14.07.2015 Wirksame Frühinterventionen gegen Vergesslichkeit im Alter

Internationales Demenz-Symposium. Mangelnde Konzentration und zunehmende Vergesslichkeit sind Vorzeichen einer demenziellen Erkrankung, die bis zum Verlust des selbstständigen Lebens führen kann. Anfangs Juni tauschten sich am ersten länderübergreifenden Demenz-Symposium auf Einladung der Schweiz rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Forschung und Praxis darüber aus, wie das Gesundheitswesen und die Gesellschaft dieser Herausforderung begegnen können.

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Das Bundesamt für Gesundheit durfte das erste länderübergreifende Symposium zu den Herausforderungen der Demenz im Paul Klee Zentrum in Bern organisieren. Dazu regten im August 2014 die deutschsprachigen Gesundheitsminister von Deutschland, Österreich, Fürstentum Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz zum grenzüberschreitenden Austausch an. Am 4. Juni 2015 eröffnete Bundesrat Alain Berset den Austausch. Er betonte, dass die Minister erwarten, dass die Länder durch die Diskussionen voneinander lernen können, und auch neue Impulse für ihre eigenen Aktionspläne erhalten. Der Einladung folgten rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen fünf Ländern. Vertreten waren Fachpersonen aus der Verwaltung, Forschung und Praxis sowie von Fachverbänden und Betroffenenorganisationen.

Die ersten Symptome

Die Mitglieder des Ensembles «Hirntheater» illustrierten in einer kurzen Szene, wie sich erste Symptome einer Demenz ankündigen:

Leni sitzt am gedeckten Tisch bei Kaffee und Kuchen. Sie wohnt mit ihrer 10-jährigen Tochter Anna im gleichen Haus wie ihr Vater. Berni ist Mitte 70 und war von Beruf Chefkoch. Sie verstehen sich gut und er unterstützt sie viel. Doch in letzter Zeit wurde er unzuverlässiger oder wusste auf einmal nicht mehr, wo er Anna vom Klavierunterricht abholen sollte. Er liess sich in einer Memory-Klinik abklären und man erkannte eine beginnende Alzheimererkrankung. Vor kurzem hat Berni mit der Nachbarin Angela Bekanntschaft gemacht. Leni will Angela kennenlernen und hat dafür beide zum Geburtstag ihres Vaters eingeladen. Endlich kommen sie. Berni stellt Angela vor und sagt: Weisst, Leni, Angela wohnt gleich neben an der … eh … an der Armbruststrasse. Angela lacht, «nein, an der Tellstrasse», sagt sie. «Er hat so viel Humor» und guckt Leni verklärt an. Angela wusste gar nicht, dass sie zum Geburtstag von Berni eingeladen war. Etwas beschämt, sagt sie: «ich habe gar kein Geschenk für Dich». Leni hat eines, sie schenkt ihrem Vater ein unübersehbares Fahrradschloss. Als begeisterter Velofahrer vergisst er hie und da, wo sein Fahrrad steht. «Mit einem Auto kann das nicht so schnell passieren» sagt Angela. «Ich kann leider nicht Auto fahren. Wenn Du das kannst, würde ich so gerne wieder einmal im Elsass Schnecken essen gehen». Die Tochter lenkt ab und schickt den Vater zum Fahrrad. Sie erklärt Angela, dass ihr Vater nicht mehr Auto fahren könne, weil er krank sei. Angela kann es nicht fassen und meint, dass wird wieder besser. «Mit dem Alter werden wir alle vergesslicher.» In diesem Moment kommt Berni zurück, bleibt am Tischrand stehen und hält eine liebeswürdige Dankensrede an die beiden Frauen. Angela ist entzückt: «Er hat so viel Humor». 

Krankheitsverlauf herauszögern

Wer im Alltag unauffällig funktioniert und kognitive Aufgaben problemlos lösen kann, gilt als gesund. Bildgebende Verfahren zeigen jedoch schon früh degenerative Veränderungen des Gehirns an. Damit kann das Gehirn offenbar kognitive Leistungen lange kompensieren. Plötzlich kann diese Kompensationsfähigkeit abrechen, und die Lebensweise einer demenzkranken Person verändert sich schlagartig. Eine Heilung für diese vaskulären Veränderungen im Gehirn gibt es zurzeit nicht. «Es gibt jedoch Alternativen», sagt Prof. Tobias Hartmann, Koordinator des Nationalen Programms «Demenz-Prävention» von Luxemburg. Die sieht er in der Verminderung von Risikofaktoren demenzieller Erkrankungen und zählt bekannte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, hohes Cholesterin oder Einsamkeit auf. Heute weiss man, fährt er fort, dass sich beim gleichzeitigen Auftreten von drei dieser Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit versechsfacht, an Demenz zu erkranken. Aufgrund dieser Erkenntnisse führte ein finnisches Forschungsteam eine grosse Interventionsstudie durch. Darin erhielten Personen mit einem erhöhten Demenz-Risiko ein auf sie zugeschnittenes Programm, das ihren Lebensstil hinsichtlich der Ernährung, der Bewegung und der sozialen Aktivitäten anpasste. In Folge dieser Anpassungen entwickelten viele dieser Personen nie in ihrem Leben eine Demenz, bzw. konnten noch viele Jahre mit nur geringen Einschränkungen in guter Lebensqualität verbringen. Die Präventionsmassnahmen müssen allerdings realistisch, dauerhaft und für die Person annehmbar gestaltet werden. Luxemburg startet im Juli 2015 ein Programm zur Schulung von Fachpersonen, damit diese interessierte Personen zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil unterstützen können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlossen daraus, dass es wichtig sei, die Bevölkerung auf einen gesundheitsförderlichen Lebensstil bis ins hohe Alter zu sensibilisieren. Auch Prof. Stefanie Auer aus Krems betonte, dass Angehörigen bewusst gemacht werden soll, dass eine frühzeitige Diagnose Unsicherheiten abbauen könne, darauf aufbauend die Lebensqualität gezielt gefördert und rechtzeitig Hilfe einbezogen werden könne.

Viele Möglichkeiten

Über ethische Fragen im Umgang mit Demenz sprach Dr. Barbara Bleisch (Sternstunde Philosophie, SRF) mit Prof. Susanne Boshammer aus Osnabrück. «Demenz ist kein individuelles Problem», sagt die Professorin, die im Gespräch keine Lösungen vorgibt. Sie ist der Ansicht, dass im hohen Alter die Autonomie in den Hintergrund und ein gelingendes Zusammenleben in den Vordergrund rückt. Dabei gilt es auch, Ängste auszuhalten und mit der Ungewissheit leben zu lernen, dass wir als Gesunde nicht wissen können, wie es sich anfühlt, an Demenz erkrankt zu sein. Diese kollektive Ungewissheit eröffnet uns neue Perspektiven, meint sie: «Wir hatten noch nie so viele Möglichkeiten das tägliche Leben mit demenzerkrankten Personen würdevoll zu gestalten». Dabei gilt es sich von der Vergangenheit zu lösen und nicht allein an gemeinsamen Erinnerungen zu orientieren, sondern die Möglichkeit der Weiterentwicklung zu entdecken. Zudem betonte Boshammer, dass auch an Demenz erkrankte Personen ein Recht darauf haben, ihre Bedürfnisse in die Gesellschaft einbringen zu können.

Tagungsband erscheint Anfang September

Anfangs September 2015 wird auf der BAG-Webseite ein Tagungsband veröffentlicht. Darin werden einige der laufenden Aktivitäten in den fünf Ländern vorgestellt und die Ergebnissen der am Symposium stattfindenden Gruppendiskussionen zu allen vier Themen, «gesellschaftliche Sensibilisierung», «Prävention und Sekundärprävention», «Mit Demenz zu Hause leben» und «Zusammenarbeit in der Versorgung» werden darin zusammengefasst.

Links

Kontakt

demenzstrategie@bag.admin.ch

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