16.02.2015 Optimierung der kantonalen Gesundheitsförderung

Kantonale Bedarfsanalysen. Im Rahmen des Nationalen Programms Migration und Gesundheit analysierten fünfzehn Kantone, wie gut ihre Angebote im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention auch die Migrationsbevölkerung mit einbeziehen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor, und in einer zweiten Etappe sollen Verbesserungsvorschläge realisiert werden.

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Migrantinnen und Migranten mit niedrigem sozioökonomischem Status, geringer Gesundheitskompetenz und wenig Bildung sind oft erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Studien belegen, dass sie körperlich und psychisch weniger gesund sind als die einheimische Bevölkerung. Erschwerend kommt hinzu, dass sie mit herkömmlichen Gesundheitsförderungs- und Präventionsangeboten kaum zu erreichen sind.
Das Bundesamt für Gesundheit unterstützte daher in den vergangenen Jahren Kantone, die dieses Problem angehen wollten, und stiess damit auf grosses Interesse. Die Kantone Bern, Basel-Stadt, Baselland, Freiburg, Genf, Jura, Luzern, Neuenburg, Solothurn, Sankt Gallen, Tessin, Thurgau, Waadt, Wallis und Zug beteiligten sich an diesem Projekt. Sie erstellten eine sogenannte Bedarfsanalyse, das heisst: Sie analysierten, wie gut ihre Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote auf die Bedürfnisse dieser vulnerablen Zielgruppen ausgerichtet sind und welche Verbesserungsmöglichkeiten ins Auge gefasst werden könnten. Ende Oktober 2014 diskutierten sie ihre Ergebnisse anlässlich eines Netzwerktreffens in Bern.

Den Bereich Migration und Gesundheit stärken
Ein Synthesebericht fasst nun die wichtigsten Erkenntnisse und Verbesserungsvorschläge dieser ersten Projekt­etappe zusammen. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören: den Bereich Migration und Gesundheit in den kantonalen Gesamtstrategien und bei der Ausgestaltung der Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote zu stärken, beim Konzipieren und Umsetzen von Massnahmen Schlüsselpersonen aus der Migrationsbevölkerung beizuziehen sowie die Datenlage und die Vernetzung der Akteure zu verbessern.

In der nächsten Etappe des Projekts (2015 bis 2017) wird es darum gehen, Verbesserungsvorschläge umzusetzen und Zugangsbarrieren zu Gesundheitsförderungs- und Präventionsangeboten abzubauen. Im Zentrum steht dabei, die migrationsgerechte Gesundheitsförderung und Prävention auf kantonaler Ebene besser zu verankern und Vorhaben in Koordination mit dem Integra­tionsbereich umzusetzen. Finanziert wird das Projekt durch das Bundesamt für Gesundheit; die Koordination übernimmt die Vereinigung der Kantonalen Beauftragten für Gesundheitsförderung (VBGF).

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Kontakt

Thomas Spang, Nationales Programm Migration und Gesundheit, thomas.spang@bag.admin.ch

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