26.02.2020 Die Sicherheitskultur in Schweizer Spitälern stärken

Aus erster Hand. Wer zur Behandlung in ein Spital geht, vertraut darauf, dass dies ein sicherer Ort ist und dass er das Spital hoffentlich gesünder und vor allem unbeschadet wieder verlässt. Die Realität zeichnet aber manchmal ein anderes Bild: Etwa jede zehnte Person wird während des Spitalaufenthalts Opfer eines unerwünschten Ereignisses. Dabei handelt es sich etwa um Medikationsfehler oder um Spitalinfektionen. Die Hälfte davon wäre vermeidbar.

Bildstrecke Die Sicherheitskultur in Schweizer Spitälern stärken

TODO CHRISTIAN

Die Ursache ist oft, dass viele Spitäler die Sicherheitsmassnahmen zu wenig strikt umsetzen. Die Sicherheitskultur in Schweizer Spitälern muss stärker gelebt werden und alle Disziplinen und Hierarchiestufen umfassen. Unerwünschte Ereignisse müssen konsequent gemeldet werden.

Der erste nationale Bericht zu Qualität und Patientensicherheit im Gesundheitswesen, den wir kürzlich publiziert haben, zeigt auch andernorts Handlungsbedarf. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gibt es beispielsweise zu wenige Indikatoren, um Qualität und Sicherheit zu messen. Mit den vorhandenen Überwachungssystemen lässt sich die Versorgungsqualität in der Schweiz nicht hinreichend beurteilen.

Hier wollen wir Verbesserungen erreichen und vermehrt auf die Umsetzung der Massnahmen insistieren. Die Teilrevision des Krankenversicherungsgesetzes, die das Parlament letzten Juni verabschiedet hat, gibt uns dazu die rechtliche Basis und die finanziellen Mittel.

Der Bund ist aber bereits aktiv geworden. Es werden derzeit konkrete Massnahmen umgesetzt, um die Zahl der nosokomialen Infektionen zu reduzieren und der Resistenzbildung gegen Antibiotika entgegenzutreten; dies im Rahmen der beiden Nationalen Strategien NOSO und StAR.

Mit der Organisation des 5. Ministergipfels, dem Global Ministerial Summit on Patient Safety, unterstreichen wir auch unser internationales Engagement. Am 27./28. Februar 2020 treffen sich in Montreux international anerkannte Experten und die Gesundheitsminister mehrerer Dutzend Länder, um über die nachhaltige Umsetzung bewährter Praktiken und die Instrumente zur Verbesserung der Patientensicherheit zu diskutieren: www.pss2020.ch

Anmerkung: Aufgrund der Coronavirus-Epidemie musste das Ministertreffen leider kurzfristig abgesagt werden. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Kontakt

Pascal Strupler
Direktor Bundesamt für Gesundheit

Nach oben