10.04.2019 Hepatitis C bei Drogenkonsumierenden: neue Richtlinien

Öffentliche Gesundheit. Wer Drogenkonsumierende behandelt oder betreut, kann ab sofort auf Richtlinien zu Hepatitis C zurückgreifen. Für verschiedene Settings stellt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausserdem Factsheets bereit.

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Hepatitis C gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei Drogenkonsumierenden*. So wird beispielsweise in Einrichtungen der niederschwelligen Suchthilfe der Anteil an chronisch Infizierten auf 30 Prozent geschätzt. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, um betroffene Zielgruppen für Prävention, Testung und Behandlung zu sensibilisieren. Aktuelle Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass ein Viertel bis die Hälfte der Betroffenen, die sich in opioidgestützter Behandlung befinden, bisher nicht getestet wurde. Und viele mit diagnostizierter chronischer Hepatitis-C-Infektion sind unbehandelt.

Das BAG hat sich im Rahmen der Nationalen Strategie Sucht dazu entschieden, die Situation zu verbessern. Unter anderem wurden Richtlinien zu Hepatitis C bei Drogenkonsumierenden erarbeitet. Aufgrund des erhöhten Risikos für eine Übertragung von Hepatitis-B- und HI-Viren werden diese Infektionen in den Richtlinien ebenfalls thematisiert.

Wer hat die Richtlinien entwickelt?
Die Richtlinien wurden vom BAG in enger Zusammenarbeit mit Infodrog sowie Expertinnen und Experten aus dem Suchtbereich erarbeitet. Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen hatten zudem während der Erarbeitung die Möglichkeit, Anpassungsvorschläge einzubringen. Die Richtlinien sind breit abgestützt und werden von den für die Thematik entscheidenden Gremien und Fachgesellschaften unterstützt.

An wen richten sich die Richtlinien?
Das Dokument richtet sich an sämtliche Suchtfachleute und medizinische Fachleute, die Drogenkonsumierende behandeln und betreuen. Sie sollen dabei unterstützt werden, Minimalstandards zur Vorbeugung und Bekämpfung von Hepatitis C in der Praxis zu etablieren. Um die Umsetzung in sämtlichen Betreuungs- und Behandlungssettings zu erleichtern, wurden zusätzlich Factsheets erarbeitet. Sie sollen den Fachleuten als kompakte und praxisorientierte Instrumente im jeweiligen Setting dienen.

Verfügbarkeit der Richtlinien
Die Richtlinien stehen als PDF auf Deutsch, Französisch und Italienisch zur Verfügung:

•    BAG
•    Infodrog


*Bezieht sich auf Drogenkonsumierende mit potentiellem Expositions- und Übertragungsrisiko für eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus, d. h. auf intravenösem, inhalativem oder nasalem Weg.

Kontakt

Julia BergerAbteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten,
Sektion Prävention in der Gesundheitsversorgung
 

Christian SchättiAbteilung Übertragbare Krankheiten,
Sektion Impfempfehlungen und Bekämpfungsmassnahmen

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