01.11.2013 Impfen gegen Grippe

Grippeprävention. Vor der kalten Jahreszeit ist es wieder Zeit für die Grippeimpfung. Mit verschiedenen Massnahmen sollen Personen im direkten Umfeld der Risikogruppen wie auch die Risikogruppen selbst aufgefordert werden, sich mit einer Impfung zu schützen. Kernzielgruppe der Massnahmen sind Gesundheitsfachleute.

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In der Schweiz konsultieren pro Grippesaison zwischen 100 000 und 300 000 Patienten wegen grippeähnlicher Symptome einen Hausarzt. 1000 bis 5000 Grippepatienten müssen jährlich hospitalisiert werden. Grippebedingte Komplikationen, zum Beispiel eine Lungenentzündung, treten vor allem bei den Risikogruppen auf: Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangeren, und Frühgeborenen sowie älteren Menschen ab 65 Jahren. Pro Grippesaison sterben in der Schweiz bis zu 1500 Personen infolge einer Grippe, etwa 90% dieser Todesfälle betreffen ältere Menschen. Die jährlich durch die Grippe verursachten Kosten für das Schweizer Gesundheitssystem belaufen sich nach wissenschaftlichen Modellrechnungen auf etwa 100 Millionen Franken. Die einfachste und wirkungsvollste Präventionsmassnahme ist die Grippeimpfung im Herbst. Sie bietet einen besseren Schutz vor einer Grippeerkrankung als blosse Hygienemassnahmen und verursacht äusserst selten schwere Nebenwirkungen. Mit einem Massnahmenpaket wird die Schweizer Bevölkerung jeden Herbst über die Grippe informiert und Risikogruppen werden zur Impfung aufgerufen. Auf der Website www.impfengegengrippe.ch finden Fachleute und die Bevölkerung alle nötigen Informationen zur Grippe und zur Impfung.

Kernzielgruppe Gesundheitsfachleute
Die Kernzielgruppe der Massnahmen ist das Medizinal- und Pflegepersonal. Zu dieser Gruppe zählen insbesondere Pflegefachleute in Spitälern, Heimen und anderen Gesundheitsorganisationen sowie Hebammen und Praxisassistentinnen und -assistenten, aber auch Therapeutinnen und Therapeuten, technische Dienstleister und externes Personal von Gesundheitsinstitutionen. Indem sich diese Personen vor der Grippe schützen, tragen sie zum wichtigsten Ziel bei: dem Schutz der Risikogruppen. Gesundheitsfachpersonen bilden die zahlenmässig grösste Berufsgruppe, die im direkten Kontakt zu diesen besonders gefährdeten Menschen steht. Aufgrund ihres unmittelbaren physischen Kontakts spielen sie eine grosse Rolle bei der Übertragung von Influenzaviren auf Patienten und Bewohner von Langzeiteinrichtungen. Ausserdem ist bei dieser Berufsgruppe das Risiko deutlich erhöht, selbst mit Grippe infiziert zu werden.

Tiefe Impfquoten beim Pflegepersonal
Aus lokalen Fallberichten und spitalinternen Studien der letzten zehn Jahre lässt sich ableiten, dass sich die Impfrate des Pflegepersonals in Schweizer Spitälern aktuell auf einem tiefen Niveau befindet. Bei der Spitalärzteschaft liegt die Impfrate deutlich höher, wobei je nach Fachrichtung grosse Unterschiede bestehen. Beispielsweise ist die Impfrate bei Chirurgen niedriger als bei Ärzten der Inneren Medizin oder der Pädiatrie. Es bestehen wesentliche regionale Unterschiede. Generell ist die Impfrate in der Westschweiz und im Tessin höher als in der Deutschschweiz.

Neue Angebote für Gesundheitsfachleute
Für die Gesundheitsfachleute sind dieses Jahr eine Reihe neuer Massnahmen eingeführt worden. Dazu gehören zum Beispiel Poster für Spitäler und Heime und ein Grippe-Impf-Check in Papierform. Geplant sind ausserdem ein Lehrfilm für Gesundheitseinrichtungen sowie Artikel im Zusammenhang mit der Grippe, die die Institutionen und Fachmedien für ihre internen Publikationen nutzen können.

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Kontakt

Sarah Tran, Sektion Kampagnen, sarah.tran@bag.admin.ch

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