30.06.2017 Aus erster Hand

Editorial. Wenn Kinder, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner oder ein Elternteil erkranken, sind die Angehörigen sehr oft die ersten, die Unterstützung bieten. Diese Betreuungs- und Pflegeaufgaben können herausfordernd und zeitaufwendig sein, gelten aber bis heute als selbstverständlich und beanspruchen auch noch weniger Leistungen des Gesundheitswesens.

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Vor ein paar Jahren erkannte das Parlament, dass Angehörige für diese unverzichtbare Aufgabe bessere Rahmenbedingungen erhalten sollen, und der Bundesrat stimmte im Grundsatz zu. Der Bundesrat selbst verankerte das Thema der Angehörigenpflege in seiner gesundheitspolitischen Agenda «Gesundheit2020» und verabschiedete Ende 2014 einen Aktionsplan zur Unterstützung von betreuenden und pflegenden Angehörigen. Das Förderprogramm «Entlastungsangebote für pflegende Angehörige 2017–2020», welches der Bundesrat im März 2016 guthiess, unterstützt die Umsetzung des Aktionsplans. 

Mit diesen Aktivitäten will der Bund erreichen, dass pflegende Angehörige im Arbeitsprozess bleiben können und Anbieter von Entlastungsangeboten sich noch besser an den Bedürfnissen der Angehörigen und der Patientinnen und Patienten orientieren können. Innerhalb des BAG achten wir stark darauf, dass die im Förderprogramm erarbeiteten Wissensgrundlagen und die Modelle guter Praxis bei den Themen «Psychische Gesundheit», «Palliative Care», «Demenz», «seltene Krankheiten» und der «koordinierten Versorgung» einfliessen können. Auch die Migrationsbevölkerung soll berücksichtigt werden.

An der Umsetzung der Aktivitäten des Bundes beteiligen sich das Bundesamt für Sozialversicherungen, das Bundesamt für Statistik, das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Mann und Frau sowie das Bundesamt für Justiz und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Gemeinsam sind wir bestrebt, dem Bundesrat zukunftsweisende Lösungen zu unterbreiten und einen Grundstein dafür zu legen, pflegende Angehörige hilfreich zu entlasten und zu unterstützen. Das Engagement der Angehörigen soll damit noch mehr Anerkennung erfahren.

Salome von Greyerz Abteilungsleiterin Gesundheitsstrategien

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