06.09.2018 Editorial – Roy Salveter

Aus erster Hand. Wer hat auf seinem Smartphone nicht schon den Schrittzähler benutzt? Der Megatrend Digitalisierung hat es möglich gemacht und auch alle anderen Gesundheits- und Fitness-Apps, die über das allzeit verfügbare Smartphone bedient werden können, sind Teil davon. Die Apps sind in der Lage, unseren Körper genauestens zu vermessen – sei es, um unser Bewegungsverhalten zu tracken, unsere sportlichen Leistungen und unsere Effizienz zu steigern, die Schlafphasen zu erfassen oder Ernährungsempfehlungen abzugeben.

Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

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Roy Salveter, Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

Doch alles in allem bleiben sie lediglich ein Hilfsmittel. Eines, das uns allerdings dabei unterstützen kann, unseren Körper besser kennenzulernen, gesund zu erhalten oder unsere Gesundheit zu verbessern. mHealth-Apps besitzen daher ohne Zweifel auch grosses Potenzial für die Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten, den sogenannten NCDs wie Krebs, Diabetes oder Erkrankungen des Bewegungsapparates – gerade für Menschen, die von diesen Krankheiten betroffen sind oder bei denen die Wahrscheinlichkeit gross ist, künftig an einer solchen zu erkranken. Die hohe Verfügbarkeit von Smartphones und die Vielzahl an kostenlosen Apps machen es somit möglich, dass immer mehr Menschen von immer mehr Möglichkeiten profitieren können, ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Für Präventionsfachleute kann es eine grosse Herausforderung sein, den Menschen den Nutzen von mehr Bewegung oder auch einer gesünderen Ernährung aufzuzeigen. Mit mHealth-Applikationen, die durch spielerische Elemente, eine hohe Anwenderfreundlichkeit und hohe Datensicherheit auffallen, könnte nun ein empfehlenswertes Mittel vorhanden sein, das die Motivation erhöht und den Schritt dahin, etwas für die eigene Gesundheit zu tun, erleichtert.

Um dies zu erreichen, sind die Kräfte aller gefragt: Es braucht Unternehmen und Forschende, die bedienerfreundliche Anwendungen mit hohen ethisch-moralischen Standards entwickeln und herstellen; es braucht die Ärzteschaft und weitere Gesundheitsberufe, die zusammen mit ihren Patientinnen und Patienten den Schritt unternehmen, geeignete digitale Anwen- dungen zu nutzen. Nur so ist es möglich, vom Potenzial, das mHealth verspricht, zu profitieren.

Roy Salveter
Leiter Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

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