01.07.2012 Die Schweiz kämpft gegen die Masern

Maserneliminationsstrategie. Die WHO-Region Europa will die Masern bis 2015 eliminieren. Auch die Schweiz hat sich verpflichtet, dieses Ziel zu erreichen, der Bundesrat hat im Dezember 2011 die Maserneliminationsstrategie verabschiedet. An Masern sterben jedes Jahr Zehntausende Menschen, insbesondere Kinder in der Dritten Welt.

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Gemäss Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 2008 weltweit mehr als 160 000 Menschen an Masern. Am meisten betroffen sind Kinder unter fünf Jahren in Entwicklungsländern, aber auch in Europa sterben Menschen an Masern.

Bevor es eine Impfung gab, erkrankten Kinder in der Regel vor dem zehnten Lebensjahr an dieser Krankheit. Deshalb werden Masern als Kinderkrankheit bezeichnet. Der Begriff ist aber irreführend, denn auch Erwachsene können an Masern erkranken, wenn sie die Krankheit nicht durchgemacht haben und nicht geimpft sind. Die Masernimpfung bietet zuverlässigen Schutz vor einer Infektion und verursacht viel seltener Komplikationen als eine Masernerkrankung.

Nationale Informationskampagne motiviert zu Nachimpfung
Damit die Schweiz die Masernelimina­tion erreichen und halten kann, müssen mindestens 95% der Kinder jedes Jahrgangs bis zum zweiten Geburtstag mit zwei Dosen gegen Masern geimpft sein. Man geht davon aus, dass die grosse Mehrheit der heute über 50-Jährigen als Kind mit dem Masernvirus in Kontakt gekommen sind und deshalb immun sind. Viele der unter 50-Jährigen sind aber nicht vor Masern geschützt. Bund und Kantone führen deshalb zwischen 2013 und 2015 eine nationale Informationskampagne durch, um insbesondere diese Erwachsenen anzusprechen und zur Nachimpfung zu motivieren. Zudem soll der Zugang zur Impfung möglichst einfach gemacht werden.

Ziel ist die Herdenimmunität
Wenn eine Krankheit eliminiert ist, heisst dies nicht, dass sie gar nicht mehr vorkommt. Es bedeutet lediglich, dass nur noch einzelne Erkrankungen auftreten. Meist sind diese aus Ländern «importiert», in denen das Virus noch nicht eliminiert ist. Damit die Masern als eliminiert gelten, müssen mindestens 95% der Bevölkerung immun sein. Wird dies erreicht, entsteht eine sogenannte Herdenimmunität. Die Krankheit kann sich nicht weiterverbreiten. So haben selbst Personen, die sich nicht impfen lassen können, nur ein geringes Ansteckungsrisiko. Sie gelten deshalb auch als geschützt. Das Prinzip der Herdenimmunität greift aber nur, wenn die wenigen noch auftretenden Fälle frühzeitig erkannt und weitere Übertragungen sofort verhindert werden. Ganz Amerika, Australien und einige Länder Europas haben die Masern bereits eliminiert.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat gemeinsam mit den Kantonen, medizinischen Fachgesellschaften und interessierten Organisationen eine Masern­eliminationsstrategie entwickelt. Diese hat der Bundesrat am 16. Dezember 2011 verabschiedet und das BAG mit der Umsetzung beauftragt. Auch die Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK hat der Strategie zugestimmt.

Kontakt

Daniel Koch, Abteilungsleiter Übertragbare Krankheiten,daniel.koch@bag.admin.ch

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