01.09.2014 Globale Überwachung der Entwicklung der HIV/Aids-Epidemie

UNGASS-Bericht. Für 2015 berufen die Vereinten Nationen eine internationale Konferenz ein, um die Fortschritte der Umsetzung der Millenniumsziele im Kampf gegen HIV/Aids zu überprüfen und zu entscheiden, was nach 2015 zu tun ist. In dem dafür etablierten Monitoringsystem werden auch die Resultate aus der Schweiz erfasst.

Bildstrecke Globale Überwachung der Entwicklung der HIV/Aids-Epidemie

TODO CHRISTIAN

2001 trafen sich in New York die Staats- und Regierungsvertreter für die Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGASS) zu HIV/Aids. Es ging um die Konkretisierung der Millennium Development Goals (MDGs) bezüglich HIV/Aids, die am Millenniumsgipfel im September 2000 in New York verabschiedet wurden. Der Deklaration von 2001 folgten zwei weitere in den Jahren 2006 und 2011. Diese ergänzten und aktualisierten die Ziele der ersten Deklaration, insbesondere sollte der allgemeine Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung, Betreuung und Unterstützung erheblich intensiviert werden.
Für 2015 berufen die Vereinten Nationen nun eine internationale Konferenz ein, um die Fortschritte der Umsetzung der MDG zu überprüfen und zu entscheiden, was nach 2015 zu tun ist. Zu diesem Zweck wurde ein Monitoringprozess implementiert. In Bezug auf die Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten (MDG-6) wurde dieser Prozess der Organisation UNAIDS anvertraut, die nun alle zwei Jahre länderweise eine Reihe von Daten erhebt und auswertet, um einen globalen Bericht über den Stand des Kampfes gegen HIV/Aids zu verfassen (s. Link).

Anpassung an die europäische Situation
Seit Beginn dieses Prozesses war jedoch klar, dass die für eine Region relevanten Indikatoren nicht unbedingt für die anderen gelten. Deshalb wurde nach der Erklärung von Dublin 2004 das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), eine Institution der Europäischen Union mit Sitz in Stockholm, mit der Durchführung eines regionalen europäischen Monitoringprozesses für alle Staaten in der Europa-Region der WHO betraut.

Die Elemente des Monitorings
Dieser doppelte Monitoringprozess umfasst sowohl quantitative Elemente mit einer Reihe von Indikatoren, wie auch qualitative Elemente mit Fragebogen, die einerseits an die Staaten und andererseits an Vertretungen der jeweiligen Zivilgesellschaft geschickt werden. Ergänzt wird das Monitoring durch einen Bericht, der den Staaten die Möglichkeit gibt, einzelne Elemente herauszuheben, die nicht unbedingt in die Fragebögen passen. Das sind insbesondere Beispiele für «best Practices» im Bereich der Prävention. UNAIDS und das ECDC haben erhebliche Anstrengungen unternommen, um eine optimale Koordination der Indikatoren von UNGASS und von Dublin zu gewährleisten und um Doppelspurigkeiten zu vermeiden.

Die im Jahr 2012 gesammelten Ergebnisse publizierte das ECDC in einer Reihe von thematischen Berichten, zum Beispiel über die besondere Situation von Männern, die Sex mit Männern haben, von intravenös Drogenkonsumierenden, von Migrantinnen und Migranten, von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern, von Strafgefangenen, etc. Diese Berichte werden begleitet von kurz zusammengefassten «evidence brief» und sind online verfügbar (siehe Link unten).

Der Beitrag der Schweiz
Die Schweiz beteiligt sich seit Beginn an diesem Monitoringsystem. Die aufeinander folgenden Berichte, ergeben einen guten Überblick über die Entwicklung der Situation der Aidsepidemie in unserem Land, sowie der Schweizer Reaktionen darauf. Sie streichen die «best Practices» und die erfolgreichsten Erfahrungen auf dem Gebiet der Prävention heraus, mit einem Fokus auf die innovativsten Projekte, aber beschreiben auch die Herausforderungen, denen wir in der Schweiz noch gegenüberstehen. Diese Berichte sind ebenfalls online verfügbar (siehe Link unten).

Links

Kontakt

Luciano Ruggia, Sektion Prävention und Promotion, luciano.ruggia@bag.admin.ch

Nach oben