16.04.2015 Das entscheidende Jahr für die Masernelimination

Masernelimination/Europäische Impfwoche. Vom 20. bis am 25. April 2015 findet die Europäische Impfwoche (EIW) statt. In diesem entscheidenden Jahr für die Masernelimination legt das BAG den Fokus bei der EIW auf die Masern-Nachholimpfungen.

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In Europa sollen die Masern bis Ende dieses Jahr eliminiert werden. Zumindest ist das der Plan der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Doch dieses Ziel scheint zum Teil wieder in weite Ferne gerückt zu sein. Aus Berlin erreichen uns wöchentlich Nachrichten von der schlimmsten Masernepidemie seit 2001. Seit Oktober 2014 sind in der deutschen Hauptstadt rund 850 Menschen (Stand 23. März 2015) an Masern erkrankt, darunter viele Erwachsene. Ein eineinhalbjähriges Kind starb im Februar an den Folgen der Infektion. Noch immer stecken sich pro Tag etwa 15 Berlinerinnen und Berliner an. Ein Viertel der Patienten musste bisher im Spital behandelt werden. Kinderärzte raten Eltern von Säuglingen, die noch nicht geimpft werden können, mit dem Baby zu Hause zu bleiben. Säuglinge, die an Masern erkranken, haben ein erhöhtes Risiko, an einer Spätfolge der Infektion – der in jedem Fall tödlichen Hirnentzündung SSPE – zu erkranken.

Lücken in der Gegenwart, aber gute Zukunftsprognosen

Das Beispiel Berlin zeigt, wie rasch die Masern zurückkehren können – und mit welchen mitunter tragischen Folgen. Auch in der Schweiz gibt es immer wieder Masernausbrüche, denn auch hierzulande geht man von rund einer Million Menschen aus, die keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz haben. Betroffen sind vor allem 20- bis 50-Jährige. Bei den Kindern sieht es indes besser aus. Wie die Daten aus acht Kantonen für 2014 zeigen, haben mittlerweile 93 Prozent der Zweijährigen eine erste und 87 Prozent bereits auch die zweite Masernimpfung erhalten. Um die Masern zu eliminieren, müssen 95 Prozent der Bevölkerung gegen die Krankheit immun sein, das heisst: sie hatten sie oder sind zweimal dagegen geimpft worden. Die Durchimpfungsrate ist in den letzten Jahren in den meisten Kantonen gestiegen, und die kantonalen Unterschiede haben sich verringert. Für die nächste Generation sieht es somit gut aus betreffend Schutz vor der Krankheit.  

Kampagnen-Schlussspurt mit Wettbewerb

In der Schlussphase der aktuellen nationalen Masernkampagne geht es in den nächsten Monaten darum, speziell bei Erwachsenen das Bewusstsein zu schärfen und sie zum Handeln zu animieren. Dreh- und Angelpunkt der Aktivitäten auf nationaler Ebene ist ein Online-Wettbewerb unter www.stopmasern.ch. Wer die richtigen Antworten auf die drei Fragen weiss, kann als Hauptpreis zwei Hotelübernachtungen gewinnen. Als Sofortpreis gibt es eine Masern-Baumwolltasche, die zugleich ein idealer Werbeträger für das Kampagnenthema. Beworben wird der Online-Wettbewerb mit Plakaten in den grössten Schweizer Städten sowie via Inserate und Online-Banner. Diese Aktion startet mit der Europäischen Impfwoche Ende April und dauert mit verschiedenen Akzenten bis zu den Sommerferien.

Taten sind gefragt  

Entscheidend für die Masernelimination ist der einfache Zugang zu den Impfungen. Deshalb werden beispielsweise die Kinderärztinnen und -ärzte auch den Eltern ihrer Patientinnen und Patienten anbieten, ihr Impfbüchlein in der Praxis kontrollieren zu lassen, um fehlende Impfungen sofort oder bei einem nächsten Termin nachholen zu lassen. Die Allgemeinpraktiker und die Spitäler sind dazu aufgerufen, dasselbe zu tun.  

Auch die Kantone sind aktiv und haben Massnahmen geplant, zum Beispiel die kostenlose Kontrolle des Impfschutzes in Berufs-, Mittel- und Hochschulen oder Impfungen in Einkaufszentren. Zusätzliche können sie die Kampagne regional verstärken, indem sie bei den Massnahmen auf gesamtschweizerischer Ebene mitmachen.

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Kontakt

Debbie Rychener, Sektion Kampagnen, debbie.rychener@bag.admin.ch

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