06.06.2016 Ergebnisqualität konkret – Instrumente für die Suchthilfe

Ergebnisqualität / QuaTheDA. Mit QuaTheDA-E werden der Suchthilfe erstmals konkrete Angebote zur Förderung der Ergebnisqualität zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, in den Suchthilfeeinrichtungen Lernprozesse in der Erhebung von Ergebnisqualität zu ermöglichen sowie Diskussionen und den Erfahrungsaustausch untereinander zu fördern.

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TODO CHRISTIAN

«QuaTheDA» steht für Qualität Therapie Drogen Alkohol und bezeichnet die Qualitätsnorm, welche für die Suchthilfe entwickelt wurde. Seit vielen Jahren fördert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit dieser Qualitätsnorm die Struktur- und Prozessqualität in entsprechenden Einrichtungen. Mit QuaTheDA-E, der jüngsten Erweiterung von QuaTheDA, soll nun auch der Bereich der Ergebnisqualität abgedeckt werden.

Komplexe Zusammenhänge

Suchtkrankheiten haben immer eine medizinische, eine psychologische und eine soziale Dimension. Wegen dieser Komplexität ist es äusserst schwierig, einen direkten Zusammenhang zwischen Intervention und Ergebnis herzustellen. Bei der Entwicklung von QuaTheDA-E wurde denn auch bewusst darauf verzichtet, ein einheitliches Erhebungsinstrument zu erarbeiten. Nebst der Erhebung von Ergebnisqualität stehen vor allem das Ermöglichen von Lernprozessen und die Diskussion der Ergebnisse sowie das Voneinander-Lernen im Vordergrund.  

Drei Angebote

Mit QuaTheDA-E (E für Ergebnisqualität) werden von Infodrog (Schweizerische Koordinations- und Fachstelle Sucht) im Auftrag des BAG und in enger Zusammenarbeit mit ihm Angebote entwickelt, mit dem Ziel, die Erhebung der Ergebnisqualität in der Suchthilfe zu fördern. Insgesamt sollen den Suchthilfeeinrichtungen drei Angebote zur Verfügung gestellt werden:  

1. Instrumente: Zur Erhebung von Ergebnisqualität sind neu auf der Website www.quatheda.ch Beschreibungen von 8 Instrumenten in deutscher und 6 Instrumenten in französischer Sprache aufgeschaltet. Es wird erläutert, für welche Suchtbereiche, für welche Zielgruppen und für welche Zwecke das Instrument eingesetzt werden kann und was bei der Implementierung zu berücksichtigen ist. Die Beschreibungen wurden in Zusammenarbeit mit Institutionen erstellt, die diese Instrumente bereits einsetzen. Kommenden Herbst werden die Instrumente zudem an einer Informationsveranstaltung vorgestellt und diskutiert. Dort wird es auch Gelegenheit geben, Fragen zu den einzelnen Instrumenten zu stellen.  

2. Ergebnisindikatoren: Für jeden Suchtbereich sollen Ergebnisindikatoren festgelegt werden, die als Orientierungsrahmen für die Datenerhebung und Diskussion von Ergebnissen dienen. Für die Definition der Indikatoren wird die Fachwelt miteinbezogen. Entsprechende Workshops sind Planung. Interessierte Fachpersonen, die dabei mitwirken möchten, sind eingeladen sich zu melden.    

3. Dienstleistungsplattform: Zur Unterstützung der Suchthilfeinstitutionen bei der Implementierung der Ergebnisqualität und zur Förderung einer gemeinsamen Diskussion von Ergebnisqualität wird Infodrog eine Dienstleistungsplattform zur Verfügung stellen. Diese beinhaltet Informationen unter www.quatheda.ch und die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen unter Einbezug von Expertinnen und Experten.

Bewährtes wird fortgeführt

Mit QuaTheDA verfolgt das BAG das Ziel, in der Suchthilfe und Gesundheitsförderung ein einheitliches Qualitätsverständnis zu fördern und einen Beitrag zur Professionalisierung dieser Bereiche zu leisten. Suchthilfeeinrichtungen haben mit QuaTheDA ein Managementsystem, das ihnen erlaubt, die Qualität ihrer Prozesse, Strukturen und Ergebnisse stetig zu verbessern. Derzeit sind rund 100 Institutionen QuaTheDA-zertifiziert. Die Anforderungen der Norm sind im QuaTheDA-Referenzsystem definiert. Das modular aufgebaute Referenzsystem deckt sämtliche Tätigkeitsfelder der ambulanten und stationären Suchthilfe sowie der Prävention und Gesundheitsförderung ab. QuaTheDA-E basiert auf dieser Norm und entwickelt diese weiter.  

Unterstützend, nicht verpflichtend

Die Angebote zur Förderung der Ergebnisqualität richten sich primär an die Suchthilfeinstitutionen. Sie sind nicht verpflichtend und die Institutionen – unabhängig davon, ob sie nach QuaTheDA oder nach einem anderen Qualitätsmanagementsystem arbeiten – entscheiden selbst, welche der Angebote sie nutzen möchten. Für die Kantone bieten die Angebote ein einheitliches Verständnis der zentralen Aufgabenfelder und erwarteten Outcomes in der Suchthilfe und sie erlauben ihnen, in den Dienstleistungsvereinbarungen mit Suchthilfeinstitutionen entsprechende Anforderungen an ein Reporting zu formulieren.

Links

Kontakt

Regula Hälg, Infodrog, ; Thomas Siegrist, BAG, thomas.siegrist@bag.admin.ch

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