02.05.2019 «Ich bin für die Küche zuständig»

Interview mit Salvatore Gargano. Im Jahr 2019 beleuchtet die Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Fragen rund um das Thema «gesund altern». spectra-online lässt mehrere Personen zu Wort kommen, die mit uns ein Stück ihres Lebens und ihre Eindrücke zum Thema teilen.

Salvatore Gargano, 78 Jahre

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TODO CHRISTIAN

Salvatore Gargano, 78 Jahre

Herr Gargano, was ist Ihnen heute wichtig?

Bis heute, trotz meiner 78 Jahre, fühle ich mich wohl. Mir macht Freude wenn die Sonne scheint und ich einen schönen Spaziergang machen kann.

Woraus schöpfen Sie Energie?

Die Harmonie, die ich mit meiner Gefährtin habe, gibt mir Energie. Ich lebe seit 20 Jahren mit meiner Partnerin zusammen. Wir haben zusammen im Hotel gearbeitet.

Was gibt Ihrem Alltag Struktur?

Mein Leben beginnt morgens damit, einkaufen zu gehen. Zu 80% bin ich für die Küche zuständig. Das hat berufliche Gründe, denn ich habe früher als Kellner gearbeitet. Ein Kellner muss auch was vom Kochen verstehen. Ich habe Spaghetti alle vongole am Tisch der Kunden zubereitet oder Gerichte flambiert, tranchiert. Für die Süssigkeiten ist meine Partnerin zuständig.

Was kochen Sie gerne?

Wir essen vor allem italienische Spezialitäten. Ich koche Spaghetti, Fleisch, Fisch. Ich bin spezialisiert auf Fischgerichte, denn ich bin in Amalfi am Meer aufgewachsen. Meine Kindheit habe ich auf den Felsen am Meer verbracht mit Fischen und einer Rute in der Hand.
In Zürich kann man alle wichtigen Zutaten für italienische Gerichte kaufen. Das einzige, was fehlt, das sind gute Fische. Zuchtfische essen wir keine, nur Wildfang.

Wie achten Sie auf Ihre Gesundheit?

Wir versuchen, auf fettige Esswaren zu verzichten, auf italienische Salami, Wienerli, Bratwurst oder Schweinefleisch. Wir essen gesund, viel Salat, Karotten, Gurken und Fenchel.

Ist Ihre Familie wichtig für Sie?

Ich habe drei Söhne, ein Enkel und zwei Enkelinnen. Ein Sohn lebt mit seiner Familie in Caslano im Tessin, zwei in Volketswil, eine Enkelin in Appenzell. Sie besuchen uns ab und zu und wir telefonieren viel miteinander. Es wäre schön, wenn sie alle zusammen in unmittelbarer Nähe wohnen würden. Aber man kann im Leben nicht alles haben.

Wollten Sie nie zurück nach Italien?

Wir haben im Jahr 2000 die Schweiz verlassen und versucht, uns in Sizilien einzugliedern. Wir hatten dort ein schönes Haus mit einem Garten. Ich habe mich ein bisschen eingelebt, aber meine Partnerin hat die Schweiz vermisst. So sind wir 2008 wieder zurück in die Schweiz gekommen. In Italien ist alles kompliziert und es ist schwierig, sich dort wieder zurechtzufinden. Um etwas zu erledigen, braucht es einen halben Tag. Auch das Gesundheitswesen ist nicht gleich wie bei uns in der Schweiz.

Was wird im Alter schwieriger gegenüber früher?

Ich finde, es gibt keinen Unterscheid zu früher. Ausser dass ich früher gearbeitet habe. Ich habe immer gerne gearbeitet, ich habe meinen Beruf mit Liebe ausgeführt und hatte eine internationale Kundschaft. Ich war in guten Häusern tätig.

Wo gehen Sie in die Ferien?

Nach Amalfi, Apulien oder Sorrento. Aber wir sind eigentlich immer in den Ferien, wir sind beide Rentner (lacht). Wir haben eine grosse Verwandtschaft, meine Lebenspartnerin hat noch sechs Geschwister und ich drei. Sie leben überall in Italien und Europa verstreut. Wir halten engen Kontakt mit ihnen.

Kontakt

Simone Buchmann
Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

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