07.05.2019 PGV-Projekt zur Sturzprävention im Alter

Prävention in der Gesundheitsversorgung. Das Projekt «Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung» beabsichtigt, die Sturzprävention im Alter zu verbessern, indem es Akteure entlang der gesamten Versorgungskette involviert. Das Projekt ist eines von insgesamt 14 Projekten, welche im Rahmen der 2018 neu geschaffenen Projektförderung Prävention in der Gesundheitsversorgung (PGV) finanziert werden.

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Insbesondere chronisch Kranke sowie Menschen mit Mehrfacherkrankungen und Personen, die schon einmal gestürzt sind, haben ein erhöhtes Sturzrisiko. Stürze im Alter über 65 Jahre haben oft schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen: Jedes Jahr führen Stürze zu 87 000 Verletzten und über 1500 Todesfällen. Die materiellen Kosten sind mit 1,7 Milliarden Franken enorm, zählt man die Spitalkosten, Heilungskosten und indirekten Kosten hinzu.

Neue Massnahmen
Bei der spezifischen Sturzprävention geht es darum, Risikopatientinnen und -patienten zu erkennen, adäquat abzuklären und, angepasst auf die individuelle Situation, angemessen zu behandeln. Das PGV-Projekt «Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung» verwendet bewährte und neue Ansätze, um noch mehr Menschen vor Stürzen zu bewahren. Im Hinblick auf eine integrierte Prävention in der Gesundheitsversorgung werden Instrumente, Strukturen und Prozesse entwickelt.

•  Instrumente: Algorithmen für die Abklärung von Patienten, Leitfäden für das Vorgehen, Kommunikationstools etc.
•  Strukturen: Netzwerke für den Austausch zwischen verschiedenen Berufsgruppen, Bildungsgefässe für interprofessionelle Schulungen etc.
•  Prozesse: interprofessionelle Kommunikation etc.

Mit allen Akteuren
Wichtig ist eine Vernetzung der Fachleute aus den Bereichen Hausarztmedizin, Pharmazie, Pflege, Physio- und Ergotherapie, Ernährungsberatung. Entsprechend breit ist das Konsortium des PGV-Projektes aufgestellt: Neben den vier Pilotkantonen St. Gallen, Bern, Graubünden und Jura sind insgesamt 30 Partner an Bord, darunter Pro Senectute Schweiz, Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), Schweizerisches Rotes Kreuz, Spitex, Rheumaliga, Apothekerverband, Patientensicherheit Schweiz.

«Das Projekt verfolgt einen interprofessionellen Ansatz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der integrierten Versorgung von chronisch kranken und multimorbiden Menschen», so Andy Biedermann, Gesamtprojektleiter bei Public Health Services.

Das Projekt ist im Januar 2019 gestartet und soll bis Ende 2022 dauern. Besonders innovativ sind die Teilprojekte zur besseren Erkennung von schwer erreichbaren Risikopatientinnen und -patienten und zur Schaffung niederschwelliger Zugänge bei den Spitälern, den Apotheken und der Ärzteschaft.

Strategisch geleitet wird das Projekt vom Amt für Gesundheitsvorsorge des Kantons St. Gallen, die Gesamtprojektleitung liegt bei Public Health Services. Das Gesamtbudget beträgt knapp 4 Millionen Franken.

Links

Kontakt

Franziska Widmer Howald
Gesundheitsförderung Schweiz


Antoine Bonvin
Sektion Prävention in der Gesundheitsversorgung


Andy Biedermann
Public Health Services

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