07.05.2019 Vorsicht bei Alkohol und Arzneimitteln

Alkoholkonsum im Alter. Das Risiko für Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Alkohol steigt mit zunehmendem Alter. Es gilt, die Arzneimitteltherapie in regelmässigen Abständen zu evaluieren, um zu entscheiden, ob eine Abstinenz erforderlich ist.

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TODO CHRISTIAN

Ältere Menschen sind oft wegen mehrerer Leiden in Behandlung. Deshalb nehmen viele Patientinnen und Patienten dieser Altersgruppe gleichzeitig unterschiedliche Medikamente ein. Konsumieren sie auch noch Alkohol, steigt das Risiko für eine Wechselwirkung, die Substanzen können sich gegenseitig verstärken. So kann der Konsum von Alkohol beispielsweise im Zusammenhang mit starken Schmerzmitteln, Schlaf- und Beruhigungsmitteln eine Sedierung mit Schwindelgefühlen und grosser Schläfrigkeit zur Folge haben. Dadurch erhöht sich die Unfall- und Sturzgefahr.

Je häufiger jemand Alkohol konsumiert, desto wahrscheinlicher ist eine gemeinsame Einnahme von Alkohol und Medikamenten. Gemäss Befragungen im Rahmen des Suchtmonitorings Schweiz konsumieren gut 20 Prozent der Personen ab 55 Jahren «immer oder fast immer» auch Alkohol, wenn sie ihre Medikamente einnehmen. Gut dreissig Prozent der Personen – und deutlich mehr Männer als Frauen – trinken dabei sogar mindestens einmal im Monat auch zwei oder mehr Gläser Alkohol, was als risikoreich gilt.

Die einfachste Lösung, um die Gefahren einer gemeinsamen Einnahme zu senken, wäre der konsequente Verzicht auf Alkohol, wenn Arzneimittel eingenommen werden müssen. Allerdings ist fraglich, wie viele Patienten dieser Empfehlung auch tatsächlich folgen würden. Deshalb ist es grundsätzlich ratsam, die Arzneimitteltherapie in regelmässigen Abständen zu evaluieren, um eine adäquate Behandlung sicherzustellen. Die Frage, was hinsichtlich Polymedikation und Konsum von Alkohol bei älteren Personen zu empfehlen ist, sollte der individuellen Situation des Patienten Rechnung tragen.

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Marc Marthaler
Sektion Wissenschaftliche Grundlagen

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