01.09.2014 Grippe: erhöhtes Risiko bei über 65-Jährigen

Grippeimpfung. Die Grippe kann insbesondere bei Menschen mit erhöhten Komplikationsrisiken schwerwiegende Folgen haben. Davon betroffen sind auch Personen ab 65 Jahren. Von den bis zu 1500 jährlichen grippebedingten Todesfällen in der Schweiz entfallen 90% auf ältere Menschen. Eine jährliche Grippeimpfung von Seniorinnen und Senioren und ihres nahen Umfelds bietet Schutz.

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Insgesamt suchen in der Schweiz jährlich 100 000 bis 250 000 Personen wegen grippeähnlicher Symptome eine Ärztin oder einen Arzt auf. Rund 10% dieser Patientinnen und Patienten sind 60-jährig oder älter. Bei etwa 5% der erfassten Personen wird eine Lungenentzündung diagnostiziert. Bei älteren Menschen macht dieser Anteil knapp 16% aus. Jedes Jahr werden 1000 bis 5000 Menschen aufgrund einer Grippeerkrankung oder deren Folgen ins Spital eingewiesen. Auch hier ist der Anteil der älteren Generation überproportional hoch. Bis zu 1500 Personen sterben jedes Jahr an der Grippe. Seniorinnen und Senioren machen 90% dieser Todesfälle aus. Oft geht zudem vergessen, dass eine Grippeerkrankung zwar auch im höheren Lebensalter überwunden wird, aber zum Verlust der Selbstständigkeit führen kann.

Grippe oder Erkältung?
Die Grippe – im Fachjargon «Influenza» genannt – zeichnet sich meist durch den abrupten Ausbruch von Symptomen wie Fieber, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schwäche und trockenen Husten aus. Gerade bei älteren Menschen tritt das Fieber bei einer Influenzaerkrankung manchmal aber nur schwach oder gar nicht auf, was es erschweren kann, die Krankheit zu erkennen.
Ähnlich sehen die Symptome einer durch andere Viren verursachten Erkältung aus. Wie unterscheidet man also eine «echte» Grippe von einer Erkältung? Dies ist nur mit labordiagnostischen Methoden möglich. Die klinische Diagnose ist selbst für den Arzt oder die Ärztin nicht immer eindeutig.  

Gesunder Lebensstil ist gut, Impfung ist besser
Eine ausgewogene Ernährung, regelmäs­sige Bewegung, gute Hygiene und genügend Schlaf tragen in jedem Alter zur Erhaltung der Gesundheit bei und unterstützen das Immunsystem bei der Abwehr von Infekten und anderen Krankheiten. Als alleiniger Schutz vor einer Grippeerkrankung reichen diese Massnahmen jedoch nicht aus. Auch kann die Übertragung von Grippeviren auf andere Personen, insbesondere auf Personen mit erhöhten Komplikationsrisiken, so nicht verhindert werden. Nur eine rechtzeitige Grippeimpfung im Herbst kann das Risiko einer Grippeerkrankung und deren Komplikationen vermindern. Da sich das Virus oft von Jahr zu Jahr verändert, kann man nicht auf eine Immunität durch eine frühere Impfung oder eine durchgemachte Grippeerkrankung zählen. Die Grippeimpfung macht für alle Personen Sinn, die ihr Risiko für eine Grippeerkrankung aus privaten und/oder beruflichen Gründen – z. B. Fachpersonen im Gesundheitswesen – vermindern möchten. Wer nicht sicher ist, ob eine Impfung sinnvoll wäre, kann die eigene Situation mit dem Grippeimpfcheck auf www.impfengegengrippe.ch überprüfen oder sich an einen Arzt oder eine Apotheke wenden.

Ziel: 75% Durchimpfungsrate
Das Hauptziel der jährlichen Grippe­impfung besteht im Schutz der Menschen mit erhöhten Komplikationsrisiken. Ein solcher Schutz ist dann gewährleistet, wenn sowohl die Risikogruppen wie auch deren nahe Kontaktpersonen (Familienangehörige und Pflegepersonal als Beispiele), die Grippeviren übertragen können, geimpft sind. Da die Impfung bei jüngeren Menschen deutlich besser wirkt als bei älteren, ist es für Letztere besonders wichtig, dass ihr Umfeld durch eine Impfung geschützt ist. Die von der WHO empfohlene und vom Bundesamt für Gesundheit angestrebte Durchimpfungsrate bei den Risikopersonen liegt bei 75%. Ein Ziel, das noch lange nicht erreicht ist: Gemäss einer Studie der Universität Zürich liessen sich in der Grippesaison 2011/12 erst 42% der besonders gefährdeten Personen impfen.

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Kontakt

Nadine Eckert, Sektion Impfprogramme und Bekämpfungsmassnahmen,
nadine.eckert@bag.admin.ch

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