01.07.2012 Nationale Präventionsprogramme: Viele Evaluationsempfehlungen bereits umgesetzt

Stellungnahme des Bundesamts für Gesundheit. Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit wurden die nationalen Präventionsprogramme Alkohol, Tabak, Ernährung und Bewegung 2008–2012 sowie das Massnahmenpaket des Bundes zur Verminderung der Drogenprobleme 2006–2011 (MaPaDro lll) evaluiert. Die Evaluatoren sprechen sich klar für eine Verlängerung der Programme aus und schlagen Optimierungen vor. Die Empfehlungen sind in die Programme aufgenommen und teilweise bereits umgesetzt worden.

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Die Evaluationsergebnisse umfassen die Jahre 2008–2010. Die Zielerreichung der nationalen Präventionsprogramme kann somit nicht abschliessend beurteilt werden. Die Evaluationen kommen zum Schluss, dass die gesundheitspolitische und die volkswirtschaftliche Relevanz aller Programme unbestritten ist, dass die Programme verlängert werden sollen, da aufgrund der Problemlagen weiterhin Handlungsbedarf besteht und Präventionsmassnahmen Zeit brauchen, um ihre Wirkung zu entfalten.

Laufende Optimierungen
Die Zwischenergebnisse der Evaluationen wurden laufend genutzt, und wenn möglich wurden bereits im Laufe des Evaluationsprozesses Optimierungsmassnahmen eingeleitet. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat in sämtlichen Bereichen die Empfehlungen der Evaluationen aufgenommen, entsprechende Entscheide zur Umsetzung gefällt oder die Empfehlungen bereits ganz oder teilweise umgesetzt (siehe Artikel Seite 4). Der Bundesrat hat im Mai 2012 die Programme um vier Jahre bis 2016 verlängert (siehe Artikel oben). Somit wird die bisher geleistete Aufbauarbeit sichergestellt und werden die Kontinuität und die Nachhaltigkeit der Präventionsaktivitäten gewährleistet.

Keine Zusammenlegung
der ProgrammeEin wichtiges Zwischenergebnis der Evaluationen war die Feststellung, dass eine Zusammenlegung der Präventionsprogramme zwecks Synergiebildung zumindest im Moment nicht zielführend ist. Es wird aber eine stärkere Kooperation und Abstimmung der einzelnen Massnahmen zwischen den Programmen angestrebt. Auch das Potenzial für eine bessere Koordination zwischen den einzelnen Programmen und für die Abstimmung zwischen den Akteuren auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene ist noch nicht ausgeschöpft. Hier verspricht das Präventionsgesetz eine wesentliche Verbesserung.

Massnahmenpaket Drogen verlängert bis 2016

MaPaDro lll. Das Massnahmenpaket des Bundes zur Verminderung der Drogen­probleme 2006–2011 (MaPaDro lll) wurde um fünf Jahre verlängert.

Mit dem MaPaDro wird die als Antwort auf die Drogenprobleme der 80er-Jahre vom Bund entwickelte Vier-Säulen-Drogenpolitik umgesetzt (Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression). Das dritte Massnahmenpaket hat in Bezug auf alle drei Oberziele «Verringerung des Drogenkonsums», «Verminderung der negativen Folgen für die Konsumierenden» und «Verminderung der negativen Folgen für die Gesellschaft» Wirkung gezeigt. Trotz dieser Erfolge ist der Konsum von psychoaktiven Substanzen weiterhin eine Belastung für die öffentliche Gesundheit. Deshalb ist eine Gewährleistung der drogenpolitischen Kontinuität wichtig.

Basierend auf Evaluationsempfehlungen, hat das Bundesamt für Gesundheit zusammen mit dem Bundesamt für Polizei (fedpol) und dem Bundesamt für Justiz (BJ) das MaPaDro III bis Ende 2016 verlängert. Im Hinblick darauf wurde der Aktionsplan zur Umsetzung des MaPaDro überarbeitet und auf die veränderte Problemlage ausgerichtet. Im Vordergrund stehen dabei die Verstärkung der Massnahmen der Früherkennung und Frühintervention, die Prävention und Schadensminderung im Zusammenhang mit sogenannten Designer-und Partydrogen sowie der verstärkte Einbezug der Repression durch die Integration der Massnahmen des Bundesamts für Polizei.
 
Kampf gegen HIV und andere STI
NPHS 2011–2017. Das Nationale Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen 2011–2017 (NPHS) schliesst an 25 Jahre erfolgreiche Präventionsarbeit im Bereich HIV/Aids an und führt diese unter Berücksichtigung der neusten Erkenntnisse fort.

Erstmals werden nebst HIV auch andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) integriert. Das wichtigste Ziel lautet, die Anzahl Neuinfektionen von HIV und anderen STI deutlich zu senken und gesundheitsschädigende Spätfolgen zu vermeiden. In den nächsten Jahren wird ein kultureller Wandel angestrebt; nach einer positiven Diagnose soll die freiwillige Partnerinformation selbstverständlich werden.

Kontakt

Ursula Koch, Roy Salveter, Co-Leitung Abteilung Nationale Präventionsprogramme,
ursula.koch@bag.admin.ch
, roy.salveter@bag.admin.ch

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