01.05.2011 Masernimpfung – das beste Geschenk zum 1. Geburtstag

Europäische Impfwoche (23. bis 30. April 2011). Zum dritten Mal in Folge beteiligt sich die Schweiz an der Europäischen Impfwoche, die vom Regionalbüro der der Weltgesundheitsorganisation WHO für Europa organisiert wird. Sie will die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, den Erfolg der nationalen Impfprogramme zu erhöhen. Zudem soll die Botschaft verbreitet werden, dass die Impfung jedes Kindes wichtig ist, um Krankheiten vorzubeugen und Leben zu schützen.

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TODO CHRISTIAN

Die Schweiz hat entschieden, dieses Jahr während der Europäischen Impfwoche noch einmal die Masernelimination zu thematisieren, da diese eine der grössten Herausforderungen unseres Landes im Impfbereich darstellt. Die ursprünglich auf Ende 2010 festgesetzte Frist für die Masernelimination musste bis Ende 2015 verlängert werden, da es mehrere Länder, darunter auch die Schweiz, aufgrund einer zu tiefen Durchimpfung nicht geschafft haben, die Masern auszurotten. Gemäss den neusten gesamtschweizerischen Zahlen (2008) beträgt die Durchimpfung bei den Kleinkindern, die eine Dosis erhalten haben, 90% und bei denjenigen, die zwei Dosen erhalten haben, 75%. Dies entspricht einer leichten Zunahme gegenüber dem Vorjahr, wobei die Unterschiede zwischen den Kantonen gross sind. Die beiden Extreme sind Genf mit 89,7% und Appenzell Innerrhoden mit 50,4% bei zwei Dosen.

Aufruf zur Impfung der Einjährigen
Diese Sensibilisierungskampagne richtet sich besonders an Eltern von Kleinkindern. Sie sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Masernimpfung im Alter von einem Jahr begonnen werden und vor dem zweiten Geburtstag abgeschlossen sein soll. Die Altersangaben müssen zwingend eingehalten werden, damit die Masern eliminiert werden können und es auch bleiben. Zurzeit ist bei einigen Eltern die Tendenz festzustellen, ihre Kinder erst im Jugendalter gegen Masern impfen zu lassen. Dies führt zur erhöhten Ansteckungsgefahr und begünstig Masernausbrüche. Viele Menschen denken immer noch, dass Masern eine harmlose Krankheit für die Kinder sei. Doch: Jedes Jahr sterben in Europa Kinder an Masern oder sie tragen schwerwiegende Schäden davon – trotz bester medizinischer Versorgung.

Kein Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus
Die Sicherheit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) wird immer wieder infrage gestellt. Oft bringen Impfkritiker schwere Krankheiten, deren Ursache nicht genau bekannt ist, mit der Impfung in Zusammenhang. So wurde die MMR-Impfung lange Zeit mit Autismus in Verbindung gebracht, was in zahlreichen Ländern zu rückläufigen Durchimpfungsraten geführt hat. Heute ist erwiesen, dass Autismus nicht durch den MMR-Impfstoff verursacht wird und dass die Studie, in der diese Verbindung nachgewiesen wurde, verfälscht worden war, um diese Resultate zu erhalten. Gewisse Kinder hatten jedoch bereits vor der Impfung Symptome von Autismus, bei anderen sind die Symptome – im Gegensatz zu den Angaben in der Studie – deutlich nach der Impfung aufgetreten, und bei drei Kindern handelte es sich gar nicht um Autismus. Diese Kampagne weist auch auf einen weiteren wesentlichen Aspekt der Impfung hin: die Solidarität. Denn Impfen ist nicht eine individuelle Handlung, sondern schützt auch die verletzbaren Personen, insbesondere diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (zu jung, schwanger, mit Immunschwäche).

Breit angelegte Kampagne
Zur Sensibilisierung der Eltern wurden ein Plakat und ein Flyer mit Basisinformationen über die Masern sowie ein abtrennbarer Impfplan erarbeitet und an verschiedenen Stellen der Gesundheitsversorgung (Arztpraxen, Apotheken, Spitälern) sowie in den Krippen verteilt und aufgelegt. Ärzte und Ärztinnen sowie Apotheken können dieses Material, das ihnen ab Ende März gratis zur Verfügung gestellt wird, beim Bundesamt für Bauten und Logistik beziehen. Gleichzeitig wird auf den Internetseiten, die sich an junge Mütter richten, wie Mamablog, Swissmom und Familienleben, eine Online-Kampagne lanciert. Die Tatsache, dass es sich hier nur um deutschsprachige Internetseiten handelt, ist auf den Entscheid zurückzuführen, die Aktion in der Sprachregion zu verstärken, in der die Durchimpfung am tiefsten ist. Die Internetseiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu Masern, www.bag.admin.ch und www.sichimpfen.ch, werden in den drei Sprachen vervollständigt und aktualisiert. Neu ist die Website www.meine-impfungen.ch. Diese Site wurde von Impffachleuten mit der Unterstützung des BAG geschaffen (online ab 23. April 2011). Auf dieser Seite kann gratis ein gesichertes Benutzerkonto eingerichtet werden, auf dem ein elektronisches Impfbüchlein erstellt und überprüft werden kann, ob gewisse Impfungen fehlen. Auf Wunsch erhält man eine Nachricht per SMS oder E-Mail, wenn eine Impfung fällig ist. Im App Store von Apple ist ab dem 23. April 2011 zudem eine ähnliche Applikation für iPhone/iPod touch mit dem Namen «myViavac» verfügbar.

Impfempfehlungen

Es wird empfohlen, die erste Dosis des Masernimpfstoffs im Alter von 12 Monaten und die zweite zwischen 15 und 24 Monaten zu verabreichen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene (nach 1963 geboren), die noch nicht mit zwei Dosen geimpft worden sind, können die Impfung jederzeit vervollständigen.

Kontakt

Deborah Gaspoz, Übertragbare Krankheiten, deborah.gaspoz@bag.admin.ch

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