10.06.2016 Gemeinsam gegen Suizid

Suizidprävention. Unter Federführung des Bundesamts für Gesundheit erarbeiten Bund, Kantone und Gesundheitsförderung Schweiz einen «Aktionsplan Suizidprävention». Zurzeit werden die zahlreichen Rückmeldungen aus der Konsultation ausgewertet.

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TODO CHRISTIAN

2013 starben in der Schweiz 786 Männer und 284 Frauen durch Suizid (nicht-assistiert). Das sind zwei bis drei Suizide pro Tag – und z. B. viermal mehr als Todesfälle durch Strassenverkehrsunfälle. Zudem werden jährlich rund 10 000 Personen nach Suizidversuchen medizinisch behandelt. Die Hauptverantwortung für die Suizidprävention liegt in der Schweiz bei den Kantonen. Einige Kantone haben in den letzten Jahren in die Suizidprävention investiert und neue Aktivitäten aufgegleist.

Der politische Druck, in der Suizidprävention auf nationaler Ebene aktiv zu werden hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Durch die Annahme der Motion Ingold 11.3973 «Suizidprävention. Handlungsspielraum wirkungsvoller nutzen» hat das Parlament im Jahr 2014 den Bund beauftragt einen Aktionsplan zur Suizidprävention vorzulegen und umzusetzen.

Der «Aktionsplan Suizidprävention» verfolgt das Ziel, die Rate der nicht-assistierten Suizide in der Schweiz zu reduzieren. Dies bedarf wirksamer Interventionen, die einerseits auf die Allgemeinbevölkerung ausgerichtet sind, andererseits auf spezifische Bevölkerungsgruppen oder Individuen mit erhöhtem Suizidrisiko (z.B. psychisch Kranke, Menschen in akuten oder chronischen psychosozialen Krisen, Suchtkranke, Personen nach Suizidversuchen, Menschen in hohem Alter, Langzeitarbeitslose oder Personen mit einer IV-Rente). Suizidprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur den medizinischen Sektor betrifft.  

Ein partizipativer Prozess

Unter dem Dach des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik haben in der Folge das Bundesamt für Gesundheit BAG, die Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK und die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz den Bericht «Suizidprävention in der Schweiz. Ausgangslage, Handlungsbedarf und Aktionsplan» erarbeitet. In die Erarbeitung wurden rund 100 Expertinnen und Experten miteinbezogen. Der Berichtentwurf wurde zwischen dem 26. Februar und dem 20. Mai 2016 einem breiten Kreis zur Konsultation vorgelegt. Die Konsultation diente der inhaltlichen Konsolidierung, der Erfassung nationaler Beispiele guter Praxis in der Suizidprävention sowie der Klärung der Bereitschaft der verschiedenen Akteure zur Mitwirkung bei der Umsetzung.  

Es sind rund 130 Rückmeldungen mit wertvollen Überlegungen und Vorschlägen beim Bundesamt für Gesundheit eingetroffen. Wir möchten uns bei allen herzlich bedanken, die sich in den vergangenen Monaten mit viel Engagement für die Erarbeitung des Aktionsplans eingesetzt und sich für die Konsultation Zeit genommen haben.   

Der Aktionsplan wird nun überarbeitet und dem Bundesrat und dem Dialog Nationale Gesundheitspolitik voraussichtlich Ende 2016 zur Verabschiedung vorgelegt.

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Kontakt

Esther Walter, Sektion Nationale Gesundheitspolitik, esther.walter@bag.admin.ch

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