02.05.2019 «In dieser Lebensphase habe ich ein Gefühl der Gelassenheit»

Interview mit Hildegarde Dayer. Im Jahr 2019 beleuchtet die Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Fragen rund um das Thema «gesund altern». spectra-online lässt mehrere Personen zu Wort kommen, die mit uns ein Stück ihres Lebens und ihre Eindrücke zum Thema teilen.

Hildegarde Dayer, 66 Jahre

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TODO CHRISTIAN

Hildegarde Dayer, 66 Jahre

Was ist Ihnen heute wichtig im Leben?

H. Dayer: Ich würde sagen, Gesundheit. Wenn man gesund ist, ist alles andere möglich!

Wie verbringen Sie Ihre Zeit als Rentnerin? 

Ich bin sehr aktiv und habe das Glück, bei guter Gesundheit zu sein. Jede Woche verbringe ich einen Tag mit Sport in der Gruppe: im Sommer Wandern und im Winter Schneeschuhlaufen. Ich bin auch verheiratet und stolze Grossmutter von fünf Enkelkindern, um die ich mich mit grosser Freude kümmere, wenn meine Töchter mich darum bitten. Mein Mann und ich gehen gerne spazieren, auf Reisen und ins Theater. Wir hören gerne Musik und verbringen Zeit mit Familie und Freunden. In unserem Alter geniessen wir eine enorme Freiheit, für die wir sehr dankbar sind.

Sie sind 66 Jahre alt, spüren Sie das Alter körperlich?

Ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut, physisch und psychisch. Ich würde sogar sagen, dass ich mich in meinem Kopf jünger fühle. In dieser Lebensphase habe ich ein Gefühl der Gelassenheit. Es gibt weniger Stress als zu meiner Zeit im Erwerbsleben, zwischen Karriere und Kindererziehung. Jetzt kann ich die kleinen Dinge im Leben geniessen. Sie wissen schon, sich Zeit nehmen, eine Tasse Tee trinken, ein Buch lesen, bei einem lokalen Produzenten einkaufen, nur zum Spass kochen. Zeit ist ein Luxus, den ich schätze.

Woraus schöpfen Sie Energie? 

Was ich gerne tue, ist eine Energiequelle für mich, und ich habe das Glück, mein Leben nach meinen Wünschen und Bedürfnissen gestalten zu können. Ausserdem bin ich dankbar für das Leben, das ich mit meinem Mann aufbauen konnte: unsere Töchter, Enkelkinder und Freunde sowie eine gute Gesundheit. Wir sind sehr glücklich. Als wir in den Ruhestand gingen, zogen wir los und waren zweieinhalb Monate lang auf dem Weg nach Santiago de Compostela unterwegs. Es ist sehr inspirierend, solche Projekte umsetzen zu können. Aber wir brauchen unsere Tage nicht zu füllen, der qualitative Aspekt ist wichtiger.

Was wird im Alter schwieriger?

Sicherlich das Wissen, dass wir mehr Jahre hinter uns haben als vor uns. Angst vor Krankheit und Abhängigkeit, sei es für den anderen oder für sich selbst.

Welche Herausforderungen bringt das Alter mit sich? 

Mein Mann hatte kürzlich eine Hüftoperation, die zweite sogar. Wir passen das Programm an. Anstelle von Wanderungen hat er Sitzungen im Pool zur Rehabilitation. Das ist eines der Dinge, die in unserem Alter passieren können, aber alles läuft sehr gut. Auch er war schon immer sehr sportlich und aktiv, was heute sicherlich ein Plus ist.

Kontakt

Simone Buchmann
Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

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