18.11.2015 Grünes Licht für Strategie gegen Antibiotikaresistenzen

5 Fragen an Karin Wäfler, Projektleiterin Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR). Der Bundesrat hat heute die nationale Strategie gegen Antibiotikaresistenzen, kurz StAR, genehmigt und die zuständigen Departemente mit der Umsetzung beauftragt. Zwei Jahre lang hat ein Projektteam aus Expertinnen und Experten der Bundesämter für Gesundheit (BAG), Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Landwirtschaft (BLW) und Umwelt (BAFU) an der Strategie gearbeitet, zusammen mit den Kantonen und immer wieder auch mit Vertretern aus Landwirtschaft, Medizin, Lebensmittelindustrie und Wissenschaft. Mit dem Entscheid des Bundesrates beginnt nun also die nächste Phase, jene der Umsetzung.

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TODO CHRISTIAN

Die Zunahme der Antibiotikaresistenzen ist für die öffentliche Gesundheit bedrohlich. Was erhoffen Sie sich von StAR?

Ziel der Strategie ist es, die Wirkung der Antibiotika für Mensch und Tier langfristig sicherzustellen. Erreichen wollen wir dies mit 35 Massnahmen in acht Handlungsfeldern. Die Massnahmen sind bereichsübergreifend und betreffen Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt gleichermassen.  

An der Entstehung der Strategie waren vier Bundesämter aus zwei Departementen beteiligt. Wie haben Sie sich organisiert?

Ein Projektkernteam mit Mitgliedern aus den vier Bundesämtern hat sich in den letzten zwei Jahren regelmässig getroffen und konstruktiv zusammengearbeitet. Das hat vernetzte Denk- und dann Lösungsansätze möglich gemacht. Die Federführung für Projektorganisation lag beim BAG, das auch die Umsetzung federführend begleiten wird.  

Nebst den Bundesämtern haben viele weitere betroffene Akteure an StAR mitgearbeitet, was bei den Lösungen Kompromisse erforderte. Wo sind sie zu finden?

Das Problem der Antibiotikaresistenzen ist von allen Beteiligten anerkannt. Mit der Strategie haben sich Bund, Kantone und die übrigen Akteure auf ein gemeinsames Ziel geeinigt und den gemeinsamen Weg vorgegeben. Die Anhörung hat anschliessend bestätigt, dass StAR mehrheitlich unterstützt wird – was nur mit ausgewogenen Vorschlägen möglich war, die unterschiedliche Sichtweisen würdigen. Aber es ist auch klar, dass es während der Umsetzung, wenn die Dinge konkret werden, zu einzelnen Massnahmen Diskussion geben kann.  

Die Strategie hat auch BAG-intern viele Schnittstellen mit anderen Projekten, etwa mit der Strategie NOSO zu Spital- und Pflegeheiminfektionen oder mit der Qualitätsstrategie. Wie erfolgt die Koordination?

Indem die Projektleitenden der Umsetzungsprozesse in den jeweils anderen Projektteams Einsitz nehmen werden.  

Wie geht es konkret weiter? Was sind die nächsten Schritte?

Bereits jetzt wird in den einzelnen Bereichen und Bundesämtern die Umsetzung geplant und vorbereitet. Zusammen mit den Akteuren legen wir die Schwerpunkte fest. Die Koordination der verschiedenen Arbeitsschritte übernimmt die Gesamtprojektleitung, die bei der Abteilung MT im BAG angesiedelt ist. So besteht Gewähr, dass der sogenannte One-Health-Ansatz bei der Umsetzung auch wirklich gelebt wird.  

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Kontakt

Karin Wäfler, Projektleiterin StAR, karin.waefler@bag.admin.ch      

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