01.07.2013 «Gsund und zwäg i de Schuel»

Kanton Aargau. Gute Gesundheit ist eine wichtige Ressource für eine erfolgreiche Bildung, und gute Bildung fördert die Gesundheit. Dieser Zusammenhang ist in vielen Studien mehrfach belegt. Der Kanton Aargau trägt dieser Erkenntnis Rechnung: In enger Zusammenarbeit haben das Bildungs- und das Gesundheitsdepartement des Kantons Aargau im Jahr 2009 das Gesundheitsförderungsprogramm «Gsund und zwäg i de Schuel» lanciert.

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TODO CHRISTIAN

Der Gesundheitssektor will die Gesundheitskompetenzen von Kindern, Jugendlichen, Lehrpersonen und Schulleitungen stärken, um zum Beispiel Übergewicht bei den Kindern oder Burnout bei den Lehrpersonen zu vermindern und Gesundheitskosten zu senken. Der Bildungssektor möchte gut ausgebildete, leistungs- und konkurrenzfähige Bürgerinnen und Bürger. Voraussetzung dafür sind aber gesunde Lehrpersonen, die für ein gutes Schulklima sorgen können, denn es ist bekannt, dass das Schulklima grossen Einfluss auf die Leistung aller an der Schule beteiligten Personen hat. Sowohl der Gesundheits- als auch der Bildungssektor sind also an der Stärkung der Lebenskompetenzen von Lernenden und Lehrenden interessiert. Es liegt auf der Hand, dass diese Departemente zusammenarbeiten sollten, denn durch die gemeinsame Arbeit kann dieses Ziel schneller, besser, ressourcensparender und effizienter erreicht werden.

Interdepartementale Zusammenarbeit
Das Programm «Gsund und zwäg i de Schuel» des Kantons Aargau ist ein gutes Beispiel für eine fruchtbare interdepartementale Zusammenarbeit. Das Programm fördert die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrpersonen und Schulleitungen. Vor dessen Lancierung haben die Departemente Gesundheit und Soziales (DGS) sowie Bildung, Kultur und Sport (BKS) intensive Gespräche geführt, um die Programmstruktur und -trägerschaft zu beschliessen. Die strategische Leitung obliegt Vertretern der beiden Departemente in Form einer Co-Leitung. Sie trägt die Verantwortung für das Programm. In der Steuergruppe, welche die Verknüpfung zwischen Gesundheitsförderung und Schulentwicklung sichert, sind ebenfalls beide Departemente repräsentiert. Die operative Leitung ist vom Gesundheitsdepartement angestellt, arbeitet aber in den Räumlichkeiten des Bildungsdepartements. Auch die Kosten werden von beiden Seiten getragen. Diese Strukturen sichern den Austausch und gewährleisten, dass die Richtung und die Strategien des Programms in die Bildungsstrategie des Kantons passen. Diese Zusammenarbeit signalisiert den Schulen, dass Gesundheit als ein wichtiges Element der Bildung gesehen wird.

Netzwerke gebildet
In einer ersten Phase (2010–2013) wurden Strukturen, Angebote sowie Rahmenbedingungen geschaffen, die es Schulen ermöglichen, sich mit dem Thema Gesundheitsförderung auseinanderzusetzen und diese in ihr Schulprogramm zu integrieren. Weiter wurden das Kantonale Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen (KNGS) und ein Partnernetzwerk gegründet. Im Partnernetzwerk vernetzen sich qualifizierte Dienstleister im Bereich Gesundheitsförderung und Schulentwicklung und verpflichten sich, Schulen in ihren gesundheitsfördernden Aufgaben und Bedürfnissen zu unterstützen. So konnte ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Haltung der Partner gegenüber den Schulen entwickelt werden. Zu den Schwerpunktthemen «Förderung der Lebenskompetenzen» und «Gesundheit der Lehrpersonen und Schulleitungen» haben die Partner Instrumente geschaffen. Diese Instrumente sowie die neu entwickelte Website
www.gesundeschule-ag.ch stehen nun allen Aargauer Schulen zur Verfügung. Dank der gemeinsamen Trägerschaft konnten Schul- und Weiterbildungscoaches der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz qualifiziert werden, um die Schulen bei der Verankerung der Gesundheitsförderung in ihrem Schulprogramm zu unterstützen. Für die nächste Phase ab 2014 sind unter anderem eine Durchleuchtung der Instrumente zur Schulevaluation aus Sicht der Gesundheitsförderung, die Entwicklung eines eigenes Instrumentes zur Fokusevaluation «Gesundheitsförderung» und die Entwicklung eines Leitfadens zur gesundheitsförderlichen Schulführung vorgesehen. Ohne die gemeinsame Trägerschaft von Bildung und Gesundheit wäre all das nicht möglich.

Kontakt

Dr. med. M. I. Carvajal, Stv. Kantonsärztin, Strategische Co-Leitung «Gsund und zwäg i de Schuel», maria.ines.carvajal@ag.ch

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