01.05.2011 Aus erster Hand

Editorial Ursula Koch und Roy Salveter. Kindheit und Jugend sind diejenigen Lebensphasen, während derer die Grundlagen für die Gesundheit des erwachsenen Menschen gelegt werden. Die in dieser Zeit angeeigneten Lebensgewohnheiten und die dabei gemachten Erfahrungen beeinflussen die körperliche und psychosoziale Entwicklung der Individuen, aber auch ihre zukünftige Gesundheit.

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Seit 1990 engagiert sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Bereich Präven­tion und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen. In Zusammenarbeit mit der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren hat das BAG das schweizerische Netzwerk «Schulen und Gesundheit» aufgebaut. Sein Ziel besteht darin, Wissen über Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen in den Schulen zu verbreiten.
Wenngleich solche Programme dazu beitragen, die Gesundheit der Mehrheit der Kinder zu verbessern, erreichen sie eine Minderheit von rund 20% unter ihnen nicht, die eine problematische psychosoziale Entwicklung durchmachen. Um jene Kinder und Jugendlichen zu unterstützen, engagiert sich das BAG seit mehr als zehn Jahren zugunsten der Früherkennung und Frühintervention. Dieser Ansatz der Sekundärprävention hat zum Ziel, gefährdete Kinder und Jugendliche möglichst früh zu erkennen, ihre Entwicklung zu fördern und ihre Integrationschancen in der Gesellschaft zu erhöhen. Der neue Artikel 3c des revidierten Betäubungsmittelgesetzes schafft die Grundlage dazu, indem er die Möglichkeiten von Frühintervention bei diesen Jugendlichen erweitert.
Die Gesundheit von Kindern ist – wie diejenige von Erwachsenen – keineswegs eine ausschliessliche Angelegenheit der Gesundheitspolitik. Zu oft vergessen oder sogar angesichts anderer Interessen geopfert, ist Gesundheit von vorrangiger Bedeutung. Ihr gebührt eine zentrale Rolle, nicht nur im Gesundheitsbereich, zum Beispiel im Rahmen der Nationalen Präventionsprogramme (Tabak, Alkohol, Ernährung, Drogen), sondern auch in Bereichen ausserhalb des Gesundheitswesens – beispielsweise in der Raumplanung oder in der Wirtschaft.
Unseren Kindern eine gute Gesundheit zu garantieren, heisst, den Erwachsenen von morgen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung bedeutet dies auch, unserem Gesundheitssystem und unserer Wirtschaft ein langes Leben zu gewährleisten.


Ursula Koch und Roy Salveter, Co-Leitung der Abteilung
Nationale Präventionsprogramme,Bundesamt für Gesundheit

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