01.11.2013 Jeder zwölfte Todesfall ist alkoholbedingt

Alkoholmissbrauch. Jeder zwölfte Todesfall in der Schweiz ist auf Alkoholkonsum zurückzuführen. 2011 waren dies rund 1600 Tote im Alter von 15 bis 74 Jahren. Drei von fünf dieser Todesfälle sind bedingt durch chronisch starken Alkoholkonsum. Alkoholmissbrauch ist zudem ein wesentlicher Risikofaktor bei der Entstehung von nichtübertragbaren Krankheiten.

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Zu diesen Schlüssen kommt die Studie «Alcohol-attributable mortality in Switzerland between 1997 and 2011», die im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) von Sucht Schweiz durchgeführt wurde.
Krebserkrankungen, Unfälle und Verletzungen sowie Krankheiten des Verdauungssystems machen den Grossteil der 1600 alkoholbedingten Todesfälle aus. Einige dieser Krankheiten sind eine direkte Folge des Alkoholkonsums, so beispielsweise alkoholische Leberzirrhose und psychische Störungen. Bei anderen Krankheiten ist der Alkohol einer von vielen Verursachern für Erkrankungen. Zu diesen zählen vor allem chronische Krankheiten wie Krebs oder Bluthochdruck. Bei den Unfällen und Verletzungen lässt sich unterscheiden zwischen unbeabsichtigten Verletzungen wie Verkehrsunfällen oder Stürzen und Suiziden.
Die Ursachen der alkoholbedingten Tode verändern sich über die Altersgruppen hinweg. Bei jungen Erwachsenen sind es primär Unfälle und Verletzungen. In der Altersgruppe ab 45 Jahren treten vermehrt Krankheiten des Verdauungssystems – primär alkoholische Leberzirrhose – und psychische Störungen auf. Bei den über 55-Jährigen sind Krebserkrankungen eine der häufigsten Todesursachen.

Alle Missbrauchsarten sind gefährlich
Drei von fünf alkoholbedingten Toden sind auf chronischen Risikokonsum zurückzuführen. Diese Art des Alkoholmissbrauchs nimmt mit steigendem Alter zu. Zwei von fünf alkoholbedingten Todesfällen sind auf massvolles Trinkverhalten oder Rauschtrinken zurückzuführen. Der relative Anteil der alkoholbedingten Todesfälle an allen Todesfällen ist bei den jungen Menschen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren mit einem Anteil von fast einem Viertel bei Männern am grössten. Bei diesen durch Alkoholkonsum verursachten Todesfällen spielt vor allem das Rauschtrinken eine wichtige Rolle. Rund 25 Prozent der Männer und Frauen dieser Altersgruppe trinken sich mindestens einmal im Monat in den Rausch – mit den entsprechenden Folgen für die Unfall- und Verletzungsgefahr.

Alkoholtode bei Frauen: Tendenz steigend
Mit 1181 Männer sind im Vergleich zu 419 Frauen knapp dreimal mehr Männer von alkoholbedingten Todesfällen betroffen. Bei den Männern ist seit 1997 der Anteil der alkoholbedingten Todesfälle annähernd konstant geblieben, wobei sowohl die Gesamttodesfallzahl wie auch die Anzahl alkoholbedingter Todesfälle in den letzten Jahren leicht abgenommen haben. Doch auch der leicht sinkende Trend bei Männern kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Todesfallzahlen aufgrund von Alkoholkonsum nach wie vor hoch sind. Die Gesamttodesfallzahl hat auch bei den Frauen abgenommen, hingegen ist die Anzahl alkoholbedingter Todesfälle gestiegen, sodass der Anteil der durch Alkohol verursachten Tode bei Frauen in den letzten 15 Jahren zugenommen hat. Alkohol führt also dazu, dass der generelle Trend der steigenden Lebenserwartung bei Frauen geschmälert wird.

Alkohol ist ein Risikofaktor für Verletzungen, Unfälle und nicht übertragbare Krankheiten; die Prävention von Alkoholmissbrauch bleibt daher eine wichtige Aufgabe zum Schutz der Gesundheit.

Kontakt

Barbara Kull, Sektion Alkohol, barbara.kull@bag.admin.ch

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