07.05.2019 Nicht alle haben die gleichen Chancen auf Gesundheit im Alter

Forschung. Neue Studienergebnisse zeigen, dass in der Schweiz die Chancen auf Gesundheit im Alter unterschiedlich verteilt sind: Ältere Menschen mit niedrigem Bildungsniveau, tiefem Einkommen und Migrationserfahrung sowie Alleinlebende haben oft einen schlechteren Gesundheitszustand und eine tiefere Lebensqualität. Gleichzeitig gibt es in der Schweiz bisher nur wenige Angebote, die sich spezifisch an diese Zielgruppe richten.

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Wie eine Datenauswertung der SHARE-Studie (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe) zeigt, sind ein niedriges Bildungsniveau und ein tiefes Einkommen auch im Alter bedeutende Risikofaktoren für eine schlechtere Gesundheit. So geht tiefes Einkommen und ein niedriges Bildungsniveau im Alter einher mit geringerer Lebensqualität, weniger Alltagsautonomie, weniger körperlicher Aktivität und mehr Übergewicht und Diabetes. Ältere Personen mit tiefem Einkommen konsumieren deutlich mehr Tabak. Der Konsum von Früchten und Gemüse hängt hingegen nicht mit dem Einkommen oder dem Bildungsniveau zusammen.

Zudem hat das BAG eine Studie zur Erreichbarkeit von sozial benachteiligten älteren Personen in Auftrag geben, um zu untersuchen, welche Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote es für diese Zielgruppe gibt und wie diese ausgestaltet sind. Fazit: Das Angebot ist relativ gering, in der Studie werden elf Anbieter und 25 Angebote aufgeführt. Hier gibt es in der Schweiz also noch deutliches Aufholpotential. Auch untersucht wurden die Erfolgsfaktoren dieser Angebote, wobei hier bisherige Erfahrungen bestätigt werden: Wichtig sind unter anderem bedarfsgerechte Inhalte und Aktivitäten, ein guter (sprich vertrauter) Ort, eine Kontinuität des Angebots, ein Beziehungsaufbau zwischen Anbietenden und Nutzenden sowie die Ansprache über Schlüsselpersonen, idealerweise in der Muttersprache.

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Sabina Hösli
Sektion Gesundheitliche Chancengleichheit

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