01.09.2010 Bund unterstützt kantonale Bedarfsanalysen

Gesundheit und Migration. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lädt die Kantone ein, Gesuche zur Finanzierung einer Bedarfsanalyse im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention einzureichen. Es soll untersucht werden, ob diese Angebote die Migrationsbevölkerung genügend miteinbeziehen oder ob diesbezüglich Veränderungen nötig sind.

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Die Unterstützung kantonaler Bedarfs­analysen ist Teil des Nationalen Programms Migration und Gesundheit. Dieses hat unter anderem zum Ziel, dass Programme im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention in Planung, Umsetzung und Evaluation systematisch auch migrationsspezifische Faktoren berücksichtigen. Der Einbezug der Kantone ist eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen dieses Vorhabens. Das BAG möchte daher die Kantone unterstützen, Barrieren zu Gesundheitsför­derungs- und Präventionsangeboten abzubauen. Dieses Vorhaben wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz und der Vereinigung der Kantonalen Beauftragten für Gesundheitsförderung in der Schweiz, VBGF.

Migrationsbevölkerung ist weniger gesund
Forschungsergebnisse belegen, dass ein Teil der Migrationsbevölkerung in der Schweiz erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt ist. Hauptsächlich Migrantinnen und Migranten mit niedrigem sozioökonomischem Status, geringer Gesundheitskompetenz und wenig Bildung sind körperlich und psychisch weniger gesund als die einheimische Bevölkerung. Ihr Zugang zum schweizerischen Gesundheitssystem und zu Angeboten der Gesundheitsförderung und Prävention ist zudem wegen fehlender System- und Sprachkenntnisse häufig erschwert. Das BAG will daher die Kantone unterstützen, dieses Problem anzugehen. Die finanzierten Bedarfsanalysen sollen die Grundlage für Investitionsentscheide der Kantone zugunsten einer migrationsgerechten Ausgestaltung ihrer Programme sein. Im Zentrum sollen Fragen stehen wie: In welchen Programmen bestehen Zugangshürden für die Migrationsbevölkerung, was sind die Gründe dafür und welche Anpassungen, Weiter- oder Neuentwicklungen wären notwendig, damit die Migrationsbevölkerung an den Aktivitäten chancengleich partizipieren kann?

50 000 Franken Unterstützung
Erwünscht sind insbesondere Abklärungen in den Bereichen Ernährung und Bewegung, psychische Gesundheit, Zahngesundheit, Sucht, Krebsvorsorge, sexuelle und reproduktive Gesundheit, HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten sowie Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Die Kantone können aber auch weitere Themenbereiche vorschlagen. Pro Jahr kann das BAG vier Gesuche bewilligen und pro Kanton einen Beitrag von maximal 50 000 Franken leisten. Diesjährige Gesuche können noch bis zum 25. Oktober eingereicht werden

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Kontakt

Martin Wälchli, Nationales Programm Migration und Gesundheit, martin.waelchli@bag.admin.ch

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