09.07.2020 Gesundheitsverhalten: Schweizer Jugendliche gut unterwegs

Studie. Die Schweiz nimmt regelmässig an der internationalen Schülerinnen- und Schülerbefragung (HBSC) teil. Der Vergleich mit den Nachbarländern zeigt: Schweizer Jugendliche schneiden bei der selbst eingeschätzten Gesundheit gut ab. Beim Alkohol- und Tabakkonsum liegen sie im Mittelfeld, der Cannabiskonsum ist hingegen vergleichsweise hoch.

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Alkohol ist international die von Jugendlichen am meisten konsumierte psychoaktive Substanz. 13 % der 15 jährigen Jungen und 8 % der gleichaltrigen Mädchen in der Schweiz gaben 2018 an, mindestens einmal im letzten Monat vor der Befragung richtig betrunken gewesen zu sein. Frankreich hat ähnliche Werte wie die Schweiz, in Italien sind diese höher, in Österreich und Deutschland gar deutlich höher. 

16 % der Jungen und 14 % der Mädchen in der Schweiz gaben an, mindestens einmal im letzten Monat herkömmliche Zigaretten geraucht zu haben. Die Werte in Deutschland sind ähnlich hoch wie in der Schweiz, während Österreich, Frankreich und vor allem Italien höhere Raten aufweisen.

Anders beim Cannabis: Beim Konsum im letzten Monat liegt die Schweiz international weit vorne (J: 13 %; M: 8 %), ähnlich wie Italien, Deutschland und Frankreich. Österreich belegt einen Platz im oberen Mittelfeld.

Schweizer Jugendliche fühlen sich mehrheitlich wohl, aber müde
89 % der 11-15 Jährigen in der Schweiz schätzen ihren Gesundheitszustand als gut oder ausgezeichnet ein. Im internationalen Vergleich schneiden sie gut ab (siehe Bildstrecke, Grafik 1)

87 % sind zufrieden mit ihrem Leben. Aber nur rund die Hälfte der 11- bis 15-Jährigen ist mit ihrem Körpergewicht zufrieden, die Jungen sind diesbezüglich zufriedener als die Mädchen. 15 % der Mädchen und 11 % der Jungen haben versucht abzunehmen (siehe Bildstrecke, Grafik 2).

Rund ein Drittel fühlt sich durch die Arbeit für die Schule gestresst. Müdigkeit ist unter Schülerinnen und Schülern stark verbreitet und hat seit 2002 stark zugenommen. Seither zugelegt haben auch auch Rücken-, Kopf- und Bauchschmerzen, Schwindel sowie Beschwerden wie Gereiztheit, schlechte Laune, Traurigkeit, Nervosität, Ängstlichkeit, Besorgnis und Schlafschwierigkeiten (siehe Bildstrecke, Grafik 3 + 4).

Schweizer Jugendliche essen Obst und Gemüse, bewegen sich aber zu wenig
In allen Ländern befolgt nur eine Minderheit der Jugendlichen die von der WHO empfohlene körperliche Aktivität (täglich mindestens eine Stunde). In der Schweiz gaben 14 % der 11- bis 15-Jährigen an, diese Empfehlung umzusetzen. Während Österreich deutlich besser abschneidet, liegen Frankreich, Italien und Deutschland in der Rangliste hinter der Schweiz.

Beim täglichen Verzehr von Obst und Gemüse schneiden die 11- bis 15-Jährigen in der Schweiz im Ländervergleich gut ab. 18% essen täglich die empfohlenen mindestens fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag.

Hintergrund
Die Studie HBSC steht unter der Schirmherrschaft der WHO Europa und untersucht verschiedene gesundheitsrelevante Verhaltensweisen der 11- bis 15-Jährigen. Für die internationalen HBSC-Publikationen wurden die Datensätze von über 40 Ländern ausgewertet. Sucht Schweiz führte diese Studie im Jahr 2018 zum neunten Mal in der Schweiz durch. Die Schweizer HBSC-Studie wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Mehrzahl der Kantone finanziert.

Hier geht es zum Interview mit Petra Baeriswyl: «Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen»

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Kontakt

Andrea Poffet
Sektion Wissenschaftliche Grundlagen

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