01.05.2013 Mit «Break the Chains» gegen HIV

Gay Community. Im April jedes Ansteckungsrisiko vermeiden und im Mai mit den Partnern, mit denen Mann ungeschützten Sex haben will, gemeinsam zum Test: So lautet die Devise der Kampagne «Break the Chains», die diesen Frühling zum zweiten Mal durchgeführt wird. Ziel ist es, die HIV-Ansteckungsketten unter den Männern, die Sex mit Männern haben, zu unterbrechen.

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TODO CHRISTIAN

Schon letztes Jahr war «Break the Chains» ein Erfolg. 85% der Gay-Betriebe der Hauptzielregionen Zürich, Lausanne und Genf machten mit, die Kampagnen-App mit Anleitungen wurde 6000 Mal heruntergeladen. Und seit Langem wurde in der Gay Community nicht mehr so oft und so offen über HIV gesprochen wie während der Kampagnenphase, dies zeigte ein Debriefing, bei dem Mitglieder der Community interviewt wurden. Auch die Evaluation ergab ein positives Resultat: Die Kampagne wurde gut verstanden und 17% der Befragten gaben an, wegen «Break the Chains» einen Test machen zu wollen oder schon einen gemacht zu haben. Doch worum geht es bei «Break the Chains»?

Hohe Viruslast unter MSM
Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), schützen sich überdurchschnittlich gut vor HIV und lassen sich regelmässig testen. Trotzdem gibt es in dieser Gruppe überproportional viele Ansteckungen. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich: Das Hauptproblem ist die erste Phase nach der Ansteckung, die sogenannte Phase der Primoinfektion. Während
dieser Zeit wissen viele noch nicht, dass sie HIV-positiv sind. Die Viruslast der Betroffenen ist aber so hoch, dass sie 20 bis 100 Mal ansteckender sind als während des späteren Krankheitsverlaufs. Viele Männer, die mit Männern Sex haben, sind Teil eines Netzwerks. Innerhalb dieses Sexnetzwerks bestehen Vertrauensbeziehungen, dass alle HIV-negativ oder unter erfolgreicher Therapie sind. Infiziert sich nun ein Mann eines solchen Netzwerks mit HIV, verbreitet sich das Virus während der Primoinfektionsphase rasch im ganzen Netzwerk. Und zu guter Letzt hat gemäss Gay Survey der Analverkehr – die Sexualpraktik mit der höchsten Ansteckungsgefahr – in den letzten Jahren zugenommen.

Ansteckungskette unterbrechen
«Break the Chains» will diese Ansteckungsketten in den Sexnetzwerken unterbrechen. Die Kampagne ruft die MSM deshalb dazu auf, im April jedes Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Im Mai sind dann die Teilnehmer dazu aufgefordert, sich in einem Checkpoint gemeinsam mit allen Sexpartnern, mit denen sie danach wieder ungeschützten Sex haben wollen, beraten und testen zu lassen. Wenn sich während eines Monats niemand neu mit HIV infizieren würde, könnten in der Regel Infektionen, die vorher stattgefunden haben, entdeckt und Infektionsketten so unterbrochen werden. Das bedeutet auch, dass der Community Viral Load und damit die Wahrscheinlichkeit sinkt, auf einen Mann zu stossen, der sich, ohne es zu wissen, in der hochansteckenden Phase der Primoinfektion befindet.

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Kontakt

Steven Derendinger, Sektion Prävention und Promotion, steven.derendinger@bag.admin.ch

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