01.01.2013 Interkulturelles Übersetzen zeigt Wirkung

Interkulturelles Übersetzen. Eine Studie gibt Auskunft über Einsatz und Wirkung des interkulturellen Übersetzens in Schweizer Spitälern und Kliniken.

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Die Studie des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) ist im Rahmen des Nationalen Programms Migration und Gesundheit entstanden und attestiert dem interkulturellen Übersetzen nachweisbare Erfolge. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Einsatz von Dolmetschenden positiv auf den Genesungsprozess, den längerfristigen Gesundheitszustand und das Vorsorgeverhalten von Migrantinnen und Migranten auswirkt. Damit bestätigt diese Studie die Erkenntnisse der Vorstudie «Kosten und Nutzen des interkulturellen Übersetzens im Gesundheitswesen»: Der Einsatz von interkulturell Übersetzenden löst kurzfristig zwar zusätzliche Kosten aus, langfristig kann jedoch mit Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft gerechnet werden.

Zunehmende Professionalisierung
Schätzungsweise 50 % aller Dolmetsch­einsätze werden immer noch von internen Spitalmitarbeitenden mit Fremdsprachenkenntnissen und nicht über die vom Bundesamt für Migration subventionierten Vermittlungsstellen abgewickelt. Insgesamt hat aber eine deutliche Verschiebung von spitalinternen Dolmetschenden hin zu externen interkulturell Übersetzenden und damit eine Professionalisierung des Dolmet­schens in Spitälern stattgefunden: In der Schweiz haben die von den Vermittlungsstellen organisierten Einsätze von Übersetzenden im Gesundheitsbereich zwischen 2006 und 2010 um 47 % zugenommen, und zwar von 49 037 auf 72 044 Einsatzstunden pro Jahr. Gut ein Drittel dieser Einsätze erfolgte in der Psychiatrie und je ein Fünftel in den Bereichen Gynäkologie & Geburt und Kinder & Jugendliche. Die übrigen Einsätze erfolgten in verschiedenen somatischen Abteilungen. Je schlechter der Gesundheitszustand und die Gesundheitskompetenz von fremdsprachigen Patientinnen und Patienten, desto eher wird interkulturelles Übersetzen in Anspruch genommen. Ob externe Dolmetschende oder spitalinterne Mitarbeitende zum Übersetzen eingesetzt werden, hängt stark von der Sprache der Patienten ab bzw. davon, ob Spitalmitarbeitende mit Kenntnissen der entsprechenden Sprache verfügbar sind.

Download der Studie «Einsatz und Wirkung von interkulturellem Übersetzen in Spitälern und Kliniken» auf http://www.bag.admin.ch/themen/gesundheitspolitik/07685/12532/13988/13990/index.html

Kontakt

Michèle Baehler, Nationales Programm Migration und Gesundheit, michele.baehler@bag.admin.ch

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