30.06.2017 Eine Impfung schützt die Nächsten

Impfschutz. Sich gegen eine Infektionskrankheit impfen zu lassen, ist zunächst einmal eine persönliche Schutzmassnahmen. Impfungen haben jedoch noch zwei weitere Wirkungsbereiche: Mit einer Impfung schützt man auch seine Nächsten und man trägt zum Schutz der Gesamtbevölkerung bei.

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Neben dem eigenen Schutz ist eine Impfung auch wichtig, wenn es im nahen Umfeld Menschen gibt, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder deren Impfschutz (noch) ungenügend ist, etwa Säuglinge und Personen mit einer Immunschwäche. Und dann gibt es beim Impfen noch ein öffentliches Interesse: Herdenimmunität nennt man den Effekt, der auftritt, wenn eine Immunität innerhalb einer Population (der Herde) so gut ausgebildet ist, dass sich ein Krankheitserreger nicht mehr verbreiten kann und auch Nichtimmune geschützt sind. Im Endeffekt können gewisse Krankheiten durch Impfungen sogar ausgerottet werden. Impfen hat also auch mit dem Gemeinwohl zu tun.

Nachlassendes Bewusstsein für Ansteckungsgefahren

Weil in der Vergangenheit bedrohliche Krankheiten wie Pocken oder Kinderlähmung durch Impfung erfolgreich zurückgedrängt werden konnten, kennen viele Menschen deren Auswirkungen nicht mehr aus eigener Erfahrung. Die Angst vor seltenen Impfnebenwirkungen ist bisweilen grösser geworden als die Angst vor den Krankheiten, vor denen die Impfungen schützen. Aber auch heute können diverse Infektionskrankheiten, die durch eine Impfung vermeidbar wären, schwere Komplikationen verursachen.

Angehörige sensibilisieren – die Nächsten schützen

Bei der Promotion von Impfungen möchte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Bevölkerung vermehrt auch über ihre Rolle als Angehörige von Risikogruppen ansprechen. Zwei aktuelle Beispiele illustrieren, wie die Angehörigen ihre Nächsten durch eine Impfung schützen können:

_ Unter dem Motto «Meine Impfung. Dein Schutz.» werden seit 2016 junge Eltern angesprochen. Diese können noch nicht geimpfte Säuglinge mit Masern und Keuchhusten anstecken, wenn sie nicht gegen diese Krankheiten immunisiert sind. Sowohl Masern als auch Keuchhusten kann bei den Kleinsten gefährliche Komplikationen verursachen. Daher sollten enge Bezugspersonen des Kindes frühzeitig ihren Immunstatus überprüfen und bei Bedarf die entsprechenden Impfungen nachholen.

_ Für die Grippeprävention wird aktuell eine Broschüre erarbeitet, die sich gezielt an die Umgebung von Personen wendet, denen die Grippeimpfung empfohlen wird. Für viele Menschen in der Schweiz ist die Grippeimpfung kein Thema, da sie selbst kein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben. Aber viele unter ihnen pflegen einen engen Kontakt zu Eltern und/oder Grosseltern – und die über 65-Jährigen sind die grösste Bevölkerungsgruppe mit einem erhöhten Komplikationsrisiko bei einer Grippeerkrankung. Seniorinnen und Senioren können sich nur bedingt selbst vor einer Grippeinfektion schützen, denn das Immunsystem spricht im Alter oftmals weniger gut auf die Impfung an. Schwerwiegende Komplikationen einer Grippe können gerade sie dauerhaft in ihrer Autonomie und Mobilität einschränken. Durch die Impfung ihres Umfelds lässt sich dieses Risiko vermindern.

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Kontakt

Andrea Valero, Sektion Prävention und Promotion, andrea.valero@bag.admin.ch

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