01.07.2012 «Break the Chain 2012»: ein Monat für die Schubumkehr

Sexuelle Gesundheit. Im Rahmen des Urgent Action Plan MSM (Männer die Sex mit Männern haben) des Bundesamts für Gesundheit wurde vom 1. bis 30. April das Projekt «Break the Chain 2012» durchgeführt.

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Diese Kampagne, beschrieben in der Broschüre «Sex unter Männern: für eine bessere sexuelle Gesundheit 2012», wurde von den Checkpoint-Zentren Zürich und Genf durchgeführt und zielte darauf ab, die Viruslast der Gemeinschaft deutlich zu reduzieren, indem die Kette von Primo-Infektionen mit HIV unterbrochen wurde. Mit anderen Worten sollte die Gay- und MSM-Szene durch die Kampagne «Break the Chain 2012» sicherer werden, indem die Zahl der nicht diagnostizierten hochansteckenden Männer in der Phase der primären Infektion auf ein Minimum reduziert wurde. Das Risiko einer Übertragung während der ersten Phase der HIV-Infektion ist 20- bis 100-mal höher als in der asymptomatischen Phase. Dies bedeutet, dass das Übertragungsgesamtpotenzial einer stark von HIV betroffenen Gemeinschaft geringer ist, wenn die Mehrheit der nicht diagnostizierten Infektionen in der asymptomatischen Phase ist.

Ein Monat ohne Infektion, um die Kette zu unterbrechen
Im Monat April waren alle Homosexuellen und andere MSM aufgerufen, alle weiteren Infektionen in ihrer Gemeinschaft zu vermeiden, indem sie sich aktiv an der Kampagne «Break the Chain» beteiligten. Jeder einzelne konnte seinen Beitrag nach seinen Ressourcen und seinen spezifischen Bedürfnissen auswählen, beispielsweise die konsequente Anwendung eines Kondoms bei Analverkehr, ausschliesslichen Oralsex oder bewusste Kontrolle des Alkohol- oder Drogenkonsums, um nicht unter deren Einfluss ein Risikoverhalten einzugehen. Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ein App auf ihr Smartphone herunterzuladen. Während der gesamten Dauer der Kampagne wurden ermutigende Nachrichten an ihr Handy gesendet. Von homosexuellen Händlern wurden Gutscheine angeboten, um den Teilnehmern zu gratulieren und sie für ihr Engagement zu belohnen. Wer kein Smartphone besitzt, konnte über die Webseite www.breakthechain.ch teilnehmen.
Ein Monat ist jedoch nicht genug, um alle neueren Infektionen in der kritischen Phase der primären Infektion aufzuspüren. Andererseits geben die HIV- Schnelltests der 4. Generation eine Infektion bereits zwei Wochen nach einem Risikokontakt an. Die Wahrscheinlichkeit, eine HIV-Infektion zu entdecken, ist also wesentlich höher nach einem Monat. MSM, welche Analverkehr ohne Kondome wünschen, wurden eingeladen, sich vorher – und zusammen mit ihren (festen oder wechselnden) Partnern – an eine Beratungsstelle zu wenden, um dort beraten und getestet zu werden.

Die Aktion jährlich wiederholen
Die «Break the Chain 2012»-Kampagne endete mit der Ankündigung der nächsten Ausgabe im Jahr 2013. Laut den Berechnungen eines mathematischen Modells der HIV-Epidemie unter MSM in der Schweiz muss die Kampagne einmal im Jahr wiederholt werden, um einen messbaren Einfluss auf die HIV-Epidemie zu erzielen. Die jährliche Wiederholung dieser Aktion ermöglicht es auch, die Zahl der nicht diagnostizierten Primo-Infektionen möglichst tief zu halten. «Break the Chain 2012» wird vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne evaluiert – die Resultate sollen im kommenden Winter veröffentlicht werden.

Kontakt

Steven Derendinger, Sektion Prävention und Promotion, steven.derendinger@bag.admin.ch

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