16.12.2019 «Gesund altern»: ein Jahresrückblick

Interview. Das Schwerpunktjahr «gesund altern» neigt sich dem Ende zu. David Hess-Klein, Fachverantwortlicher Alter NCD, blickt im Interview zurück. Und wirft einen Blick nach vorne.

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TODO CHRISTIAN

Was hat das BAG im Schwerpunktjahr «gesund altern» gemacht? 

David Hess-Klein: Wir wollten die Fachwelt für ein gesundes Altern sensibilisieren und den Erfahrungsaustausch fördern. Deshalb führten wir im Mai eine Stakeholder-Konferenz durch, organisierten verschiedene kantonale Austauschplattformen zum Thema Alter und erstellten eine Themenbroschüre. Auch in der Forschung, in unseren Newslettern oder in einer Spezial-Ausgabe unseres Fachjournals Spectra fokussierten wir auf «gesund altern». 

Was waren konkrete Themen?

Das Schwerpunktjahr hat uns ermöglicht, auch bereits laufende Projekte zu betonen, z.B. im Bereich Demenz, psychische Gesundheit im Alter, pflegende Angehörige, Sucht im Alter oder Prävention in der Gesundheitsversorgung. Auch unsere Strategie-Partner waren sehr aktiv: So publizierte das BLV beispielsweise Empfehlungen zur Ernährung im Alter und Gesundheitsförderung Schweiz unterstützte kantonale Aktivitäten in den Bereichen Bewegung, Ernährung oder psychische Gesundheit. 

Was war für Sie das Highlight im Schwerpunktjahr?

Das war unser Stakeholder-Anlass zum Thema «gesundes Altern». Mich persönlich hat insbesondere der Keynote-Beitrag von Prof. Andreas Kruse berührt. Der Gerontologe und Universalgelehrte der Uni Heidelberg hat uns mit unglaublicher Leidenschaft die Zusammenhänge von Altersbildern und Gesundheit vermittelt. Der Vortrag war wohl nicht nur für mich eine Inspiration.

Wo sehen Sie in Ihrer Arbeit Potential?

Mit dem Fokus Alter haben wir mit unseren Partnern viel in Bewegung gesetzt und die Kommunikation zwischen den Akteuren angeregt. Bevor wir gesundheitsfördernde Angebote für ältere Menschen entwickeln, müssen wir die Bedürfnisse der Zielgruppe klären. Nur so sind die Massnahmen erfolgreich. Auf Ebene der Gemeinden ist die Partizipation der «Betroffenen» in vielen Fällen sichergestellt. Trotzdem müssen wir immer wieder fragen: Ist das, was wir machen, auch zielführend? Erreichen wir damit die Zielgruppe?

Was ist für Sie die wichtigste Botschaft aus dem Schwerpunktjahr?

Wir sollten jegliche Altersstereotypen vermeiden – im Alltag wie auch bei unserer Arbeit. Ein differenzierter Blick auf das Alter und das Altern ermöglicht es uns allen, am richtigen Ort und in der richtigen Weise zu unterstützen. Wir müssen die Ressourcen älterer Menschen anerkennen und sie so aktivieren. In einer Gesellschaft, die dies beherzigt, möchte auch ich alt werden.

Wie geht es mit dem Thema «gesund altern» im BAG weiter?

Ich kann nicht für das ganze Amt sprechen. Sicher ist aber, dass wir uns mit den Strategien NCD und Sucht noch stärker mit dem Thema Alter und Gesundheit beschäftigen werden. Die WHO hat im Rahmen ihrer Altersstrategie ab 2020 das «Jahrzehnt gesunden Alterns» proklamiert. Wir wollen dieses Rahmenkonzept nutzen, um unsere Arbeit zu optimieren. In einem ersten Schritt werden wir überprüfen, wo die Umsetzung bereits gelingt und wo allenfalls Lücken bestehen. Auch angesichts der demografischen Entwicklung wird uns die Arbeit sicher nicht ausgehen...

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