27.02.2017 «Für mich spielen gesundheitsförderliche Aspekte im Arbeitsumfeld eine essentielle Rolle in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung»

Interview mit André Schneider. André Schneider ist seit September 2016 Generaldirektor des Flughafens Genf. Er steht voll und ganz hinter der Kampagne «I feel good», die der Flughafen vor rund zwei Jahren für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Sicherheit seiner Mitarbeitenden lanciert hat. Denn er ist überzeugt, dass ein gesundheitsförderliches Umfeld den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso gut tut wie dem Unternehmen selbst. Die krankheits- und unfallbedingten Ausfälle haben sich seither um 20 Prozent reduziert. Auch wie es danach weitergeht und wie er selbst den Ausgleich zu seinem anspruchsvollen Job findet, wollten wir von ihm wissen.

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TODO CHRISTIAN

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Im April 2016 wurden Sie vom Genfer Staatsrat zum neuen Generaldirektor des Flughafens Genf ernannt und haben diese Funktion am 1. September 2016 angetreten. Ihre ersten 100 Tage im Amt sind bereits um und bestimmt nicht ruhig verlaufen. Und betrachtet man ihren Lebenslauf und liest die Medienberichte, dann scheinen Sie ein Tausendsassa zu sein, der nicht zuletzt auch als Musiker sehr erfolgreich war. Wie gehen Sie persönlich mit grösseren Belastungen im Job um und wie erholen Sie sich von diesen, zumal daheim auch Ihre Frau und vier Kinder Aufmerksamkeit von Ihnen fordern? Wie gestalten Sie Ihre Work-Life-Balance?   

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance gelingt mir wie allen Menschen mehr oder minder gut. Wichtig ist für mich zu wissen, was ich in einem Job kann und eine positive Einstellung dazu habe. Es geht auch um eine gute Portion Enthusiasmus für die eigene Arbeit, nicht, dass eine negative Einstellung überhandnimmt wie: Ach, wieder so ein Problem! Ich brauche diesen Enthusiasmus, er spornt mich an: Super, etwas zu regeln, überleg mal, wie du das angehen willst!  

Auch zu wissen, dass ich nicht alle Probleme lösen kann, entlastet. Ich bin zwar für alles verantwortlich, aber es gibt Probleme, die kann ich zu diesem oder jenem Zeitpunkt nicht lösen, weil etwa noch nicht alle Mittel zur Hand sind. Dann muss man fähig sein, den Fuss vom Pedal runterzunehmen und die Sache zur Seite zu legen. Da ist es essentiell, dass ich um mich herum ein gutes Arbeitsklima herstelle, so dass alles möglichst rund läuft.  

Wenn ich einen solchen Job mache, dann lebe ich diesen. Ich gehe nicht um 18 Uhr aus dem Büro und dann ist Feierabend. Stress ist so oder so vorhanden, die Frage ist, ob ich ihn als positiven oder negativen Stress lebe. Sobald ich merke, dass ich einen Stress negativ zu leben beginne, dann frage ich mich, warum ist das so und suche nach Möglichkeiten, das zu ändern.  

Aber es wäre gelogen zu sagen, ich hätte eine perfekte Work-Life-Balance. Das ist gar nicht möglich. Ich kann den Kopf ja nicht einfach ausschalten, viele Themen beschäftigen mich weiter. Aber es gibt Momente, in denen muss ich meine Zeit mit etwas anderem verbringen, und es ist wichtig, seine Interessen auch für andere Dinge aufrecht zu erhalten. Ich bin ein eher introvertierter Mensch, trete gegen aussen hingegen eher extrovertiert auf. Da muss ich rechtzeitig spüren, dass jetzt der Zeitpunkt ist, mich zurückzuziehen, sonst habe ich mein Gleichgewicht nicht mehr. Ich brauche Momente, in denen ich abschalten kann, in denen ich Zeit mit meiner Familie verbringe, ein Buch lese, einen Bande Déssinée oder einen Film anschaue oder Musik höre.    

Wenn ja, wo haben Sie das gelernt, oder hat man das auch etwas im Blut?

Es braucht bestimmt auch Durchhaltewillen, man also an etwas dran bleibt. Das habe ich in meiner Zeit als Musiker gelernt. Als Profimusiker müssen sie jeden Tag drei bis sechs Stunden üben. Am Ende des Tages kommt keiner und fragt: Haben Sie heute ihre drei, sechs Stunden geübt? Natürlich gab es Tage, da habe ich mich hingesetzt und angefangen mit technischen Übungen und gedacht: Ah, schon wieder! Doch muss man lernen, dass es auch Aufgaben gibt, die einem auf den ersten Blick keine grosse Freude machen, in die man aber etwas positive Energie stecken kann, etwa indem man sie aus einer anderen Perspektive betrachtet. Das ist das eine. Das andere ist zu versuchen, bescheiden zu bleiben und nicht zu überheblich zu werden.  

Vor allem aber ist es auch wichtig, kleine Aufgaben zu erledigen, die einem erlauben, den Zusammenhang zu sehen. Und sie helfen einem, nicht vom Boden der Realität abzuheben. Auch kleine Probleme haben eine Wichtigkeit. Und am Ende liegt es vielleicht doch auch etwas im Blut – und etwas Glück war sicher mit im Spiel.   Ich hatte immer den Wunsch Dinge zu tun, an denen ich Spass habe, und habe das bis jetzt immer leben können. Das kann man natürlich nicht immer steuern. Ich hatte einfach viele gute Gelegenheiten und selten das Gefühl, meinen Weg nicht selbst bestimmen zu können. Ich habe den Sprung in Neues trotz allen möglichen Risiken immer gewagt. Ich habe 13 Jahre für das World Economic Forum gearbeitet und es war eine sehr bereichernde Zeit. Doch dann wollte ich etwas Neues anfangen. Eine neue Stelle war nicht in Sicht, also habe ich meine eigene Firma aufgebaut.  

Der Glaube an sich und seine Fähigkeiten hilft. Es mag simplifizierend tönen aber ich sagte mir immer: Es gibt keine Situation, aus der es nicht einen Weg hinaus gibt. Es mag nicht die Autobahn sein, aber es geht vorwärts. Das gilt auch für schwierige Situationen, in denen auch ich mich befand.    

Als Sie im September angetreten sind, war das Projekt «I feel good»* bereits in vollem Gange. Mit diesem Projekt will der Flughafen Genf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Sicherheit seiner Mitarbeitenden beibehalten und fördern. Haben Sie sich vom Projekt anstecken lassen? Und wie? 

Im Grunde musste ich nicht einmal angesteckt werden. Schon bei der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), bei der ich gearbeitet hatte, wurde den Bereichen Arbeitsumfeld, Qualität, Sicherheit usw. eine grosse Bedeutung zugemessen. An der EPFL gab es beispielsweise Wochen, in denen nur vegetarisches Essen auf dem Menü stand. Dieses Angebot zusammen mit anderen Massnahmen läuft für mich unter einem umfassenden Nachhaltigkeitsbegriff, wie ich ihn auch am Flughafen Genf gelebt haben möchte.  

Die Kampagne «I feel good» hat mich allerdings beim Aérothon so richtig gepackt. Ich war gerade drei Wochen da, als ich eingeladen wurde, an diesem Abend um 1 Uhr am Flughafen zu sein. Auf dieser Piste zu stehen, wo man sonst nie hinkommt, und zu sehen, wie die Leute rennen, Velo fahren, spazieren, das war schon beeindruckend. Aber auch die anderen Angebote von «I feel good», etwa Kochkurse und Anleitungen, wie man sich alternativ ernähren kann usw., sind tolle Aktivitäten, die ich unbedingt unterstütze.    

Was war der Anlass und wer hat Sie bei der Umsetzung der Kampagne «I feel good» unterstützt?   

Das Safety Office des Flughafens kümmert sich um die Sicherheitsbelange am Arbeitsplatz, die Sicherheit in den Prozessen usw. Von dort kam die Idee, ein hausweites Programm zu erstellen. Normalerweise ist das ja etwas, was mehr hinter den Kulissen passiert: Es wird eine Fachperson hinzugezogen, wenn jemand kontinuierlich Rückenschmerzen hat. Oder es wird kontrolliert, dass der Luftaustausch korrekt funktioniert. Dinge, die für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden gemacht werden müssen. Für einmal nun etwas auf die Beine stellen, das an alle Mitarbeitenden gerichtet ist, und sie aufgerufen waren, auch etwas dazu beitragen, dass es ihnen bessergeht, war eine tolle Idee. Der Flughafen Genf als Arbeitgeber soll nicht ein zusätzlich belastender Faktor für die Gesundheit der Mitarbeitenden darstellen. Der Projektleiter der Kampagne hat es auch geschafft, spielerische Aspekte in die Kampagne einfliessen zu lassen, was in der heutigen Zeit der Gamification sehr wichtig ist, und gerade auch, um die jüngeren Mitarbeitenden abzuholen.   

Selbstverständlich gibt es in einem industriell geprägten Grossbetrieb mit über 1000 Angestellten auch immer Mitarbeitende, die wegen Krankheit oder Unfall vom Arbeitsplatz wegbleiben. Der Flughafen Genf birgt einige Unfallrisiken. Die Unfallverhütung war deshalb der Schwerpunkt im ersten Jahr von «I feel good». Mitarbeitende zu sensibilisieren, wie leicht ein Unfall passieren kann, und dass mit etwas darüber Nachdenken und ein bisschen mehr Aufpassen vieles verhindert werden kann. Deshalb werden auch laufend bauliche Anpassungen vorgenommen, um das Unfallrisiko zu senken.   Unterstützt wurden wir bei der Erarbeitung der Kampagne von der SUVA und der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu)  

In den ersten beiden Jahren konnten mit dem Projekt die krankheits- oder unfallbedingten Absenzen um 20 Prozent gesenkt werden. Waren Sie von diesem Resultat überrascht?   

Ich war nicht sonderlich überrascht, aber bin natürlich sehr glücklich, dass die Kampagne einen Effekt zeigt. Es gibt ja immer die Problematik zwischen dem intellektuellen Begreifen des Problems und der anschliessenden Umsetzung.  

Mit «I feel good» bieten wir den Mitarbeitenden Techniken an, die ihnen helfen, besser mit Herausforderungen umzugehen und mit ihnen zu leben. Und da komme ich nochmals zurück auf das zuvor Gesagte – ihnen den Eindruck zu geben, dass sie immer auch entscheiden können in ihrer jeweiligen Situation und nicht den Zwängen ausgeliefert sind. So fühlen sich die Leute besser und sind weniger Krankheiten und Unfällen ausgesetzt. Das heisst nicht, dass dann auf einen Schlag weniger Druck da ist, aber der Umgang damit wird einfacher. Ich bin heute noch mit voller Energie in meinen Tätigkeiten unterwegs, weil ich ein Minimum an Gleichgewicht gefunden habe – auch wenn es Hochs und Tiefs gibt, mit denen ich aber recht gut umzugehen weiss.  

In der heutigen Gesellschaft und der Art wie wir leben haben wir die Tendenz, Wichtiges zu vergessen und dazu gehört mehr Ausgeglichenheit – und das in allen Bereichen. Das dritte Jahr von «I feel good» soll den Mitarbeitenden beim Finden ihrer Work-Life-Balance behilflich sein.    

Was wird der Flughafen Genf anschliessend unternehmen? Sind weitere Kampagnen geplant? Werden Elemente der Kampagne im Unternehmen fest implementiert?   

Einige dieser Aktivitäten werden wir institutionalisieren. Und wir werden über andere Sachen nachdenken, das hört nicht auf. Die Idee bei «I feel good» war ein schwedisches Smörgåsbord mit einer breiten Auswahl an Aktivitäten auf dem Tisch. Aus dieser Auswahl werden wir nun das auswählen, was am besten gelaufen ist und am meisten Impact hatte. Dazu gehört der Aérothon. Wir denken darüber nach, diesen alle zwei, drei Jahre durchzuführen. Das ist natürlich ein Riesenaufwand, aber es ist auch ein unheimlich guter Anlass, die Menschen zusammen zu bringen. Wir arbeiten alle an unseren Aufgaben in unseren Aufgabenbereichen, da ist es wichtig, ab und zu Dinge zu tun, die uns zeigen, dass wir Teil einer grossen Familie sind und wir alle am selben Strang ziehen.    

Sie selbst sind auch Berater für Nachhaltigkeit für multinationale Unternehmen und Regierungen. Wo sehen Sie in diesem Konzept die Gesundheitsförderung lokalisiert? Und denken Sie, dass der Nachhaltigkeit in den Unternehmen genügend Rechnung getragen wird? Was sind Ihre Erfahrungen in der Schweiz / international?   

Für mich spielen gesundheitsförderliche Aspekte im Arbeitsumfeld eine essentielle Rolle in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung, auch wenn ich mich früher eher um makroökonomische Probleme der Nachhaltigkeit gekümmert habe. Wie überall gibt es auch hier Unternehmen, die machen sehr viel und andere weniger.  

Gerade in Ländern wie der Schweiz, in denen künftig um Talente gekämpft wird, weil wir selbst nicht über genügend verfügen, wird das Arbeitsumfeld zu einem immer wichtigeren Entscheidungskriterium für potentielle Mitarbeitende. Das geht für mich jedoch noch über die Gesundheit hinaus. Punkte wie die Gleichbehandlung von Mann und Frau, gleiche Saläre, bei denen wir immer noch hinterherhinken, Fragen der Chancengleichheit usw. Noch immer sehe ich Unternehmen mit Personalabteilungen, die spezialisiert darauf sind, Saläre zu managen, Karriereschritte sicherzustellen usw. Das reicht heute aber bei weitem nicht mehr aus.  

Die Grösse der Firma und deren Strukturen haben auch einen Einfluss darauf, wie viel für die Mitarbeitenden getan wird. Viele multinationale Firmen haben die Mittel dazu. Wie machen das aber die KMU’s, die nicht diese Mittel haben? Wie kann man sie unterstützen, dass solche Dinge besser umgesetzt werden? Es gibt überall Jobs, die sehr stressig sind, etwa Leute, die Sicherheitskontrollen machen, die komplizierte Abläufe einzuhalten haben, die ihre volle Konzentration fordern, oder Arbeitszeiten im Schichtbetrieb, die kräftezehrend sind. Passt der Arbeitgeber nicht auf und stellt nicht sicher, dass das Arbeitsumfeld positiv gestaltet ist, die Pausen eingehalten werden können oder den Mitarbeitenden die Gelegenheit gegeben wird, den Job zu wechseln, dann sinkt die Qualität und die Leute werden leichter krank und ertragen keinen Stress mehr.  

Auch wenn den Unternehmen Konkurrenzkämpfe und Forderungen nach noch mehr Effizienzsteigerung im Nacken sitzen: Die Effizienz kann nur gesteigert werden, wenn ihre Mitarbeitenden sich in einem guten Umfeld aufhalten und sich entsprechend fühlen. Da wird zu oft der Fehler gemacht, dass nur auf die Effizienz geschaut wird und alles andere ausser Acht gelassen wird. Da gibt es noch einiges zu tun.  

Ich bin sehr zufrieden mit unseren Leuten, dass wir das angehen. Ich will aber nicht behaupten, dass wir schon alles geregelt hätten. Das ist etwas, das kontinuierlich an die Hand genommen werden muss. Eine Firma, die liefern soll, was verlangt wird, braucht ein positives Umfeld für den Mitarbeiter als einen wichtigen Beitrag. Das zeigen auch Studien, wir machen das nicht aus einem Bauchgefühl heraus.  

Wo könnten die Unternehmen noch mehr dafür tun?   

Wir müssen wegkommen von einem bürokratischen Managementstil und lernen, dass die Präsenz von Mitarbeitenden weniger wichtig ist, als deren Beitrag zur Erreichung der Ziele. Von dieser Prämisse aus müssen wir uns fragen, was ist das beste Umfeld, in dem sie ihre Arbeit erledigen können. Heimarbeit alleine ist auch nicht gut, denn so isolieren wir die Mitarbeitenden. Wir können nicht alles machen, doch müssen wir den Mitarbeitenden ein möglichst gutes Umfeld bieten, sie müssen sich unterstützt und engagiert fühlen, damit sie das leisten können, was ihnen zum Ziel gesetzt wurde. Sie sollen Verantwortung tragen können und sich nicht lediglich als Befehlsempfänger vorkommen. Wir müssen lernen, von der rein quantitativen zu einer mehr qualitativen Sicht zu kommen.  

Für mich als CEO ist es wichtig, für die Mitarbeitenden ein Umfeld zu erstellen, in dem sie den besten Beitrag für den Flughafen Genf leisten können. Es gehört für mich zur Fundamentalhygiene, dass man sich sorgt, wie es den Mitarbeitenden geht, und nicht nur sicherstellt, dass sie da sind, wenn sie müssen. Ich gebe ihnen die Hauptrichtung vor, ohne zu eng zu bleiben, gebe ihnen das Umfeld, in dem sie innovativ sein können und stehe hinter ihnen. Auch ich habe einmal angefangen zu arbeiten und gehofft, dass man sich um mich sorgt und mich nicht an die Wand fährt. Das ist mir zum Glück nie passiert.    

Kennen Sie die Initiative «actionsanté»**, die das Bundesamt für Gesundheit BAG und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV gemeinsam tragen? Könnten Sie sich vorstellen, dass sich der Flughafen Genf auch für die Bewegungsförderung seiner Kunden engagiert?  

Ich kenne actionsanté nicht, doch wir sind momentan an der Rezertifizierung für das Qualitätslabel Friendly Workspace. Für unsere Kunden haben wir Im Rahmen von «I feel good» Sportevents durchgeführt. Passagiere konnten etwa in der Wartehalle Badminton spielen. Es gilt hier aber, ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen Aktivieren und Entschleunigen. Es ist wichtig, dass wir den Passagieren ein Umfeld bieten, das ihren Reisestress mindert. Für viele ist Reisen ein Stress und Reisen mit Flugzeug für einige noch mehr. Da versuchen wir, Elemente einzubauen, die den Stress reduzieren. Animationen machen wir natürlich auch, das lockert die Menschen auf und lenkt sie etwas ab. Wir gewichten solche Aktivitäten hoch. Doch an einem kleinen Flughafen wie wir es sind, ist nicht immer alles möglich.

* «I feel good» – Eine Kampagne des Flughafens Genf zu Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden

Der Flughafen Genf beschäftigt rund 1‘000 Mitarbeitende in rund 200 verschiedenen Berufen. Sie arbeiten zu 80 Prozent im Schichtbetrieb, rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr. Mit der 3-jährigen Kampagne «I feel good» will der Flughafen Genf Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden beibehalten und fördern, beruflich wie privat. Dafür investiert der Flughafen Genf je Mitarbeiter 80 Franken im Jahr. Die dritte «Saison» ist soeben gestartet und bietet Aktivitäten rund um das Thema «Stress & Wohlbefinden am Arbeitsplatz» (nach den Themen «Ernährung & Bewegung», «Ergonomie & Sturzgefahr» in den beiden Vorjahren). In den ersten beiden Jahren der Kampagnenlaufzeit konnten die Absenzen der Mitarbeitenden um 20 Prozent reduziert werden. 

** actionsanté

Die Initiative actionsanté dient der Förderung des Dialogs zwischen Unternehmen und dem Bund. Durch freiwillige Aktionsversprechen von Unternehmen zielt actionsanté darauf ab, die Rahmenbedingungen im Bereich Ernährung und Bewegung für alle in der Schweiz so zu verändern, dass die gesunde Wahl leichter fällt, ganz nach dem Motto «Make the healthy choice the easy choice». 

actionsanté wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) getragen. Sie ist Teil der Umsetzung der NCD-Strategie und der Schweizer Ernährungsstrategie. 

www.actionsante.ch

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