07.05.2019 Was Bern unternimmt, damit die Menschen gesund altern

Forum. Die älteren Bernerinnen und Berner sollen ihr Leben nach ihren individuellen Bedürfnissen gestalten können, ihre Selbstbestimmung bewahren und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Das ist das Ziel, welches die Stadt Bern mit dem «Alterskonzept 2020» verfolgt. So unterstützt die Stadt die Hindernisfreiheit und die Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum, eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen vor Ort. Sie informiert über verschiedene Kanäle, um den Zugang der älteren Bevölkerung zu Unterstützungs- und Freizeitangeboten zu vereinfachen. Zuständig für die Umsetzung des Konzeptes und der Massnahmen ist das Kompetenzzentrum Alter.

Nicole Stutzmann, Leiterin Kompetenzzentrum Alter, Stadt Bern

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Nicole Stutzmann, Leiterin Kompetenzzentrum Alter, Stadt Bern

Zwei Themen stellen dabei besondere Herausforderungen dar: Wohnen und Betreuung. Bezahlbarer, hindernisfreier Wohnraum ist in Städten rar. Deshalb hat der Berner Gemeinderat im November 2018 in seiner Wohnstrategie konkrete Massnahmen angekündigt: Er will integrative, generationendurchmischte und bezahlbare Wohnformen realisieren, den Aufbau von nachbarschaftlichen Netzwerken unterstützen und die Quartierarbeit stärken. Dadurch ebnet die Stadt den Boden für die Entwicklung einer neuen Sorgekultur, sogenannter Caring Communities. Denn für ein gutes Zusammenleben braucht es die Bereitschaft, sich um seine Mitmenschen zu kümmern, aber auch die Offenheit, um Hilfe annehmen zu können. Es braucht eine neue Sorgekultur, geprägt von Mitverantwortung und Solidarität und einem Zusammenspiel von Familien, Freunden, Nachbarn, staatlichen Leistungen und professionellen Anbietern.

Eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft darf die professionelle Pflege und Betreuung aber keinesfalls ersetzen. Betreuungsangebote sind für viele Menschen nicht finanzierbar, obwohl sie einen wichtigen Beitrag an den Erhalt der Gesundheit leisten und für den Verbleib in der eigenen Wohnung zentral sind. Betreuung im Sinne von konkreten Dienstleistungen zur Bewältigung des Alltags, aber auch im Sinne der sozialen Teilhabe (Gesellschaft leisten, Ausflüge machen etc.). Rahmenbedingungen auf Bundesebene, welche die Finanzierung von Betreuung regeln, wären allerdings wünschenswert.

In der Stadt Bern startet 2019 ein Pilotversuch: Unter bestimmten Voraussetzungen können ältere Personen via sogenannte Betreuungsgutsprachen bedarfsgerechte Dienstleistungen beziehen, welche die Stadt mitfinanziert. Dies können Notrufsysteme, Mahlzeitendienste, Mittagstische, Begleitdienste oder Haushaltshilfen sein, aber auch Kostenbeiträge an betreute Wohnformen. Damit unterstützt die Stadt gesundes Altern in gewohnter Umgebung und stärkt die Eigenständigkeit und die Lebensqualität. Weil eine gute Betreuung die Gesundheit stärkt und präventiv wirkt und weil nur so bei zunehmender Fragilität ein würdevolles, selbstbestimmtes Altern mit sozialer Teilhabe möglich ist.

Kontakt

Nicole Stutzmann
Leiterin Kompetenzzentrum Alter Stadt Bern

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