09.05.2016 Grippesymptome nach ungeschütztem Sex? Sofort zum Arzt!

«LOVE LIFE»-Kampagne 2016. Viele Menschen mit einer HIV-Infektion leiden in den ersten Wochen nach ihrer Ansteckung an Fieber, Abgeschlagenheit, Nachtschweiss, geschwollenen Lymphknoten, Halsschmerzen oder Hautausschlag. Deshalb gilt: Wenn nach ungeschütztem Sex mit einer Person mit unbekanntem HIV-Status grippeähnliche Symptome auftreten, sollte man diese umgehend abklären lassen. Das ist die Hauptbotschaft der «LOVE LIFE»-Kampagnenwelle, die Anfang Mai gestartet ist.

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Die aktuelle Kampagnenwelle knüpft an die Kampagne von Herbst 2015 an. TV-Spots, Online-Banner sowie Kurzspots auf E-Boards an grossen Bahnhöfen und an den Gepäckausgaben der Flughäfen Zürich und Genf bringen die Hauptbotschaft auf den Punkt: Wer nach ungeschütztem Sex an grippeähnlichen Symptome leidet, sollte sofort zum Arzt gehen. Mit den E-Boards an den Flughäfen soll die wichtige Zielgruppe der Auslandreisenden für dieses Thema sensibilisiert werden; viele Infektionen passieren im Ausland, die Mehrzahl der dort Infizierten sind Männer. Haben diese Männer eine feste Partnerin, besteht auch für sie eine Ansteckungsgefahr.

Erklärfilm zur Primoinfektion

Neben den bestehenden Massnahmen wird auch ein neues Element lanciert: der Erklärfilm zur HIV-Primoinfektion auf der Website www.lovelife.ch. Unter Primoinfektion versteht man die ersten Tage bis Wochen nach einer HIV-Infektion. In dieser Zeit sind die Viruslast und die Infektiosität der Betroffenen um ein Vielfaches höher als im weiteren Verlauf der Infektion. Das liegt daran, dass sich die HI-Viren zu Beginn einer Infektion ungehindert ausbreiten können, da das Immunsystem noch keine Antikörper gebildet hat. Wenn Neuinfizierte, die noch nichts von ihrer Infektion wissen, in dieser Zeit ungeschützten Sex haben, sind ihre Sexualpartner in besonders hohem Masse gefährdet. Grippesymptome können für Neuinfizierte ein Warnsignal sein – sie sollten  deshalb unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Ärzte, Apotheker und Drogisten einbeziehen

Die Kampagne wendet sich nicht nur an die Bevölkerung, sondern auch an alle Fachpersonen, die bei Grippesymptomen als erste konsultiert werden. Nebst Ärztinnen und Ärzten sind dies Apothekerinnen und Apotheker sowie Drogistinnen und Drogisten. Ihnen kommt die wichtige Rolle zu, bei Grippesymptomen allenfalls auf eine mögliche Primoinfektion hinzuweisen und gegebenenfalls einen HIV-Test resp. einen Arztbesuch für weitere Abklärungen zu empfehlen. Fällt der Test positiv aus, kann eine Soforttherapie unter Umständen dazu beitragen, dass die HIV-Infektion weniger Schaden anrichtet und langfristig vom Immunsystem besser kontrolliert werden kann. Um Klientinnen und Klienten in Beratungs- und Geschäftsstellen sowie Patientinnen und Patienten in der Arztpraxis auf die Thematik der Primoinfektion zu sensibilisieren, stehen Poster und Zeitschriftenaufkleber zur Verfügung. Für Ärztinnen und Ärzte stehen ein Faktenblatt zur Primoinfektion und ein kurzer Gesprächsleitfaden zur Verfügung.    

Dritte Safer-Sex-Regel mit Zusatz

Die dritte Safer-Sex-Regel für HIV wurde der Kampagne entsprechend erweitert und lautet neu: «3. Umgehend zum Arzt bei Jucken, Ausfluss oder Schmerzen im Genitalbereich sowie bei Grippesymptomen nach ungeschütztem Sex.» Die ersten beiden Regeln lauten:

1. Eindringen immer mit Gummi: bei eindringendem Geschlechtsverkehr (vaginal oder anal) Kondome benutzen.

2. Sperma und Blut nicht in den Mund, das heisst, beim Oralverkehr kein Sperma oder Menstruationsblut in den Mund nehmen.

Kontakt

Norina Schwendener, Sektion Kampagnen, norina.schwender@bag.admin.ch  

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