01.07.2014 Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Engagement in den Kantonen. In 16 von 23 Kantonen ist die betriebliche Gesundheitsförderung ein Thema. Mit einbezogen werden dabei auch die psychische Gesundheit bzw. die Gesundheitsförderung. In 11 Kantonen sind die Aktivitäten in ein kantonales Programm, einen Aktionsplan oder ein anderes Gesamtprogramm eingebettet. Das zeigt eine Umfrage des Netzwerks Psychische Gesundheit.

Bildstrecke Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

TODO CHRISTIAN

Die Aktivitäten in den einzelnen Kantonen sind inhaltlich sehr unterschiedlich. Im psychischen Bereich geht es vor allem um Problemfelder wie Stress, Konfliktbewältigung, Mobbing, Motivation. Für die Suizidprävention werden häufig Anlaufstellen angeboten.
Teilweise werden HR-Verantwortliche speziell für die Gesundheitsförderung geschult. Für interessierte Unternehmen werden Informationen und Beratung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement angeboten, zudem werden kantonale Preise für Gesundheitsförderung im Betrieb vergeben.
Auch organisatorisch zeigen sich viele unterschiedliche Modelle. Einige Kantone arbeiten mit Gesundheitsligen zusammen, andere mit dem kantonalen Arbeitsinspektorat oder mit regionalen Wirtschaftsverbänden.
In 11 Kantonen ist auch die eigene Verwaltung eine Zielgruppe der betrieblichen Gesundheitsförderung. In unterschiedlichen Ausprägungen werden für Angestellte, Vorgesetzte, HR-Verantwortliche oder ganze Verwaltungseinheiten verhaltens- und verhältnispräventive Massnahmen umgesetzt. Darin werden Aspekte der psychischen Gesundheit mitberücksichtigt.

Beispiel Kanton Aargau
Im Kanton Aargau setzt sich der Verein «Forum BGM» (Betriebliches Gesundheitsmanagement) mit Veranstaltungen und Informationskampagnen dafür ein, Betriebe für Themen rund um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu sensibilisieren und Massnahmen umzusetzen. Das Forum BGM ist strategisch in die Gesundheits-, Wirtschafts- und Standortpolitik des Kantons Aargau eingebettet und arbeitet eng mit dem Schwerpunktprogramm Psychische Gesundheit zusammen. Das Forum BGM ist Mitglied im Netzwerk «Psychische Gesundheit Kanton Aargau», der kantonalen Plattform zur Förderung der psychischen Gesundheit und Verminderung psychischer Erkrankungen.    

Beispiel Ostschweiz
Das Netzwerk für betriebliches Ge­sundheitsmanagement «Forum BGM Ostschweiz» arbeitet im Auftrag der Kantone St. Gallen und Appenzell Aus­serrhoden sowie des Fürstentums Liech­tenstein. Den ca. 200 Mitgliedern stehen kostenlose Beratungen, Fachwissen und Praxistools zur Verfügung. Psychische Gesundheit zu thematisieren und zu fördern, ist das Ziel des «St. Galler Bündnisses gegen Depression» und des «Ostschweizer Forums für Psychische Gesundheit». Träger dieses Vereins sind die obigen und der Kanton Appenzell Innerrhoden.
In gemeinsamen Weiterbildungen mit Referaten und interaktivem Theater werden Fragen angegangen wie: Wie können Vorgesetzte zum Erhalt der
psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeitenden beitragen? Woran lassen sich psychische Belastungen frühzeitig erkennen? Was können Vorgesetzte in einem solchen Fall tun?
Der Sinn der Zusammenarbeit dieser Organisationen liegt auf der Hand: Einerseits kann ein belastendes Arbeitsumfeld krank machen, andererseits kann Arbeit helfen, nach einer psychischen Erkrankung wieder gesund zu werden.

Links

Kontakt

Alfred Künzler, Leiter Koordinationsstelle, Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz

Nach oben