21.02.2019 Der Bund will mit Lärmreduktion die Gesundheit fördern

Lärm kann erhebliche Gesundheitsprobleme verursachen. Betroffene können unter Schlafstörungen, Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Um den Lärm zu reduzieren, braucht es die Zusammenarbeit der beteiligten Bundesämter und weiterer Akteure.

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Flugzeuglärm, Strassenverkehrslärm, Eisenbahnlärm – rund 13 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind stark lärmbelästigt. Verkehrslärm verursacht in der Schweiz jährlich rund 500 zusätzliche Herz-Kreislauf-Todesfälle.

Wo beginnt Lärm? Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten negative Gesundheitseffekte ab 40 Dezibel in der Nacht und ab 45 Dezibel am Tag auf. Im Lärmschutzgesetz wurden unter anderem Immissionsgrenzwerte für verschiedene Lärmarten festgelegt.

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Wo beginnt Lärm? Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten negative Gesundheitseffekte ab 40 Dezibel in der Nacht und ab 45 Dezibel am Tag auf. Im Lärmschutzgesetz wurden unter anderem Immissionsgrenzwerte für verschiedene Lärmarten festgelegt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten negative Gesundheitseffekte ab 40 Dezibel in der Nacht und ab 45 Dezibel am Tag auf. Im Lärmschutzgesetz wurden unter anderem Immissionsgrenzwerte für verschiedene Lärmarten festgelegt.

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Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten negative Gesundheitseffekte ab 40 Dezibel in der Nacht und ab 45 Dezibel am Tag auf. Im Lärmschutzgesetz wurden unter anderem Immissionsgrenzwerte für verschiedene Lärmarten festgelegt.

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Etwa eine Million Menschen sind in der Schweiz am Tag und in der Nacht Strassenverkehrslärm ausgesetzt. Durch Eisenbahnlärm gestört wird tagsüber jede hundertste Person, nachts ist es jede fünfzigste. Auch von Fluglärm sind in der Schweiz viele Menschen betroffen. Insgesamt leben 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung an Orten, in denen der Grenzwert am Tag oder in der Nacht überschritten wird – oder beides (siehe Bildstrecke).

Lärm beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen auf ganz unterschiedliche Weise: Er löst nervöse Reaktionen aus und begünstigt die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol. Schlafprobleme können die Folge sein, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Diabetes, Übergewicht und kognitive Probleme bei Kindern steigt. Lärm beeinträchtigt selbst dann unsere Gesundheit, wenn wir ihn nicht mehr bewusst wahrnehmen, beispielsweise wenn wir schlafen. Das hat Folgen: Strassen-, Bahn- und Fluglärm verursachen in der Schweiz jährlich Gesundheitskosten von schätzungsweise 2,6 Milliarden Franken. Weitgehend unklar ist, welche langfristigen Folgen Lärm für die Gesundheit hat.

Rund 500 Todesfälle
Zur Aktualisierung des Wissensstandes über die Auswirkungen von Lärm auf die Menschen wurde von 2013 bis Ende 2017 die SiRENE-Studie durchgeführt (Short- and Long-Term Effects of Transpor­ta­tion Noise Exposure), geleitet von Martin Röösli, Professor für Umweltepidemiologie am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Basel.

Das Forschungsteam untersuchte die Auswirkungen von Stras­senverkehrs-, Schienen- und Fluglärm auf die Gesundheit, etwa auf das kardiovaskuläre System, aber auch auf den Schlaf. Dabei wurden epidemiologische Studien mit schweizweiten Befragungen und experimentellen Studien im Schlaflabor kombiniert.

Einige Ergebnisse:
•  Rund 13 Prozent der Bevölkerung sind stark lärmbelästigt, 9 Prozent fühlen sich durch Verkehrslärm stark im Schlaf gestört.
•  Bei gleichem Durchschnittslärmpegel fühlen sich rund dreimal mehr Leute von Fluglärm belästigt als von Strassen- und Bahnlärm.
•  Verkehrslärm verursacht in der Schweiz jährlich rund 500 zusätzliche Herz-Kreislauf-Todesfälle sowie 2500 Diabeteserkrankungen.

Die Resultate der wissenschaftlichen Untersuchung werden die Basis für die Überprüfung der Lärmgrenzwerte der Schweizerischen Lärmschutzverordnung bilden.

Massnahmenplan gemeinsam ausgearbeitet
Auch der Bundesrat hat das Problem erkannt und im Juni 2017 einen «Nationalen Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung» verabschiedet. Ausgearbeitet wurde er vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Absprache unter anderem mit den Bundesämtern für Raumplanung (ARE), Zivilluftfahrt (BAZL), Gesundheit (BAG), Bevölkerungsschutz (VBS) und Strassen (ASTRA). Der Massnahmenplan umfasst mehrere Schwerpunkte: gezieltere Bekämpfung von Lärmquellen, Förderung von Ruhe und Erholung bei der Siedlungsentwicklung, Modernisierung des Lärm­monitorings sowie Information der Öffentlichkeit.

Positive Wirkung zeigt beispielsweise der Einbau lärmarmer Strassenbeläge, dank denen der Lärmpegel um 6 bis 7 Dezibel sinkt. Ab einem Tempo von ungefähr 25 km/h übertönt das Rollgeräusch von Autos und Lastwagen den Motorenlärm. Eine Studie des BAFU belegt, dass schallschluckende Beläge die Fahrgeräusche so stark reduzieren, als wären nur noch 15 Prozent des ursprünglichen Verkehrs auf den Strecken unterwegs. Bis Ende 2018 waren schweizweit ungefähr 1700 Kilometer dieser neuen Strassenbeläge eingebaut. Während sie in der Westschweiz schon vielerorts anzutreffen sind, fällt in der Deutschschweiz die Vorreiterrolle dem Kanton Aargau zu: Dort will man innerorts alle Stras­sen mit lärmarmen Belägen ausstatten. Deren Geheimnis liegt in ihrer feinen Oberflächenstruktur mit Gesteinskörnern von höchstens 4 Millimetern Grösse und einem hohen Hohlraumanteil von wenigstens 12 Volumenprozent. Altbekannt sind weitere Massnahmen wie die Installation von Lärmschutzwänden oder Lärmgalerien und sowie Temporeduktionen.

Auf leisen Schienen
Mit der Anschaffung von leiserem Rollmaterial wurde bei den SBB ebenfalls schon einiges für die Reduktion der Lärmimmissionen getan. Das Augenmerk liegt nun auf der Entwicklung lärmarmer Infrastruktur und der Förderung leiserer Güterwaggons. Den Luftverkehr wollen die Behörden unter anderem durch lärmabhängige Start- und Landetaxen sowie verbesserte An- und Abflugverfahren leiser werden lassen.
Darüber hinaus kann auch die Aufklärung der Bevölkerung einen Beitrag zur Lärmreduktion leisten. So verursachen beispielsweise breite Reifen von Sportwagen und SUVs deutlich mehr Lärm als schma­lere Pneus.

Kontakt

Esther Walter, Sektion Nationale Gesundheitspolitik,


Martin Röösli, Leiter der Abteilung Umweltgefährdung und Gesundheit am Swiss TPH,


www.sirene-studie.ch

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