04.12.2015 Chancengleichheit im Spital

Swiss Hospitals for Equity. Seit 2004 unterstützt das Bundesamt für Gesundheit Spitäler, die ihre Kompetenzen zur Versorgung von Migrantinnen und Migranten optimieren wollen. Das Netzwerk «Migrant Friendly Hospitals», das sich ursprünglich am gleichnamigen Projekt der Europäischen Union orientierte, heisst neu «Swiss Hospitals for Equity».

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Das Ziel des Netzwerks «Swiss Hospitals for Equity» (zu Deutsch: Schweizer Spitäler für Chancengleichheit) ist die Förderung einer qualitativ hochstehenden Versorgung für alle Patienten und Patientinnen, ungeachtet ihrer Herkunft, Nationalität, Sprache, Religion, ihres sozioökonomischen Hintergrunds und ihrer Gesundheitskompetenz.  

Idee der EU

Das Netzwerk wurde vom 2002 lancierten EU-Projekt «Migrant-friendly Hospitals MFH» (migrantenfreundliche Spitäler) inspiriert, das in zwölf Spitälern in zwölf verschiedenen EU-Ländern umgesetzt wurde. Die Schweiz nahm als Nicht-EU-Staat zwar nicht am Projekt teil, ein Informations- und Erfahrungsaustausch fand jedoch trotzdem statt. Seit 2004 leistet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) finanzielle Unterstützung für Massnahmen in Schweizer Spitälern, die zu einer Verbesserung der Chancengleichheit für alle Bevölkerungsgruppen beim Zugang, bei der Behandlung und Betreuung beitragen – dies als Teil des 2002 lancierten Nationalen Programms Migration und Gesundheit.  

Neuer Name mit weiterem Fokus

Zunächst wurde das Schweizer Netzwerk nach dem europäischen Vorbild «Migrant Friendly Hospitals MFH» benannt. Mit dem neuen Namen «Swiss Hospitals for Equity» wollen die teilnehmenden Spitäler auf die Wichtigkeit aufmerksam machen, für alle Patientinnen und Patienten eine qualitativ gute Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, nicht nur für Migrantinnen und Migranten. Mit dem neuen Namen wurde auch eine neue Website lanciert.  

Soziokulturelle Barrieren abbauen

Zu den «Swiss Hospitals for Equity» gehören heute die Universitätsspitäler von Basel, Genf und Lausanne, die Kinderspitäler von Zürich, Basel und St. Gallen sowie die Solothurner Spitäler und das Kantonsspital Aarau. Jedes Spital hat seinen eigene Strategie mit Aktionsplan konzipiert, abhängig von den ermittelten Bedürfnissen und dem sozialen und institutionellen Kontext. Zentral bei allen sind verschiedene Massnahmen im Bereich Diversity Management. Dazu gehören Weiterbildungsangebote für das Personal in transkultureller Kompetenz, der Einsatz von interkulturell Dolmetschenden, die Stärkung der Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund (Patienten-Empowerment) durch mehrsprachige Informationsmaterialien oder der Abbau von Zugangsbarrieren durch mehrsprachige Beschilderungen. Von grosser Bedeutung ist auch die Chancen-gleichheit und Integration von fremdsprachigem Personal. Viele Spitäler führen zudem muttersprachliche Erhebungen der Patientenzufriedenheit sowie Erhebungen zur Patientenherkunft durch, um einem Überblick über die Diversität ihrer Patientinnen und Patienten zu erhalten.

Die derzeit acht «Swiss Hospitals for Equity» bilden keine geschlossene Gesellschaft: Das Mitwirken weiterer Spitäler ist sehr willkommen, um das Netzwerk zu vergrössern und Good Practices zur Förderung der Chancengleichheit noch besser im Schweizer Gesundheitswesen zu verankern.

Links

Kontakt

Serge Houmard, Nationales Programm Migration und Gesundheit, serge.houmard@bag.admin.ch  

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