01.01.2014 Die Impfexpertinnen und Impfexperten des Bundes

Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF). Wer soll sich unter welchen Umständen gegen welche Krankheiten impfen lassen, und warum? Seit fünfzig Jahren gibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) regelmässig Impfempfehlungen an die Bevölkerung ab. Hinter diesen Empfehlungen stehen die Expertinnen und Experten der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF).

Bildstrecke Die Impfexpertinnen und Impfexperten des Bundes

TODO CHRISTIAN

Bei der Erarbeitung von Impfempfehlungen und ihrer im Epidemiengesetz vorgeschriebenen wissenschaftlichen Begründung hat sich das BAG von jeher von Expertengremien beraten lassen. Anfangs geschah dies durch eine Impfkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Innere Medizin, welche in den Achtzigerjahren vom BAG übernommen und in die «Kommission für Impffragen» umbenannt wurde. Da Aufgaben und Gewicht dieser Kommission ständig zunahmen, setzte der damalige Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Inneren im Jahr 2004 die neue Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) ein.

Experten und Vermittler
Die EKIF hat zwei Aufgaben: Erstens soll sie die Behörden bei der Erarbeitung von Impfempfehlungen wissenschaftlich fundiert beraten, und zweitens soll sie bei Impffragen zwischen den Behörden, den medizinischen Fachkreisen und der Bevölkerung vermitteln. Die EKIF besteht aus 15 Personen, die jeweils für vier Jahre gewählt werden. Bei ihrer Auswahl wird Wert darauf gelegt, dass alle impfrelevanten Sachgebiete in der Kommission vertreten sind. Präsidentin der EKIF ist seit Beginn die weltweit anerkannte Impfexpertin Claire-Anne Siegrist aus Genf. Das Kommissionssekretariat wird von der Sektion Impfprogramme und Bekämpfungsmassnahmen des BAG geführt.

Strenger Kriterienkatalog
Bei ihrer Arbeit stützt sich die EKIF auf die wissenschaftliche Evidenz ab. Die Evaluation von Impfungen erfolgt gemäss vorgegebenen Kriterien. Zu beantworten sind dabei insbesondere folgende Fragen:
– Rechtfertigt die Krankheitslast die Abgabe einer Impfempfehlung?
– Erlauben die Eigenschaften des Impfstoffs die Abgabe einer wirksamen Impfempfehlung?
– Lässt sich mit der/den vorgeschlagenen Strategie/n das mit der Impfempfehlung verfolgte Ziel erreichen?
– Ist das Kosten-Wirkungs-Verhältnis der Strategien akzeptabel und vergleichbar mit anderen Interventionen im Gesundheitsbereich?
– Besteht eine erhöhte Nachfrage nach einer Impfempfehlung? Würde eine solche Impfempfehlung auf hohe Akzeptanz stossen?
– Lässt sich die Impfempfehlung in der Praxis umsetzen?
– Sind die verschiedenen Aspekte der Empfehlung evaluierbar?
– Gibt es wichtige offene Fragen, die einen Einfluss auf die Umsetzung der Empfehlung haben?
– Ist mit der Empfehlung ein gleichberechtigter Zugang zur Impfung für alle Zielgruppen gewährleistet?
– Gibt es rechtliche Probleme, die einen Einfluss auf die Umsetzung der Empfehlung haben?
– Ist die Empfehlung mit bestehenden oder geplanten Empfehlungen der Schweiz und internationalen Empfehlungen vereinbar?

Unabhängigkeit gewährleisten
Die 15 Mitglieder der EKIF sind dazu verpflichtet, jegliche Interessenbindungen zu melden, die in einem sogenannten reellen, potenziellen oder scheinbaren Konflikt zu ihrer Unparteilichkeit und Integrität bei der Erarbeitung einer Impfempfehlung stehen könnten. Reelle Konflikte sind beispielsweise Eigentumsinteressen oder finanzielle Interessen. Diese schliessen in der Regel eine Mitgliedschaft bei der EKIF aus. Der Umgang mit potenziellen oder scheinbaren Konflikten, wie zum Beispiel bezahlte Beratertätigkeit oder die Unterstützung von Forschungstätigkeiten, stützt sich auf die Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW 2013: «Zusammenarbeit Ärzteschaft und Industrie») ab.

Wichtiger Beitrag zur Prävention
Die EKIF hat in den neun Jahren seit ihrem Bestehen in aufwendiger Arbeit zahlreiche Empfehlungen zu verschiedensten Impfungen ausgearbeitet, bestehende Empfehlungen überarbeitet und Stellungnahmen zu diversen Fragen aus dem Impfbereich verfasst. Sie hat damit einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der durch Impfungen verhütbaren Krankheiten geleistet.

Links

Kontakt

Hans-Peter Zimmermann, Sektion Impfprogramme und Bekämpfungsmassnahmen, hans-peter.zimmermann@bag.admin.ch

Nach oben