11.05.2015 Neue Fortbildungen in Früherkennung und Frühintervention im Kinder- und Jugendbereich

Jugend und Sucht. Der Fachverband Sucht hat in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Berufsverbänden zwei Konzepte für Fortbildungen zum Thema Früherkennung und Frühintervention F+F für die offene Jugendarbeit sowie für die Schulsozialarbeit und Schulleitende erarbeitet.

Bildstrecke Neue Fortbildungen in Früherkennung und Frühintervention im Kinder- und Jugendbereich

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Die Weiterbildungen sollen Jugendarbeitende und Schlüsselpersonen in Schulen für F+F bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sensibilisieren und ihnen praxisrelevantes Wissen zu strukturellen, rechtlichen, psychosozialen und ethischen Aspekten der F+F vermitteln. Zentral ist bei beiden Konzepten, den Teilnehmenden der Fortbildung zu vermitteln, wie Netzwerke zwischen den Stellen und Personen, die mit Jugendlichen arbeiten, geschaffen werden können.  

Jugendarbeit: prädestiniert für F+F

Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein wichtiger Bereich mit zahlreichen Akteuren auf der lokalen Ebene und ein erfolgversprechendes Setting für F+F. Sie ist auf freiwilliger Basis mit den Jugendlichen im Kontakt und bietet so die Möglichkeit zu niederschwelliger Beratung und Information. Jugendarbeitende verfügen über eine spezielle Beziehung zu Jugendlichen, die es ihnen ermöglicht, Gefährdungen zu erkennen und gefährdete Jugendliche  für eine freiwillige Beteiligung an Interventionen zu motivieren. Andererseits stellt die Arbeitsweise der offenen Jugendarbeit für die F+F auch eine Herausforderung dar. Jugendarbeitende sind sehr zurückhaltend beim Einbezug Dritter und der Weitergabe von Informationen – zu Recht, denn der Persönlichkeitsschutz der Jugendlichen ist die Basis der Beziehungsarbeit. In der Weiterbildung zum Thema F+F sollen Jugendarbeitende indessen lernen, wie sie mit solchen Zielkonflikten und der juristischen Schweigepflicht umgehen können.  

Die vier Module der Fortbildung für die offene Jugendarbeit : 1. Einführung: F+F in der offenen Kinder- und Jugendarbeit

2. Gefährdungen erkennen und Frühinterventionen einleiten

3. Gesetzliche Grundlagen für F+F

4. Zusammenarbeit und Triage: Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen  

Das Fortbildungskonzept für die Jugendarbeit wurde zusammen mit dem Dachverband für offeneKinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ) entwickelt und zwischen November 2013 und Februar 2014 zum ersten Mal umgesetzt. Wegen des grossen Erfolgs und der grossen Nachfrage ist bereits eine zweite Fortbildungsstaffel in Planung.  

F+F in der Schulsozialarbeit: Auch Schulleitung gehört zum Zielpublikum

Die Anforderung von Schulsozialarbeitenden im Bereich F+F sind stark mit den strukturellen Bedingungen der jeweiligen Schulen verbunden. Aus diesen Gründen sind die Hauptthemen der F+F-Fortbildung für die offene Jugendarbeit, nämlich die Vermittlung der Grundlagen von F+F, juristisches Basiswissen und Triage, für die Schulsozialarbeit nicht gleichermassen sinnvoll. Hier geht es mehr um die Frage, wie F+F in den Schulen implementiert werden kann. Sicher ist: für eine funktionierende F+F an Schulen ist die Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeitenden und der Schulleitung zentral. Dies wird auch im Fortbildungskonzept berücksichtigt: Der SchulsozialarbeiterInnen-Verband (SSAV) und der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter (VSLCH) wurden als Kooperationspartner für die Konzipierung und Umsetzung der Fortbildung angefragt und die Schulleiterinnen und Schulleiter werden zusammen mit den Schulsozialarbeitenden als Zielpublikum der Fortbildung anvisiert.   Die drei Module der Fortbildung für Schulsozialarbeitende:

1. Einführung zu Früherkennung und Frühintervention in der Schulsozialarbeit

2. Kooperation Schulsozialarbeit und Schulleitung

3. Implementierung von F+F an Schulen  

Die Fortbildung für Schulsozialarbeitende fand im März (vor Redaktionsschluss) das erste Mal statt.  

Seit Ende der 1990er-Jahre fördert das Bundesamt für Gesundheit die Verbreitung von Früherkennung und Frühintervention (F+F) – vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Substanzmissbrauch stand dabei im Fokus, ist aber nicht ausschliessliches Thema. Weitere psychosoziale Probleme und gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen werden ebenfalls bearbeitet.

Kontakt

Salomé Steinle, Sektion Drogen, salome.steinle@bag.admin.ch

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