01.05.2013 BerDa – für eine breitere Beratung betreffend sexuelle Gesundheit

Fünfte Generation von BerDa. Das Projekt Beratungsleitfaden und Datenverwaltungssytem für VCT-Stellen (BerDa) basiert auf der Überlegung, dass ein HIV-Test ohne spezifische und gezielte Beratung eine vertane Chance für die Prävention ist. Die mit dem BerDa-Tool im Internet erhobenen Daten verbessern die Kenntnisse des Risikoverhaltens der Schweizer Bevölkerung und erlauben die Identifizierung spezifischer Präventionsbedürfnisse.

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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lancierte 2007, im Jahr des freiwilligen Beratens und Sich-testen-Lassens (Voluntary Counselling and Testing, VCT), BerDA, das Online-Tool Beratungsleitfaden und Datenverwaltungssystem für VCT-Stellen. In erster Linie dient BerDa dazu, das Risikoverhalten der Person zu erfassen, die sich auf HIV testen lassen will. Hierfür füllt sie selber einen Fragebogen aus. Da BerDa internetbasiert funktioniert, hat die Fachperson sofort die Verhaltens- und epidemiologischen Daten der zu beratenden Person zur Verfügung. So kann basierend auf der Auswertung des Fragebogens eine personalisierte Beratung durchgeführt werden.
BerDa ist ein dynamisches und sich laufend weiterentwickelndes Projekt. Seine Funktionen und die angesprochenen Themen werden an die Entwicklung und an die Bedürfnisse der anonymen Teststellen für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) angepasst. Beispielsweise hat die vorherige Version von BerDa in die Beurteilung des Risikoprofils die Deklaration der Eidgenössischen Kommission für sexuelle Gesundheit (die frühere Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen) integriert. Dieses besagt, dass HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie, das heisst mit nicht nachweisbarer Viruslast während mindestens sechs Monaten, und ohne andere sexuell übertragbare Krankheiten das Virus nicht an ihre Sexualpartner weitergeben. Diese Integration macht die Bewertung von Risikoprofilen präziser. Sie erlaubt eine entspannte Beratung ohne die Gefahr der Stigmatisierung von ratsuchenden Personen mit einem HIV-positiven Partner.
Heute berücksichtigt BerDa die Komplexität und die Bedürfnisse von Transgendermenschen und Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung (Intersexuelle). Nebst HIV umfasst das Tool auch die Beratung und Testung einer breiten Palette von weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Struktur von BerDa entspricht den Prinzipien des Nationalen Programms HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen 2011–2017 des BAG. Diese sind «Impfen, was geimpft werden kann», «Prävention», «Früherkennung» und «rechtzeitige und richtige Behandlung». Die Dokumentation von BerDa enthält Empfehlungen, wie sexuell übertragbare Krankheiten erkannt und behandelt werden. Die Dokumentation enthält zudem nach Themen geordnete Informationen, didaktische Materialien sowie die aktuellen VCT-Empfehlungen des BAG. All dies soll die Arbeit der VCT-Berater und -Beraterinnen unterstützen und ihre Weiterbildung in sexueller Gesundheit fördern.
Das Ergänzungsformular für HIV wurde in dynamischer Form entwickelt. Das bedeutet, dass die Angaben, welche die sich testen lassende Person selber ausgefüllt hat, und diejenigen des Arztes automatisch in das Ergänzungsformular übertragen werden. So kann im Falle eines bestätigten positiven HIV-Tests mit einem einzigen Mausklick das Meldeformular an die zuständige Stelle weitergeleitet werden. Das erleichtert die Administration der VCT-Stelle. Das BAG entwickelt 2013 weitere dynamische Formulare für andere meldepflichtige STI. Zudem wird die Entwicklung eines Monitoringinstruments in Auftrag gegeben, das die automatische Verwaltung von Informationen und Auswertung statistischer Daten von VCT-Stellen ermöglicht, die mit BerDa arbeiten. Jedes Zentrum wird einen eigenen Zugang zu dieser Anwendung erhalten und kann so jederzeit Informationen über seine spezifischen Aktivitäten erstellen und auswerten.

Kontakt

Steven Derendinger, Sektion Prävention und Promotion, steven.derendinger@bag.admin.ch

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