21.02.2019 Aus erster Hand

Gesundheit entsteht im Alltag der Menschen. Die Zahlen zur Lebenserwartung in Schweizer Gemeinden sind eindeutig: In wohlhabenden, vor allem urbanen Gemeinden und Zentren wie Zürich, Bern, Basel, Genf und entlang von Seen ist die Chance auf ein langes Leben hoch. In den Gemeinden mit der höchsten Lebenserwartung beträgt diese beinahe 83 Jahre. In ärmeren, eher ländlich geprägten Gemeinden und Bergdörfern beträgt die Lebenserwartung hingegen 78 Jahre. Nicht alle Menschen in der Schweiz haben demnach die gleiche Chance auf ein langes und möglichst gesundes Leben.

Bildstrecke Aus erster Hand

TODO CHRISTIAN

Pascal Strupler, Direktor Bundesamt für Gesundheit

Die Gründe für diese Unterschiede sind allerdings nicht so eindeutig. Klar ist, dass nicht die Qualität der Spitäler oder der Zugang zu Gesundheitsfachleuten für die Unterschiede hauptverantwortlich sind, sondern andere Faktoren wie Ausbildung, Einkommen oder Zivilstand. Bei sozial benachteiligten Personen treten psychische Erkrankungen inklusive Sucht­erkrankungen häufiger auf. Nicht selten leben diese Personen in Wohngebieten mit mehr Lärm und Luftverschmutzung und weniger Grünflächen. Auch der Tabak­konsum ist bei Personen mit geringem Einkommen erhöht. Wer in Armut lebt oder arbeitslos ist, hat tendenziell eine schlechtere Gesundheit sowie eine geringere Lebenserwartung und hat auch ein vielfach erhöhtes Risiko, an einer schweren Krankheit zu leiden.

Gesundheitliche Chancengleichheit ist uns ein wichtiges Anliegen. Um sie zu fördern, arbeitet das BAG mit anderen Bundesämtern zusammen. Denn Gesundheit «entsteht» nicht nur im Gesund­heitsbereich, sondern auch in anderen Politikfeldern. Es geht darum, allen Einwohnerinnen und Einwohnern unseres Landes einen möglichst gesunden Alltag zu ermöglichen – sei es nun zu Hause in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit. So betrachtet, ist Gesundheit eine Aufgabe, die nahezu alle Bundesstellen betrifft. Das BAG ist bereit, diese bei der Erarbeitung von Lösungen zu unterstützen, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben, und bestehende Kooperationen auszubauen.

Unser gemeinsames Ziel ist es, die Gesundheit der Bevölkerung und die gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern – zusammen mit allen Akteuren, die dies beeinflussen können.

Kontakt

Pascal Strupler, Direktor Bundesamt für Gesundheit

Nach oben