten zur Gesundheit in den Unternehmen zu koordinieren. Die drei Institutionen fördern mit einer gemeinsamen Strategie und gemeinsamen Instrumenten die Durchführung von Interventionen in den vier Bereichen Ergonomie, Bewegung, Ernährung und Stress.
Diese Beispiele illustrieren, wie heute in der Gesundheitsförderung und Prävention koordinierte globale Ansätze von bereichsübergreifenden und interdisziplinären Teams gefragt sind. Ohne dabei zu vergessen, dass bei allen Massnahmen stets das Individuum im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht.


Alberto Marcacci
Leiter Sektion Ernährung und Bewegung
Bundesamt für Gesundheit

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