06.11.2019 Aus erster Hand

Gesundheitspolitik. Betroffene ein­beziehen, um die Versorgung zu verbessern. Gesundheitspolitische Massnahmen sollten stets so ausgerichtet sein, dass sie auf den Bedarf, aber auch auf die Bedürfnisse der betroffenen Personen abgestimmt sind. Das BAG bemüht sich deshalb, die Betroffenen bei der Entwicklung von Strategien und Aktionsplänen von Beginn weg einzubeziehen.

Bildstrecke Aus erster Hand

TODO CHRISTIAN

Im Zentrum der vorliegenden spectra-Ausgabe steht nicht der Einbezug der Gesundheitsfachpersonen, sondern der Einbezug von Patientinnen und Patienten, Versicherten, Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Menschen in der Schweiz können auf mannigfaltige Weise einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung leisten. So kann ich mich als Patientin direkt und aktiv bei Behandlungsentscheiden einbringen. Ich kann mich aber auch in gesundheitspolitischen Prozessen durch Patientenorganisationen oder Gesundheitsligen vertreten lassen oder als Stimmbürgerin meinen Präferenzen Ausdruck verleihen.

Aber nur wer über die eigene Krankheit Bescheid weiss, kann sich bei Behandlungsentscheiden aktiv einbringen. Das elektronische Patientendossier (EPD), das ab Frühjahr 2020 in der ganzen Schweiz eingeführt wird, wird uns als Patientinnen und Patienten diesbezüglich neue Möglichkeiten bieten. Mit dem EPD werden meine Gesundheitsinformationen nicht nur für die Fachleute zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu finden sein, sondern erstmals auch für mich selbst zugänglich sein.

Von einer Krankheit oder den Folgen eines Unfalls bin jedoch nicht nur ich selbst betroffen, sondern auch meine Angehörigen. Ihre Rolle kann für den Genesungsprozess von entscheidender Bedeutung sein: sei es, dass sie seelische Unterstützung bieten, sei es, dass sie im Haushalt oder bei der Pflege mithelfen. Damit diese Unterstützung nicht zu Überlastung führt, stehen die Angehörigen im Zentrum der Forschungsprojekte des Förderprogramms «Entlastungsangebote für betreuende Angehörige».

Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige sollten für uns als Public-Health-Akteure stets im Zentrum unserer Bemühungen stehen.

Kontakt

Salome von Greyerz
Leiterin Abteilung Gesundheitsstrate-gien beim BAG

Nach oben