01.07.2013 Bundesrat verlängert das Programm Migration und Gesundheit

Chancengleichheit. Mit der Weiterführung des Nationalen Programms Migration und Gesundheit bis Ende 2017 will der Bundesrat zur Verbesserung der Gesundheit der Migrationsbevölkerung beitragen. Eine Publikation resümiert den Stand der Programmumsetzung und skizziert die zukünftigen Ziele und Massnahmen.

Bildstrecke Bundesrat verlängert das Programm Migration und Gesundheit

TODO CHRISTIAN

Zu den gesundheitspolitischen Prioritäten «Gesundheit2020», die der Bundesrat im Januar 2013 verabschiedet hat, gehört die Verbesserung der Gesundheitschancen von besonders verletzlichen Gruppen. Das Nationale Programm Migration und Gesundheit ist eine der Massnahmen in diesem Bereich. Es richtet sich hauptsächlich an Migrantinnen und Migranten mit nied­rigem sozialem Status und geringer Gesundheitskompetenz. Sie haben häufiger gesundheitliche Probleme und grös­sere Verständigungsschwierigkeiten im Kontakt mit Gesundheitsinstitutionen; ein schlechter Gesundheitszustand erschwert zudem den Integrationsprozess. Das Programm hilft mit, ihren Gesundheitszustand und ihr Gesundheitsverhalten zu verbessern, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nationalen Integrationspolitik.

Nachhaltige Verankerung sichern
Die bisherigen Evaluationsergebnisse bestätigen: Die Schwerpunkte des Nationalen Programms Migration und Gesundheit sind richtig gesetzt. Sie entsprechen dem bundesrätlichen Auftrag, den gesetzlichen Grundlagen der Integrationspolitik, internationalen Empfehlungen und den Anliegen der Stakeholder. Das Engagement des Bundes für die Gesundheit der Migrationsbevölkerung ist aus Sicht der Kantone, Gemeinden sowie weiterer Stakeholder unbestritten. Sie begründen dies mit dem anhaltenden Handlungsdruck, mit dem Bedarf an Koordination auf nationaler Ebene und mit der Notwendigkeit eines Engagements des Bundes, damit die Thematik bessere Sichtbarkeit und Legitimation erhält.
Die nachhaltige Verankerung der Vorhaben ist noch nicht in allen Bereichen gelungen. Eine Weiterführung verschiedener Projekte, in die in den letzten Jahren viel investiert wurde, wäre ohne Engagement des Bundes ab 2014 nicht gesichert. Die Verlängerung des Programms soll nun genutzt werden, die lancierten Projekte so weit wie möglich zu verankern und die Zusammenarbeit mit den Partnern zu festigen. Die Massnahmen werden weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration, den Kantonen, dem Schweizerischen Roten Kreuz sowie weiteren Nichtregierungsorganisationen umgesetzt. Geplant sind insbesondere:
– im Bereich «Gesundheitsförderung und Prävention»: Weiterführung und Ausbau der Plattform migesplus.ch (muttersprachliche Gesundheitsinformationen für Migrantinnen und Migranten), Unterstützung der Kantone bei der migrationsgerechten Ausgestaltung ihrer Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme sowie Koordination und Umsetzung von Massnahmen im Bereich weibliche Genitalverstümmelung.
– im Bereich «Bildung und Versorgung»: Verankerung von Instrumenten zur Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals (e-Learning-Tool «Interaktion und Qualität»); Unterstützung von Massnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Migrationsbevölkerung (Migrant Friendly Hospitals).
– im Bereich «interkulturelles Übersetzen»: Förderung der Ausbildung und des Einsatzes von interkulturellen Übersetzerinnen und Übersetzern; nachhaltige Verankerung des nationalen Telefondolmetschdiensts im Gesundheitsbereich.
– im Bereich «Forschung»: Einbringen migrationsspezifischer Merkmale in nationale Datenerhebungen im Gesundheitsbereich sowie Lancierung von Forschungsprojekten zu Themen wie Gesundheitsversorgung und Zugangshürden.

Ausführlichere Informationen können der Publikation «Nationales Programm Migration und Gesundheit. Bilanz 2008–2013 und Schwerpunkte 2014–2017» entnommen werden. Sie fasst den Stand der Programmumsetzung zusammen und skizziert die vorgesehenen Ziele und Massnahmen für die Verlängerungsphase.

Kontakt

Thomas Spang, Nationales Programm Migration und Gesundheit, thomas.spang@bag.admin.ch

Nach oben