08.01.2018 Aus erster Hand

Editorial von Pascal Strupler. Die Bevölkerung in der Schweiz hat eine hohe Lebenserwartung und erfreut sich generell einer guten Gesundheit. Zu den Stärken unseres Gesundheitssystems gehören die hohe Qualität der Versorgung und das breite Spektrum der durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung gedeckten Leistungen. Dennoch gibt es deutliche gesundheitliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen – Unterschiede, die wir beeinflussen können und deshalb nicht als gegeben akzeptieren wollen. Unsere Strategien sollen hierzu einen Beitrag leisten, damit wir auch die Schwächsten in unserer Gesellschaft erreichen.

Foto: Hélène Tobler

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In diesem Zusammenhang möchte ich vor allem folgende Punkte hervorheben: Die Leistungen unseres Gesundheitssystems müssen auch für fremdsprachige, bildungsferne oder von Armut betroffene Personen zugänglich und bezahlbar sein. Unser Gesundheitspersonal braucht die nötigen Kompetenzen und Hilfsmittel, um sich mit Personen unterschiedlichster Herkunft zu verständigen. Und Gesundheitsinformationen sollten so vermittelt werden, dass alle sie verstehen und damit ihre Gesundheitskompetenz verbessern können. 

Bei der Umsetzung des Nationalen Programms Migration und Gesundheit haben wir in diesen Bereichen nach Lösungen gesucht. Wir haben zahlreiche Projekte realisiert, die sich bis heute bewähren und die gerade heute – im Umfeld zunehmender Skepsis gegenüber Zuwanderern und Schutzbedürftigen – wichtig sind. Die meisten dieser Projekte sind durch das BAG unter Einbezug externer Partner (insbesondere des Staatssekretariats für Migration, der Kantone sowie zahlreicher Dachverbände und NGOs) konzipiert und lanciert worden. Ich danke unseren Partnern herzlich für die engagierte Zusammenarbeit und hoffe, dass sie uns auch in Zukunft mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen bei der Erreichung unserer Ziele unterstützen werden.

Das BAG wird sich weiterhin für gesundheitliche Chancengleichheit engagieren. Wir wissen, dass wesentliche Faktoren für eine gute Gesundheit ausserhalb des engeren Gesundheitsbereichs liegen – zum Beispiel in der Wirtschafts-, Bildungs-, Sozial- und Integrationspolitik. Gesundheitliche Chancengleichheit ist deshalb ein Ziel, das wir nur mit vereinten Kräften erreichen können.

Pascal Strupler
Direktor
Bundesamt für Gesundheit

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