06.09.2018 Auf SafeZone.ch stellen Suchtgefährdete ihre Fragen per E-Mail

Studienergebnisse. Das Internet eröffnet neue Wege, auch in der Suchtberatung. Auf SafeZone.ch beantworten Fachpersonen Fragen zu Suchtproblemen per E-Mail, Einzelsprechstunde oder Gruppenchat – anonym, kostenlos und professionell.

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Seit der Lancierung im April 2014 haben sich auf SafeZone.ch über 2000 Nutzende registriert, wovon sich die meisten per Chat oder E-Mail beraten liessen. Das Angebot ist in Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar und wird vom Bundesamt für Gesundheit in Zusammenarbeit mit den Kantonen, Suchtfachstellen und weiteren Partnern zur Verfügung gestellt. Eine neue Studie von socialdesign untersuchte nun Art und Weise der Nutzung von E-Mail-Beratungen. Sie hat ergeben, dass die Mehrheit der Ratsuchenden zwischen 19 und 55 Jahren alt sind. Direktbetroffene (48%) und Angehörige (46%) halten sich bezüglich der Anfragen in etwa die Waage. Die Inhalte der E-Mail-Beratung betreffen ein breites Spektrum an Themen, angefangen bei Alkohol und Cannabis bis hin zu Kokain. Bei den Verhaltenssüchten drehten sich die Fragen am häufigsten um pathologisches Spielen und Computerabhängigkeit.

Ratsuchende erwähnen Lebenskontext

Die Hälfte der Suchtprobleme steht im Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen, wobei psychische Probleme (27%) häufiger genannt werden als physische Probleme (13%). Mit 37 Prozent spielen Beziehungsprobleme eine grosse Rolle. 14 Prozent geben an, unter Konflikten in der Schule, bei der Arbeit zu leiden oder arbeitslos zu sein. Zudem berichten Betroffene in 9 Prozent der Fälle über häusliche Gewalt oder soziale Isolation. Laut Studie bieten die Beratungen per E-Mail viele Vorteile. Ratsuchende geniessen absolute Anonymität und können das Angebot zeit- und ortsunabhängig in Anspruch nehmen. Die Antwort erfolgt zeitversetzt, aber verbindlich und in einem definierten Zeitrahmen. Weitere Vorteile liegen darin, dass die Anfragen nicht nach geografischen Kriterien, sondern nach thematischen Auf SafeZone.ch stellen Suchtgefährdete ihre Fragen per E-Mail Schwerpunkten auf die Beratenden verteilt werden können. So profitieren Ratsuchende von der spezifischen Expertise der Beratenden im Kompetenznetzwerk von SafeZone.ch.

Ratsuchende geniessen absolute Anonymität und können das Angebot zeit- und ortsunabhängig in Anspruch nehmen,

Studie empfiehlt Fortführung von SafeZone.ch

Die E-Mail-Beratung von SafeZone.ch charakterisiert sich gesamthaft durch eine einheitlich strukturierte Beratungspraxis, welche aufgrund der Organisationsstruktur des Beratungsangebotes laut Studienautoren bemerkenswert ist. Sie empfehlen, das Angebot gemäss der bestehenden Anlage weiterzuführen. Das Profil der Ratsuchenden und die Inhalte der E-Mail-Beratungen verweisen auf ein breites, heterogenes Publikum, welches durch diese erreicht wird. Um das Gefäss weiterzuentwickeln, empfehlen die Verfasser der Studie ein systematisches Monitoring von Kennzahlen und ein umfassendes Wissensmanagement. Dies in Form von Schulungen oder Intervisionen. Übergeordnet gilt es aus externer Sicht, die relative Freiheit der Fachpersonen zur individuellen Gestaltung der E-Mail-Beratungen als wichtige Grundlage für das personenzentrierte Beratungsangebot zu verstehen und fortzuführen. Die Studie fordert zudem dazu auf, Synergien zwischen Präsenz- und Onlineberatung in Zukunft verstärkt zu erforschen.

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Kontakt

Simone Buchmann, Abteilung NCD,
simone.buchmann@bag.admin.ch

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